Links: Habt ihr euch so das Nirwana vorgestellt?
Mitte: Ich hatte keine Vorstellung.
Rechts: Du meinst, das ist das Nirwana? Hätte nicht gedacht, dass es hier Tabak gibt.
Links: Und Bier auch.
Mitte: Vielleicht ist das nur eine Illusion?
Rechts: Vielleicht war alles nur eine Illusion! Prost!



Karl-Heinz Neumann

Ansinnen und Analyse des Gegenwärtigen


Das Folgende ist ein Ansatz, ein Versuch. Die Metaphysik, also das was hinter dem für uns Erkenn- und Beweisbaren liegt, und die Naturwissenschaft, das Stück, was wir eventuell erkennen und beweisen können, die beiden liegen in einem ewigen Konflikt.
Dem nicht Erkennbaren ist es letztendlich egal, ob wir uns die Hacken rund laufen, um eventuell doch dahinter zu steigen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Die Naturwissenschaftler geben immer mal kund und zu wissen, dass sie ganz nahe dran sind, an der letzten großen Wahrheit. Sie waren es aber nie, sie sind es nicht und sie werden es nie sein. Und wenn noch so viele Hypothesen und seltsame Behauptungen aufgestellt werden, es ist und bleibt die Philosophie, welche als einzige Wissenschaft die Chance hat, dem Dasein gerecht zu werden. Metaphysik und Physik, sie sind wie die Sonne und der Mond. Geht die eine auf, verblasst der andere. Sie können nicht zusammen am Himmel der Neugier verweilen. Der Bekannteste, der es versucht hat zu erklären, das war wohl der alte Immanuel Kant. Nichts mit Frauen am Hut, keine Kinder, nur seine akademische Dunstglocke in Königsberg. Zehn Jahre hat er dieses Thema mehrmals durchgekaut. Dann wurde seine Kritik an der reinen Vernunft veröffentlicht. Eine Kost, die schnell zu einer geistigen Verstopfung führen kann. Schon damals brauchten selbst seine berühmten Kollegen, wie ein Arthur Schopenhauer, Jahre um dahinter zu steigen, was Kant eigentlich sagen will. Also nicht verzweifeln, wenn sich seine Kritik der reinen Vernunft, aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt, dem sofortigen Verstehen hartnäckig widersetzt.
Und an dieser Stelle gleich ein weiteres Problem mit der Verständlichkeit. Ein gewisser Karl Marx hat ein Manifest, zusammen mit Friedrich Engels, das Manifest der Kommunistischen Partei verfasst. Ganze 23 Seiten und es ging in die Köpfe der Revolutionäre ein wie Öl. Aber zu diesem Manifest gehört ein mehrbändiges Werk mit dem Titel "Das Kapital".
Im Manifest ruft er die ausgebeuteten Arbeiter auf, die Macht zu übernehmen. Dies war damals, wegen der echt schlechten Situation der Arbeiterklasse, keine so überzogene Forderung. Die wissenschaftliche Begründung seiner Aufforderung an die Arbeiterklasse, umfassend in seinem "Kapital" beschrieben, die verstand aber bereits damals kaum wer. Das hat sich bis heute nicht viel gebessert. Wohl auch deshalb, weil die Tausenden Seiten des "Kapitals", wegen der fehlenden Zeit bei der Machtübernahme, wphl nicht richtig studiert werden konnten. Doch selbst eingefleischte und studierte Marxisten brauchten um die 140 Jahre, bevor einige erkannten, dass Marx dem Kapitalismus die Erzeugung der effektivsten Fertigungsmethoden zu erkennt. Plötzlich warfen einige das Ruder herum und begannen ein neues Gesellschaftsprojekt zu entwickeln:

Den Staatskapitalismus.

Und siehe da, es scheint zu funktionieren. Bis dahin sprach so manch "Marxist" mit Inbrunst von einer wissenschaftlich begründeten Weltanschauung und hatte keine Ahnung, wovon er sprach. Noch wurde nur mit den Produktionsmitteln in privater Hand gut und schnell Geld verdient. Meist auf Teufel komm raus.
Marx hat nun diese, sich zwangsweise entwickelte Methode, analysiert und synthetisiert, mit Begriffen und Inhalten versehen, und die dabei geltenden Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten als Ganzes beschrieben. Geld, Ware, Arbeit, Lohn, Mehrwert usw. Der Kapitalismus hatte plötzlich Gesichter und Konturen, nicht unbedingt die Freundlichsten. Natürlich schmeckte dies nicht jedem. Es glich einer Demaskierung, wobei die Maske noch ganz manierlich aussah, aber das Gesicht darunter eher einer Fratze glich. Man wollte so weitermachen wie gewohnt und nicht aufs Brot geschmiert bekommen, dass es nicht gerade menschenfreundlich ist, was man so tut. Dass die Spätmarxisten mit dem Staatskapitalismus sowas wie die Büchse der Pandorra geöffnet haben, das wird sich eventuell erst eine Generation weiter ziegen. Entscheidungsgewalt und matreieller Wohlstand, dass wird alsbald einigen Staatmanagern nicht mehr reichen. Sie werden ihr Ohr der zischelnden Schlange der Macht schenken. Sie werden korrupt, illoyal, falsch und hintgerhältig. Wie und ob das verhindert werden kann? Nun, wer sich auf eine Pokerrunde einlässt, der muss hinnehmen, dass dabei nicht mit dem wahren Gesicht gespielt wird.
Bei der ersten, mehr oder weniger spontanen Runde einer gesellschaftlichen Umwandlung, konnte der dafür ungünstige Zeitpunkt nicht erkannt werden. Mag es durchaus eine moralische Berechtigung für den Widerstand gegen ungezügelde Ausbeutung gegeben haben, aber das als alternativ angebotene Gesellschaftsprojekt hatte einige psychologische Ecken und Kanten. Es wurde am lebenden Körper operiert, ohne Nargose und ohne das dafür notwendige detaillierte Wissen über die manigfaltigen Wechselwirkungen in einer Industriegesellschaft. Da hatte sich das Bürgertum gerade mal gegen die ebenfalls sehr inhumanen und egoistischen Privilegien der Adelsclique durchgesetzt, da kommt ein Kerl und malt den Sieg der erfolgreichen Bürger schwarz an. Das ist doch nicht in Ordnung. Übrigens waren sich in dieser Situation die ehemaligen Kontrahenten, der alte Adel und das neue reiche Bürgertum, ziemlich einig. Da will jemand etwas, für das weder die Zeit reif, noch die Umstände geeignet sind. Trotzdem, siebzig Jahre wurden gebraucht, um diesen gesellschaftlichen Anachronismus wieder in die Linie zu zwingen.
Steht jetzt die Frage, ob es der Versuch trotzdem wert war. So wie von Napoleon sein Code Civil hängen blieb, obwohl es dem europäischen Hochadel ganz und gar nicht schmeckte, so gibt es nun Rechte für die Arbeitern, die kaum wieder abgeschafft werden können. Um die Zwangsvergesellschaftung der Produktionsmittel als Fehler zu markieren und wieder rückgängig machen zu können, dafür musste die Masse überzeugt werden. Da reichten Worte und Versprechen aber nicht. Es mussten Rechte und Freiheiten eingeräumt werden. Das schmeckte manch konservativen Privatkapitalisten sicher nicht.
Das dieser alternative Versuch auf Dauer nicht gut gehen konnte, das lag nicht an der Idee, es lag an der Methode. Es wurden Versprechen gegeben und Rechte eingeräumt, die auf Dauer nicht eingehalten werden konnten. Diese Methode, das blaue vom Himmel zu versprechen, die hat sich in die neue alte Ideologie hinüber gerettet. Erst mal begeistern, um gewählt zu werden. Später kann immer noch zugegeben werden, dass manches nicht so einfach machbar ist. Bedauerlicherweise kann bei einer zentralistischen Regierungsform, mit einer, auf einem einzelnen Menschen konzentrierten Macht, ein solches Eingeständnis nicht erfolgen. Es ist eine Art Monodeismus. Wird dem Chef Unvollkommenheit unterstellt und er würde zugeben Fehler zu machen, dann fällt das Konstrukt des Zentralismus zusammen wie ein Kartenhaus. Ein Despot ist also in der denkbar blöden Situation, alles richtig machen zu müssen. Das schlaucht!
Allerdings begründen die großen Unbedachtheiten der einen Seite noch lange nicht eine fehlerfreie Richtigkeit der anderen Seite. Was dem gegenwärtigen Gesellschaftsprojekt immens schadet, ist diese unprofessionelle schwarz weiß Malerei von manch History-Dokumentaristen. Bei der Geflissenheit, es dem Establishment gerecht zu machen, unterlaufen manch Redaktuer zuweilen peinliche Fehler.
Wenn man 2015 eine 24jährige von den schlimmen Zuständen in der DDR berichten lässt, dann hat sich da jemand schlimm verrechnet oder wollte es bewusst in Unglaubwürdige abdriften lassen.

Der Trieb zum immer währenden Verändern

Von den braven Opportunisten mal abgesehen, unsere Neugier ist ein starker Trieb und eine echte Gier. Steigbügelhalter der Neugier sind die Zweifel. Bisher gab es noch keine Situation auf dieser Erde, in der nicht wenigstens ein paar Zweifel auf kamen, ob es nicht doch irgendwie anders und besser gemacht werden kann. Solche Zweifel kommen vermehrt auf und können dann brisant werden, wenn ein Stamm, eine Sippe oder ein ganzes Land schlecht regiert und angeführt wird. Dann werden Zweifel schnell zu Parolen und daraus entstehen auch mal Barrikaden.
Verständlicherweise sind den Vertretern eines jeden politischen und ökonomischen Herrschaftssystems Zweifel unangenehm. Einfach deshalb, weil es noch kein perfektes System gab, gibt und wohl auch nie geben wird. Dieser Fakt ist jedem Establishment durchaus bewusst. Daher wird versucht einerseits jeden Zweifel zu zerstreuen und andererseits das etablierte System so positiv wie nur möglich darzustellen. Wenn dieser Konservatismus, also das unbedingte Erhalten wollen was ist, übertrieben wird, gibt es meist eine Art automatische Rückkopplung. Werden Zweifel als Teufelswerk hingestellt und dann noch schlecht gepredigt, dass es gar nicht besser laufen kann, als es läuft, initiierte solches Gelaper automatisch weitere Zweifel und Neugier. Die Vox Populi macht zuerst Witze über die Typen an der politischen Front und schimpft sie krumme Hunde. Doch wenn sich nichts ändert, im Gegenteil, wenn es immer schlimmer wird, dann beginnen selbst die Satten und Zufriedenen unruhig zu werden. Jedes politische und ökonomische System, welches sich mehr und mehr der Selbstverherrlichung hingibt, wird dekadent. Dadurch wird es dann innen leicht angreifbar - von außen.
Trotzdem, Zweifel und Neugier können und müssen überholte oder schlecht aufgestellte Systeme zur Aufgabe zwingen. Es wäre schön, wenn solche Übergänge auch zukünftig ohne Blutvergießen und Gewalt ab liefen. Der Ostblock hat es doch vorgemacht. Der Grund dafür lag und liegt wohl im System selbst. Es gab einfach zu wenige Personen, die auch ein privates Interesse an der Systemerhaltung hatten. Der Sozialismus gehörte dem Volk, hieß es. Das war ein wenig zu abstrakt. Keinem Generalsekretär, keinem Kombinatsdirektor und auch keinem General gehörte ein Stück von diesem Sozialismus. Dafür hatten sie aber jede Menge Probleme an der Backe, um den Laden am Laufen zu halten. Für eine solche Selbstvergessenheit war die Zeit wohl noch nicht reif.
Der private Kapitalismus dagegen war noch viel zu mächtiger und cleverer als theoretisch angenommen. Millionen Kapitaleigner hatten und haben was zu verlieren. Darauf konnte und kann gebaut werden. Nun wird mit Akribie auf erneute Anfänge in die Richtung Vergesellschaftung der Produktionsmittel geachtet und alles bekämpft, was nur danach riecht. Aber, man kann die Augen nicht überall haben.

Die Überraschung: Der Staatskapitalismus

Wer konnte denn damit rechnen, dass Marxisten Marx plötzlich verstehen. Zack war der Staatskapitalismus geboren. Industrie- und Finanzmanagern wird ein hohes, erfolgsabhängigges Gehalt zuerkannt und die Möglichkeit eingeräumt, sich einiges dafür kaufen zu können. Nicht nur Autos oder Jets. Auch bisschen Land und große Häuser. So können sie bei der Stange gehalten werden, ohne dass ihnen die unkontrollierte Verfügungsgewalt über die PM, die Produktionsmittel, und die Finanzen überlassen werden muss. Wie so oft, das Geniale ist oft im Einfachen zu finden.
Natürlich ist das eine latente Gefahr für den konservativen privaten Kapitalismus. Dagegen mit brutaler Waffengewalt, dazu war es irgendwann zu spät. Da hätte man sich wahrscheinlich ins eigene Knie geschossen. Der Trick über eine Börse, also so hinten herum, die Staatsbetriebe wieder in Privathand zu transferieren, denn Braten haben die nun gewinnorientierten Kommunisten wohl rechtzeitig gerochen.
Nun waren subversive Methoden gefragt. Kein Gemeinwesen ist doch noch in der Lage, durch die globale Verflechtung und einer weltweiten Informationsüberschwemmung, der zielgerichteten und psychologisch durchdachten Einmischung von außen wirkungsvoll entgegenzutreten. Cyberwar ist nicht allein das Ausspionieren von militärischen Geheimnissen, vielmehr ist es die zielgerichtete Beeinflussung der Bevölkerung eines Landes durch eine fremde Macht, mittels Ausnutzung der gegebenen und vielfach genutzten Informationsträger. Da lässt sich von außen manch schöne Revolte initiieren und geschickt als Opposition tarnen.
Bei einigen Aktionen, speziell bei militärischen, wird auch gern der Schutz der eigenen Interessen als Begründung heran gezogen. Da den Sieger niemand fragen darf, kann dabei gelogen werden bis sich die Balken biegen. Zehn, fünfzehn Jahre später mal kurz die Hose runter lassen und zuzugeben, dass da bisschen geschwindelt wurde, das hat nichts mit plötzlicher Ehrlichkeit zu tun. Es ist ebenso durchdacht wie der Schwindel selbst. Wir sind so stark, dass wir nicht nur schwindeln können, wie es uns gefällt, wir können es sogar zugeben - wenn wir die Zeit dafür als gekommen halten.
Allerdings, bei den vielen Fronten, an denen gekämpft werden muss, den Überblick zu behalten, das ist wahrlich nicht einfach. Da wird sich auch mal schnell verzettelt und strategisch falsch entschieden. Wenn dann auch noch eine für tot geglaubte Macht plötzlich wieder aktiv mitmischt, da gilt ein uralter Grundsatz der Planwirtschaft:
Wer den Überblick verloren hat, der sollte wenigstens den Mut zu Entscheidungen haben!

Der Kampf der Systeme


Der letzte große Sieg der Systeme ging, durch KO, an die extreme Effektivität des privaten Kapitalismus. Jedoch, so eine hohe Effektivität hat auch ihre Schattenseiten. Allerdings sind diese Schatten von außen nur schwer auszumachen. Wenn Bequemlichkeit und hoher Wohlstand vorgelebt wird, ist der Zuschauer dieses höheren Wohlstandes schon bisschen neidisch. Eventuelle Konsequenzen und unschöne Nebenerscheinungen dieses Wohlstandes werden dabei größtenteils ausgeblendet. Es zählen nur der Glimmer und der Glanz. Dies ist insofern verständlich, wenn das eigene System, mit weitaus weniger Effekt, fast noch größeren Schaden an Umwelt und Gesundheit anrichtet.
Bisher konnten diese sogenannt selbstregulierenden Systeme durch kein besseres Verwaltungsprinzip ersetzt werden. Trotzdem, die negativen Aspekte werden immer offensichtlicher und irgendwann wird ein neuer Spartakus zur Rebellion aufrufen müssen.
Die enorme Steigerung der Massenproduktion, für teils ziemlich zweifelhafte Konsumgüter, dies hat einige böse Nebenwirkungen hinterlassen. Alles, was in der Politik durch keine Lobby vertreten ist, kann maßlos missbraucht werden. Nur sollte alsbald von den Verantwortlichen bemerkt werden, dass auch sie auf dem Ast sitzen, an dem sie sägen.
Dann gibt es noch unzählig viele Leute, die mit erhobenen Zeigefingern jeden Missstand in den Medien kommentieren. Die sogenannten Mahner. Sie reden meist in der ultimativen Möglichkeitsform. Es müsste, es sollte, es könnte vieles getan werden. Manche sagen auch es muss getan werden. Nur, um es zu tun, dass wissen sie sehr wohl, ist weit mehr nötig, als es klugscheißerisch zu empfehlen. Davon, von diesen Klugscheißern, da haben wir reichlich und in jeder Alterssparte. Es sollte erwähnt werden, dass diese Typen dem Volk, zumindest einem Großteil davon, schwer auf die Nerven gehen. Sie sprechen, und Verhalten sich dabei, wie Roboter mit einem Ein- Aus Knopf.
Eine weitestgehende Deregulierung der Wirtschaft, der produzierenden wie der finanzierenden Wirtschaft, das wurde gefordert und durchgesetzt. Die dominanten Vertreter dieser Sparten sitzen hinter vielen politischen Verantwortungsträgern und flüstern ihnen ins Ohr, was sie so zu sagen haben.

Wachstum, Wachstum über allem!


Wirtschaftliches Wachstum hat begonnen sich selbst zu verherrlichen. Bedauerlicherweise werden diesem Wachstum Ressourcen geopfert, die nicht mehr nachwachsen. Nachhaltigkeit wurde als Begriff erst populär, als einige Manager die profitable Seite dieser Sichtweise entdeckten. Man hat uns blind in die Misere hineinreiten lassen, gegen Bezahlung und mit satten Gewinnen. Nun sollen wir auch für das wieder hinausreiten müssen bezahlen, möglichst erneut mit Gewinn für die Verursacher. Eine Frechheit, über die wir uns schon ärgern, aber nicht wissen wie sie zu verhindern ist.
Ein Horrorszenarium der Großindustrie ist nicht nur der öffentliche Blick hinter ihre Kulissen. Weit mehr wären es Technologien, welche die überzogen zentralistische Erzeugung und Bereitstellung von lebenswichtigen und vermeintlich lebenswichtigen Produkten, ablösen könnten. Die immer weiterführende Zentralisierung der Warenproduktion und Dienstleistungsbereitstellung führt zu echt seltsamen Situationen. Man nennt diese Tendenz Monopolisierung.
Einige privatrechtliche Gesellschaften, speziell im Bereich der Finanzierung, also des Finanzfond-Management, sind durchaus in der Lage jede staatliche und gesellschaftliche Struktur zu unterwandern und auch zu stürzen. Im Klartext, man kann, so glaubt man es zumindest, jede Regierung davon "überzeugen" zu tun, was sie tun soll. Allerdings sagte wohl schon der alte Newton: Actio gleich Reactio. Auch gegen diese Allmacht wird irgendwann ein Kraut wachsen.
Die Großindustrie braucht ihren unbedingten und bleibenden Einfluss bei der Absicherung der Grundbedürfnisse des Volkes, anderenfalls könnte sie ihre Strukturen nicht erhalten. In den letzten Jahrzehnten haben manche Unternehmen einen so enormen Umfang erreicht, und eine weltweit verzweigte und vernetzte Struktur entwickelt, dass sie ohne Großaufträge für gigantische Anlagen nicht überleben können. Deshalb sind viele Vertreter dieser Lobby auch straff für Europa. Aus dem gemeinsam finanzierten Topf, da können herrlich große Aufträge heraus gefischt werden. Da wird auch mal jemand, von hinten unten, völlig überraschend, an den dafür vorgesehenen Abläufen vorbei, auf einen Sessel gehoben. Natürlich riecht das wieder nach Verschwörung. Ist es keine Verschwörung, es ist einfach nur die zwingend erforderliche Absicherung eines notwendigen Auftragsvolumens.
Zurück zu den Projekten an sich. Natürlich könnte auch mit kleinen Anlagen Geld verdient werden, aber die Marge wäre wahrscheinlich geringer, auch weil es mehr Wettbewerb gäbe. Ein 100 Megawatt Kraftwerk, das kann nicht so aus dem Stand heraus gebaut werden. Ein kleines Heizkraftwerk, auf Basis einer ebenso kleinen Windkraftanlage, mit Wärmepumpe und Regenerativkreisläufen, da könnten talentierte Ingenieure eventuell mitreden. Vielleicht ein wenig weit her geholt, aber nicht ganz abwegig. Die Großen sind Dinos. Harmlose Pflanzenfresser, als auch gefährliche Fleischfresser. Nur wird diesmal kein Asteroideneinschlag für Ablösung sorgen. Trotzdem, eine dezentrale und maximal autonome Selbstversorgung, in einem, auch für kleine Kommunen überschaubaren Rahmen, das ist einerseits technisch bereits machbar, es wäre vernünftig und entspräche auch einer schon einmal gefahrenen Kurve der Evolution. Die kleinen, bisher im Schatten der Dinos dahinvegetierenden Säugetiere, bekamen plötzlich und unverhofft ihre Chance. Doch wie bereits erwähnt, Hilfe von außenhalb sollte heutzutage nicht erwartet werden. Wir werden uns wohl selbst was einfallen lassen müssen.
Die notwendigen Strukturänderungen, bei einem Rückbau der heutigen Dinos, die wären gigantisch. Selbst wenn das technisch-organisatorisch und gesellschaftlich zu stemmen wäre, die Vorstände der Großindustrie und deren Lobby würden es mit aller Macht zu verhindern suchen. Wobei, die politischen Entscheidungen für eine größere Unabhängigkeit der Kommunen werden wohl kaum gefällt werden. Die Lobby der Wirtschafts- und Finanzgiganten würden schon im Vorfeld politisches Sperrfeuer aus allen Rohren schießen. Wie und wodurch es dennoch zu einer Veränderung kommen wird, welche zumindest auf eine erste Hinwendung in Richtung zu mehr Vernunft hoffen lässt, das vorherzusagen ist nicht nur schwierig, es ist gefährlich und daher fast unmöglich. Aber es wird geschehen.
Bisher werden in den meisten Zukunftsvisionen Mega-City´s, mit gigantischen Wohn- und Geschäftssilos, beschrieben, besprochen und animiert. Motivation für diese Visionen ist der zwingend notwendige Erhalt gegebener gesellschaftlicher Strukturen, bzw. deren weiterer Ausbau. Bevor solche Szenarien gestürzt werden können, muss es erst einmal eine überzeugende Vision für eine Alternative geben. Da eine solche Vision weitaus komplizierter ist, als die Visionen auf Basis gegebener Strukturen, wird wohl noch einige Zeit vergehen, bevor sich jemand da ran wagt. Die Verwandlung der Welt in eine dezentrale förderalistische Gemeinschaft mit Millionen einzelner Mitglieder, das geht nicht per Order Mufti. So etwas muss sich, zu einem wichtigen Teil, aus sich selbst heraus entwickeln. So wie sich das Leben selbst, von den kernlosen Einzellern bis hin zu den komplexen Strukturen der Jetztzeit, entwickelt hat. Natürlich wird es dadurch wesentlich schwerer große Projekte, wie eine ISS, einen Flug zum Mars, einen LHC oder giantische Militärkosten zu realisieren. Man bräuchte ja nur noch eine Art Friedenstruppe,welche im Falle einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren kleinen Einheiten eingreift. Einige Grundsätze müssen aber von allen eingehalten werden. Eine Art Grundgesetz, aufbauend auf der Menschenrechtcharta der UN. Erhaltung der eigenen terretorialen Integrität, als auch die Einhaltung der Integrität aller Nachbarn, usw.
Die Menschheit mit einer Ameisenkolonie zu vergleichen, mit klar getrennten Aufgabenbereichen und fest gefügten Strukturen, das ist eine oft gebrauchte Analogie. Sie basiert auf dem Wunsch jedes Establishments, es möge auch bei uns Menschen so möglich sein. Schon bei der Geburt wird jedem der Stempel auf die Stirn gedrückt, was er zu sein hat. Und daran hält sich strikt auch ein jeder. Aber wir sind keine Ameisen. Wir sind Individuen mit Fantasien, Wünschen, Hoffnungen und kulturellen Ansprüchen. Daher ist es falsch, die meisten von uns 7,6 Milliarden Menschen von Anfang an für eine bestimmte Stellung in der Gemeinschaft markieren zu wollen. Das ist kein Part der Evolution. Im Gegenteil, das widerspricht den Regeln der Evolution. Das Verhindern der Entwicklung einer Persönlichkeit, indem ihr einfach keine Chance eingeräumt wird, das bremst, in der Gesamtheit gesehen.

Wir behindern uns selbst

Bevor jedoch auch nur eine Andeutung für eine Entscheidung in eine alternative Richtung möglich sein wird, da muss zuerst jedes Hegemonie-Streben aus unseren Köpfen verschwinden. Das wird noch einige Zeit dauern. Gewalt anwenden, mit dem Ziel andere unterwerfen zu wollen, muss durch das Bestreben, sich als ein Kulturwesen beweisen zu wollen, abgelöst werden. Dazu muss jeder Versuch einer objektiven oder subjektiven Einflussnahme auf andere, mit dem Ziel der Herstellung einer objektiven oder subjektiven Abhängigkeit, um sich dadurch einen privaten Vorteil zu verschaffen und zugleich anderen Schaden zuzufügen, als eine strafbare Handlung angesehen und geahndet werden können. Das sollte als eine Art Grundgesetz in den Alltag einfließen. Aus heutiger Sicht illusorisch, aber ohne Illusionen läuft nun mal nichts vorwärts.
In Erwartung einer schlimmen Heimsuchung wird im Moment nach Alternativen gesucht, bei denen auf nichts verzichtet werden muss, aber trotzdem das Gefühl von vernünftiger Lebensweise hochkommen lässt. Das gleicht aber eher Parzivals Suche nach dem Heiligen Gral oder der Quadratur des Kreises.
Vor der Zeit von TV, Internet, App, Smartphone und Zeitung, da gab es Geschichtenerzähler. Oft von einer Kanzel herab. Doch auch Bänkelsänger, die, wenn sie denn dafür zugelassen, einem Fürsten oder Herzog seine nie erlebten Heldentaten vorsangen. Da wurde mal schnell ein Drache dazu gedichtet oder die Anzahl der besiegten Feinde verdoppelt oder verdreifacht. Wer hätte gedacht, dass aus solchen Bänkelsängern mal Chefredakteure von privaten und öffentlichen TV Kanälen werden würden? Aber Fakestorys gab es schon vor einigen hundert Jahren. Im 18. Jahrhundert, vor der Revolution, waren es Gruselgeschichten über die Bastille in Paris. Da wurden Folter und Grausamkeiten beschrieben, die es nicht gab. Die Bastille war eher ein Luxusknast der Adelsclique. Den Insassen ging es um Meilen besser als den einfachen Bürgern draußen. Zum Zeitpunkt der Erstürmung gab es nur 7 Gefangene und die kämpften auf der Seite ihrer Bewacher. Trotzdem, der Kommandant der Bastille wurde den Gruselgeschichten geopfert. In Zeiten von Aufruhr und Revolte sollte solchen Bacchantinnen niemand im Weg stehen. Richtig auf Touren, zerfleischen sie jeden.

Weltuntergang - da will ich dabei sein!

Schon oft und mannigfaltig wurden Weltuntergänge vorhergesagt. Doch keiner konnte solche Ankündigungen bisher auch umsetzen. Gut so! Jetzt hat es die Menschheit jedoch geschafft, sich ihren eigenen Untergang technisch zu ermöglichen. Mit weltweit rund 16 000 nuklearen Sprengköpfen ist es locker möglich nichts übrig zu lassen. Ja, liebe Naturwissenschaft und Technik, da sollten in Zukunft ein paar ethische, also moralische Aspekte in den Forscherdrang einfließen. Nicht jede Entdeckung ist sinnvoll und erwünscht. Wenn die Wissenschaft ihre unbedingte Unabhängigkeit fordert, wenn die Forscher gern tun und lassen wollen, was sie für gut und richtig halten, dann sollten sie sich auch unbedingt selbst finanzieren. Zurzeit jedoch, da finanziert die Masse der Steuerzahler und Konsumenten die meisten Forschungsprofis. Da dürfe es nicht allzu sehr vermessen klingen, wenn gefordert wird, auf alle nur erdenklichen Folgen einer eventuell zu erwartenden Entdeckung zu verweisen. Und zwar bevor überhaupt versucht wird zu entdecken. Irgendwie sollte in Zukunft eine Art Negativattest vorliegen. Keine Spätfolgen dürfen mehr verharmlost oder verheimlicht werden. Dazu muss und darf eine peinliche Befragung erlaubt sein. Besonders dann, wenn im Geheimen und für militärische Zwecke geforscht wird. Dem sollte viel mehr und intensiver auf die Finger geschaut werden dürfen. Zugleich auch eine juristisch wirkungsvolle Handhabe gegen Verletzungen der ultimativen Nachhaltigkeit gegeben sein. Wer der glaubt, die Betreiber der Kernkraftwerke wären von der Masse der abgebrannten Brennstäbe und den anderen verstrahlten Bauteilen überrascht, der ist schon sehr naiv. Den Kernkraftwerkern und auch den Petrolchemikern, beiden war von Anfang an durchaus bewusst, dass es auf Dauer Probleme geben wird, für die es keine wirkliche Lösungen gibt. Man vertraut und vertraute auf einen Effekt, für den wir noch einen Namen finden müssen. Würden wir erkennen, wo und wie schwer wir übers Ohr gehauen werden, zugleich die eigene Naivität und Kurzsichtigkeit nicht wahr haben wollend, sind schlimme Psychosen die Folge.

Von Krieg und Kriegsgeschrei- weit hinten, weit, in der Türkei (Faust, 1.Teil)

Die permanente Konfrontation mit Problemen, die weit außerhalb des sozialen Daseins und auch außerhalb einer möglichen Beeinflussung durch die zuhörenden und zuschauenden Bürger liegen, die sorgt jetzt für einen seltsamen Frust. Bedeutungslosigkeit kommt auf. Für die unmittelbare soziale Umgebung wird kaum noch Interesse aufgebracht. In Anbetracht der täglichen Konfrontation mit den "großen Probleme" der Welt, da ist das geklaute Fahrrad des Jungen von nebenan oder die etwas vorzeitige Schwangerschaft des Mädchens aus dem Block gegenüber, doch kaum noch erwähnenswert. Doch genau dort liegt der Hase im Pfeffer. Es ist die Entwöhnung der Gedanken des normalen Bürgers von seiner Normalität. Hinzu kommt, dass neben einer psychopathischen Sehnsucht nach dem großen Knall, uns eine weitere Manie eigen zu sein scheint. Es ist der unbedingte Zwang zu glauben, wir müssten uns stets und ständig für etwas entscheiden. Wir tun dies auch ständig, weil wir überschwemmt werden mit Aufforderungen uns zu entscheiden. Natürlich auch für eine ideologische Ausrichtung, doch mehr noch die Aufforderungen nur dieses oder jenes zu kaufen. Nur diese Butter, nutze nur jenes Haarwaschmittel oder diesele dich nur mit diesem Parfüm ein, weil es dich glücklich macht. Dieser Unsinn hat zur unsinnigen Aufwertung des Unwichtigen und Belanglosen geführt.

Entscheidung ist auch stets eine Ablehnung

Was heißt das aber, sich zu entscheiden? Es sollte eine bewusste Handlung sein, welche auf der Basis des Abwägens von mehreren Alternativen, aus selbstgemachten oder übernommenen Erfahrungen heraus und deren verstandesmäßigen Verarbeitung, getroffen wird. Eine solche Entscheidungsfindung kostet Kraft. Der Trieb zur schnellen und einfachen Entscheidungen resultiert also auch aus einer gewissen Energiebewusstheit. Der Zustand dazwischen, zwischen mehreren Möglichkeiten der Weltsicht und deren Zulassung, der kostet wesentlich mehr Energie, als sich einer simplen physischen oder/und psychischen Vorgabe anzuschließen. Das Phänomen der Massenbeherrschbarkeit liegt also auch in der Tatsache begründet, dass für die Bewältigung der alltäglichen Probleme das "gemeine Volk" fast seine gesamte Kraft aufbringen muss. Da kann es nicht noch ewig darüber nachdenken, welche Ecken und Kanten diese oder jede politische Ausrichtung haben könnte. Es gilt über die Runden zu kommen. Es geht daher bei Propaganda meist auch weniger um komplizierte Inhalte, weit mehr um oberflächige Eingängigkeit. Propaganda soll desweiteren das Gefühl suggerieren, im Falle des sich nicht Anschließens an die vermittelte Gemeinschaft, als Außenseiter oder gar Verlierer zu gelten. Natürlich ist es nicht nur das Recht, sondern auch eine Pflicht des Establishments, für eine gewisse Stabilität im Denken zu sorgen. Wird es jedoch übertrieben, dann kehrt sich der Effekt um. Die Gefahr von Propaganda besteht darin, dass es im Falle des Verlustes ihrer Glaubwürdigkeit kaum noch eine Chance gegeben ist, diesen Verlust wieder auszugleichen. Wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er selbst die Wahrheit spricht. An dieser Stelle muss auf eine sehr zweifelhafte Situation verwiesen werden. Es sind die Gehälter von so manch Geschäftsführern vermeintlich gemeinnütziger Vereine. AI- also Amnesty International- gönnte seiner Generalsekretärin, einer gewissen Irene Khan aus Bangladesh, eine Jahresgehalt von 630 Tausend USD und bei ihrem Ausscheiden noch einmal 650 Tausend Dollar Abfindung. Und dann verblödet sich diese Dame auch noch ein Buch zu verfassen, in dem sie sich mit der Armut der Welt auseinandersetzt. Wie falsch und unehrlich kann man noch sein? Trotzdem, wo und wer erlaubt solche Gehälter in Organisationen die aus Spenden finanziert werden? Sich darüber aufregen, dass es sowas gibt? OK, nichts dagegen. Fragen wieso?! Nicht gut!

Der freie Wille - ein Thema von schier unendlicher Breite und Tiefe.

Ein Versuch, diesen Begriff mit Worten so auszufüllen, dass damit alles erklärt werden kann, der dürfte kaum gelingen. Schon deshalb nicht, weil die Bandbreite dafür so groß ist, dass die Mannigfaltigkeit von Eigensinn und Willenskraft einfach nicht in Worte gefasst werden kann. Jedoch eigene Wege zu gehen, wozu ein eigener Wille nötig ist, das war, ist und wird es auch bleiben, ziemlich anstrengend. Schon deshalb, weil alle Angepassten dem Eigenwilligen nicht mit Wohlwollen entgegentreten. Angepasste wollen, dass alle angepasst sind. Anderenfalls müssten sie sich Gedanken darüber machen, wer die bessere Einstellung zum Leben hat. Genau das, das darüber nachdenken müssen, das wollen viele nicht. Können aber nicht anders, als es andauernd zu tun. Ohne die Außenseiter, ohne diese Eigenwilligen, da hätte es eine große Zahl wichtiger Ereignisse nicht gegeben. Wenn ein jeder alle Umstände und jede mögliche Konsequenz eines Aufbegehrens vorher durchdenkt, den Code Civil gäbe es nicht, die Erklärung der Menschenrechte wäre nicht verfasst wurden und vielleicht würden noch immer Sklaven nach Amerika verschifft. Auch wenn wir weiterhin dem Mehrheitsphänomen folgen und den eigenen Verstand teilweise darin aufgehen lassen, ohne die Querdenker wären wir wohl nicht mal bis zur Drei-Felder-Wirtschaft gekommen.
Bevor wir jedoch uns für eine neue Sache entscheiden, also uns für eine Neuheit auf die Barrikaden locken lassen, da muss es schon dicke kommen. Gewohntes zu verlassen fällt uns schwer, solange das Eingefahrene noch irgendwie zu ertragen ist. Mit Barrikaden sind nicht zwingend Hindernisse voller kämpfender und schießender Revolutionäre gemeint. Oft sind es innerliche Barrikaden, die es zu überwinden gilt. Sich für eine andere Sicht und Lebensweise als die bisher Gewohnte zu entscheiden, das führt zuweilen zu einem komplizierten inneren Kampf und nur selten zu einem Kampf auf einer echten Barrikade. Ein Phänomen ist das nicht erwartete Wirken eines starken Willens. Menschen, die eher zurück gezogen leben, werden, unter bestimmten Umständen, zu Helden oder selbstlosen Anführern. Es scheint eine Tatsache zu sein, dass es viele Menschen mit außergewöhnlichen Qualitäten gibt. Leider ist das Auswahlsystem für entsprechende Aufgaben nicht wirklich effektiv. Die unselige Weitergabe von Machtbefugnissen an direkte Nachfahren, ohne die dafür notwendigen Qualitäten zu hinterfragen, hat einige Adelshäuser aus der Bahn geworfen und ganze Völker ins Verderben gestürzt. Leider wird noch immer diese lebensfremde Methode praktiziert. Eine Machtposition, selbst wenn es nur eine repräsentative Position ist, wird an die Nachkommen weiterzugeben. Sicher auf dem absteigenden Ast, aber selbst beim Volk noch immer beliebt. Sicher auch dem Glanz und Glimmer, mit dem sich so manche Monarchen umgeben, geschuldet. Bezahlt vom Steuerzahler. Wie in alten Zeiten. Andererseits, eine starke Führungspersönlichkeit mit echt guten Qualitäten an der weiteren Ausübung einer vernünftigen Macht zu hintern, weil da mal ein Gesetz formuliert wurde, mit dem die mögliche Despotie eines Einzelnen verhindern werden soll, ist ebenso fraglich. Allerdings konnte bis heute keine Methode gefunden werden, wie das eine verhindert wird, ohne das andere zu beschränken. Es kann echt angenommen werden, dass es starke Persönlichkeiten, mit ausgeprägten Wille und guten Qualitäten, in ausreichendem Maße gibt. Nur fehlt unserer Spezies bisher das Handwerkzeug diese zu finden und einzusetzen. Unter Handwerkzeug ist aber nicht die technische Fähigkeit zu verstehen, durch irgendwelche Programme eine Auslese vorzunehmen. Um einen wahrhaftig geeigneten Menschen zu finden, müssen weit mehr Aspekte einer Persönlichkeit unter Augenschein genommen werden, weit mehr als der komplizierteste Algorithmus eines Programms auch nur annähernd abdecken kann. Da es also stets einen Menschen geben muss, welcher die Entscheidung für einen Geeigneten fällt, hängt der Makel der persönlichen Verantwortung an einer solchen Entscheidung. Geht es gut, was es Schicksal. Geht es schief, war es der Trottel, der entschieden hat.
Dieser immerwährende Zwang zur Entscheidung scheint etwas Grundsätzliches zu sein. Auch in der Quantenwelt ist er gegeben. Sobald sich die kleinsten Teile beobachtet fühlen, nehmen sie eine Art Habt-Acht- Stellung ein. Verhalten sich anders, als sie es tun, wenn sie sich nicht beobachtet fühlen. Treffen eine Entscheidung. Klingt etwas mystisch, ist aber eine Tatsache. Es gibt wohl ein Level, bei dem noch alle Möglichkeiten drin sind. Eine Art Nulllevel, wo noch keine einzige Entscheidung gefällt werden musste, noch keine Struktur mit Zwängen existiert. Sobald eine Entscheidung gefällt werden muss, weil es dafür eine Anregung gab, entsteht eine Struktur. Strukturen zwingen ihre Bestandteile innerhalb zu einer bestimmten Position, in der sie einen wesentlichen Teil ihrer Freiheitsgrade aufgeben müssen. Es geht in Richtung geringerer Entropie. Je komplizierter die Strukturen werden, umso geringer ist die Entropie der Bestandteile. Dass dies auch was mit Temperatur zu tun hat, ist selbstredend. Komplizierte Strukturen können nur in einem bestimmten Temperaturbereich entstehen und stabil bleiben. Steigt die Temperatur über ein bestimmtes Maß, können sich die Bestandteile aus ihrer Zwangslage befreien, weil sie die dafür benötigte Energie zugeführt bekommen. Grundsätzlich kann gesagt werden, beim Nullpunkt, also 0 Grad Kelvin oder minus 273,6 Grad Celsius, da ist zappenduster, da ist alles total zur Ruhe gekommen. Allerdings kann dieser Punkt nicht erreicht werden. Nahe dran schon, aber nie erreicht, weil es da einen Widerspruch gibt. Das Beenden jeglicher Aktivität, jeder noch so kleinen Bewegung, auch im Bereich der Elementarteilchen, ist ein Paradoxon. Die andere Richtung, bei hohen Temperaturen, da lösen sich alle Strukturen auf. Da geht es aber schon in die zig Millionen Grad Celsius. Der ewige Kreislauf von Bindungen und dem wieder Auflösen dieser Bindungen, besser gesagt, die nicht Beherrschbarkeit dieser Abläufe, ist ein Problem bei der künstlichen Kernfusion. Das erzeugte 100 Millionengrad heiße Plasma ist nicht homogen. An einer Stelle könnte die Fusion funktionieren und nur Sekundenbruchteile später ist es an dieser Stelle wieder zu "kalt" für eine Fusion. Dieses Plasma ist ein wabelndes Etwas, mit heterogenen Strukturen. In den Sternen ist genügend Platz, um wenigstens ein paar Prozent der elemantaren Zusammenstöße zu einer Fusion werden zu lassen. Man schätzt kaum mehr als 5 Prozent. Das auf der Erde künstlich nachzuvollziehen, da dürften noch einige große Probleme im Wege stehen. Das kurz dazu.

Glaube braucht einen Gegenstand

Dann gibt es noch das große Thema der transzendentalen Überlegungen und Meditationen. Ob und wie das weiterhelfen kann, wenn unendliche Diskurse und sonore Andeutungen darüber geführt und gemacht werden, was vor oder hinter dem von uns erkennbaren und verstehbaren liegen könnte, das ist einerseits zwar ungefährlich, aber andererseits oft zu intellektuell. Es führt kaum zu notwendigen analytischen Erkenntnissen über unser gegenwärtiges Dasein. Die Aspekte des Daseins sind wie mit einer Art Gummiband verbunden. Es hält das Ganze zusammen, aber sichert zugleich eine notwendige Distanz. Ein wohl grundlegenter Dualismus unseres Daseins ist die Unbedingtheit der sich bedingenden und zugleich abstoßenden Zweisamkeiten. Nichts, aber auch gar nichts, kann als etwas Einzelnes existieren. Es muss stets eine Differenz zu etwas adäquaten geben. Eine Kraft kann sich nur durch eine Gegenkraft manifestieren. Insofern ist die Überlegung, dass es zu unserem Universum der Materie ein Gegenuniversum der Antimaterie geben muss, keine pure Spekulation. Auch wenn das kleinste Zusammentreffen von Teilen dieser beiden Universen zu einem echten Big Bang führen würde, so kann es im Gleichgewicht des Ganzen nur so sein, dass es, wenn auch mit der notwendigen Distanz, eine Gegenkraft geben muss. Diese galaktische Balance ist so gigantisch, dass wir sie nie werden wahrnehmen können. Müssen wir auch nicht. Es reicht, wenn wir sie denken. Eine gewisse Quasistabilität in allem ist aber ebenso zwingend. Eine gesellschaftliche Struktur kann nicht ständig durch eine vermeintlich bessere Struktur abgelöst werden, nur weil das Gegenwärtige als nicht perfekt erkannt wurde bzw. schlechter als etwas theoretisch Vergleichbares angesehen wird. Das würde zu ständiger Anarchie und immerwährendem Chaos führen. Notwendige Veränderungen bedürfen, wenn sie zu einer neuen Stabilität führen sollen, einige unbedingte Voraussetzungen:
1. Einen offensichtlichen Widerspruch von Herrschaftsanspruch und gesellschaftlichen Notwendigkeiten.
2. Eine überzeugendes und verständliches Konzept, wie es besser laufen kann.
3. Natürlich ist auch ein charismatischer und glaubwürdiger Sprecher und Anführer von Nöten.
Dieser dritte Punkt ist der wohl Schwierigste bei einer Umwälzung. Dabei ist es egal, ob es eine richtige Revolution ist oder nur eine Palastrevolte wird. Der menschliche Faktor ist und bleibt der Unberechenbare in unserer Existenz. Geboren wird jemand weder als furchtloser Kämpfer, noch als hartnäckiger Umsetzer. Meist macht das Schicksal des Daseins aus dem einen Kämpfer am Berg und aus dem anderen einen, der die Mühen der Ebene ausfüllt. Gut, ein paar Anlagen können dies unterstützen oder auch behindern. Wohl dem, der eine Ecke findet, wo er sich, seinen Anlagen gemäß, verwirklichen kann. Das muss nichts Großes sein. Manch einer findet im Kleinen eine viel tiefere Befriedigung. Dieses Forschen auf Teufel komm raus, das hat zu seltsamen Blüten geführt. Da gibt es eine Broschüre mit dem Titel "Forschen auf Deutsch" von einem gewissen S. Bär - ein Preudonym. Viele Institutsleiter und Dekane haben auch gleich versichert, dass dieser Autor bei ihnen nicht beschäftigt gewesen sein kann. Die aufgedeckten Hintergründe deutscher Forschungslandschaft, die dürften nicht typisch deutsch sein. Viele Prof´s haben junge und willige Doktorantinnen gern und zuweilen ist das Thema eher nur für die Ablage gedacht. Aber die menschliche Neugier sucht schon nach neuen Erkenntnissen, mit denen wir erklären können, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings ist es Augenwischerei, diese Suche, und die damit verbundenen Kosten, so zu begründen, dass es alsbald, und zum Wohle aller, zu einem großen Erkenntnissprung kommen wird. Die 5 Milliarden Baukosten der LHC in Cern und die ebenso hohen Betriebskosten dieses Teilchenbeschleunigers damit zu begründen, dass das Higgs-Teilchen gefunden wurde - nun gut, kaum einer fragt doch wie und wo. Die elitäre Gemeinde der selbsternannten Vordenker sagen es wäre wichtig. Wer könnte da was entgegnen? Schon deshalb nicht, weil es kaum wer verstanden hat, wie, was, wer und wo. Mal ehrlich, wenn wir die Vorteile den Nachteilen von so manch spektakulärem Ereignis, zum Beispiel die Mondlandungen in den Siebzigern, mal gegenüberstellen, dann wäre es wahrscheinlich besser gewesen der Stanley Kubrick hätte das ganze Theater wirklich nur im Studio gefilmt. Auch auf dem Mars wird für unsere Probleme keine Lösung zu finden sein. Wir müssen es hier und heute selbst klären. Gut, ein paar Fondmanager auf den Mars zu schicken, ohne Rückfahrkarte, dadurch könnte manch zukünftiger Crash verhindert werden.

Vom Instikt zum Verstand

Damit kommen wir zu dem Teil Evolution, der uns noch ziemlich belastet. Der Schritt von instinktgelenkten Tier zum vernunftbegabten Lebewesen. Das war kein Hopser. Wir sind da auch noch nicht durch! Im Erkennen stoßen wir in einem fort an Grenzen, die wir ganz gern Umgehen, weil diese Grenzne unsere Erkenntnisanspruch, na sagen wir, etwas behindern. Aber dabei geraten wir zuweilen in die Irre. Da ist zum Beispiel ein Fakt in unserer prenatalen, also vorgeburtlichen Entwicklung. Da werden bereits im Mutterleib Programme installiert, welche die äußerst komplizierten Abläufe der Systemerhaltung unseres Körpers regulieren. Vor jeder sinnlichen Wahrnehmung gibt es also Geschehnisse, die sich unserer Einflussnahme und Erkenntnisgier entziehen. Das ist so und es wird so bleiben. Dass aus sogenannten Stammzellen dieses und jenes spezielle Organ erwachsen kann, das könnte gerade noch so hingenommen werden. Aber wie sich in einem Organ, dem Gehirn, welches ja noch nicht einmal voll entwickelt ist, zwischen Milliarden Neuronen und Ganglien Synapsen bilden können, welche die komplizierten Abläufe in dem sich entwickelnden und dann geburtsreifen Fötus steuern, das dürfte einige Etagen höher angesiedelt sein. Nein, nein nicht Überirdisch, doch schon fast mystisch. Dem kann man sich weder empirisch nähern, noch durch reine Nachdenklichkeit und Logik allein erklären. Hier beginnt das Feld des transzendentalen Erkenntnisbegriffs. Wir sind in der Lage mehr zu erkennen, als uns die Sinnesorgane als Wahrnehmung offenbaren. Die reine Nachdenklichkeit kann uns überhaupt erst auf das Niveau einer höheren Erkenntnis bringen. Erkenntnisse, die empirisch nicht zu erforschen sind. Natürlich ist den Naturwissenschaften eine klar formulierte und hinreichende begründete Grenze der empirischen Erkennbarkeit der Welt ein böses Sakrileg. So eine verbindlich postulierte Nichterkennbarkeit würde Millionen Forschern quasi den Boden unter den Füßen wegziehen. Es ist so schon schwierig genug der steuerzahlenden Mehrheit immer wieder die Notwendigkeit und Sinnvölligkeit dieses und jenes Forschungsthemas zu erklären und zu begründen. Was tanzen da Unmengen von Archäologen um die Pyramiden in Ägypten. Was wurden nicht alles für Forschungszweige benannt, die bereits durch ihren Namen ein allgemeines Verständnis verhindern. Denn, was nicht verstanden wird, das kann auch nicht angezweifelt werden, hofft man.
2.1 Biologische Anthropologie
2.2 Forensische Anthropologie
3 Geisteswissenschaftlicher Ansatz
3.1 Sozialanthropologie
3.2 Kulturanthropologie
3.3 Rechtsanthropologie
3.4 Philosophische Anthropologie
3.5 Historische Anthropologie
3.6 Theologische Anthropologie
3.7 Industrieanthropologie
3.8 Medienanthropologie
4 Andere Ansätze und Mischformen
4.1 Anthropologie in den Sozialwissenschaften
4.2 Psychologische Anthropologie
4.3 Pädagogische Anthropologie
4.4 Kybernetische Anthropologie
4.5 Medizinische Anthropologie
Das sind nur die Anthropologen. Da gibt es noch die Paläontologie und ihre Zweige. Eines Tages haben wir nicht genug Menschen, um alle Forschungsgebiete zu bestücken! Doch alle bekommen ein gutes Gehalt und hier und da Penunse für ihre Forschung. Vor vielen Jahrzehnten nannte man solche Themen: Bestimmung des Benzinverbrauchs der Maikäfer bei Blindflug. Ein Schelm, wer arges dabei denkt. In der praenatalen Forschung, also die Forschung, welche sich mit der Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt beschäftigt, wird nun nach komplexeren Partituren gesucht. Neben der simplen Bauplanweitergabe durch die DNA und dem G-NOM, könnten Schwingungen eine Art Melodie, ja eine ganze Symphonie, erklingen lassen. Die so schon komplizierten Vorgänge bei der Duplizierung und Sequenzierung der DNA Stränge, würde dadurch um ein, noch weitaus komplexeres und komplizierteres Level, erweitert. Dabei kommt es Stückweit zu einer Art freier Variation zum Thema Aufbau eines neuen Lebens. Ähnlich einem Dirigenten, der in einem großen Orchester jedem Instrument seinen Platz für die Harmonie einer Symphonie zuweist. Obwohl jedes Mitglied des Orchesters seinen speziellen Part kennt und sicher perfekt wiedergeben kann, so wirkt sein Spiel aber erst als Symphonie, wenn es in einem Orchester perfekt eingebunden ist. So ein Orchester muss man sich in einer milliardenfachen Besetzung vorstellen. Dabei könnte, und wahrscheinlich ist das auch so, der "Dirigent" einige individuelle Gesichtspunkte in die Umsetzung der Partitur einbringen. Die uns lieb gewordene Schritt für Schritt Entwicklung, also alles schön nach Plan, eins nach dem anderen und alles straff festgelegt, das müssten wir verlassen. Der große Dirigent könnte auch die Varianten der spontanen Mutationen veranlassen. Allein diese Theorie zeigt, wie sich bei der Suche nach Erkenntnis schnell ein weiterer großer und unerforschter Raum auftun kann und dadurch vieles neu überdacht werden muss.

Baum der Erkenntnis

Das Naschen vom Baum der Erkenntnis,das soll den beiden Erstlingen verboten worden sein. Es geht dabei nicht um irgendeine Frucht, es geht um Zweifel, um Neugier, um Wissen, um Hintergründe - die Verfasser des Alten Testaments wussten genau, was sie da niederschrieben. Zweifel und Neugier können Ungehorsam und Aufsässigkeit hervorrufen. Deshalb sollte diese Frucht unbedingt gemieden werden. Und mit dem ersten Gebot, der Zehn Gebote, wurde zugleich eine ziemlich ultimative Beschränkung vorgegeben: Ich bin der Herr, dein Gott? Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
Dies einzuhalten ist aber nur dann gesichert, wenn keine Zweifel aufkommen und Neugier nur in beherrschbarem Maße und für vorgegebene Bereiche ausgelebt werden darf. Also Paradies ist dann gegeben, wenn wir völlig Gedankenlos durch die Gegend stolpern und uns als Adam nicht mal für die erkennbaren äußeren Unterschiede zur Eva interessieren und auch sonst den lieben Gott einen frommen Mann sein lassen. Dass da eine Schlange, sozusagen als Verführer ins Spiel kommt - später als Teufel benannt - das riecht verdächtig nach Ausrede. Wahrscheinlicher ist, dass da bei der Schöpfung einiges, ja wie soll man sagen, bisschen locker gebacken wurde. Schließlich war es das eigene Werk welches ungehorsam wurde. Professionell konstruiert und programmiert hätte das nicht passieren dürfen. In der patriarchischen Gesellschaft der altem Juden damals, bei den Verfassern des Alten Testaments, da musste das Weib als Sündenbock herhalten. War nicht ganz fair. Die Grundidee wurde zwar von der Gilgamesh- Sage bisschen abgeschrieben, nur dass dort dem Weib nicht diese Erbsünde in die Schuhe geschoben wurde. Vielleicht hatten die Verfasser des Alten Testaments Probleme mit ihren Frauen? Haben alte Männer ja oft. Natürlich konnten die Herren damals nicht ahnen, welche historische Dimension ihre Schriften eines Tages haben werden. Bei der Übernahme dieser monodeistischen Religion in die Staatsreligion des Römischen Reiches, da ist es als Vorteil erkannt worden: Ein Gott, ein Kaiser - das war doch wesentlich einfacher zu praktizieren, als diese kaum zu überschaubare Vielzahl von Göttern, die man aus dem Griechischen übernommen hatte. Da musste einfach mal bisschen Linie rein gebracht werden. Bis dato sprach man von dem Liebling der Götter. Nur, ob ihn alle Götter liebten oder nur manche, das ließ immer wieder Zweifel aufkommen. Bei einem Gott mag es schwieriger sein, dessen Gunst überzeugend zu demonstrieren, aber wenn die eigene Macht erst einmal, auf der Basis eines allmächtigen göttlichen Willens, erfolgreich verklickert wurde, dann war die Machtpraxis sehr viel leichter zu handhaben.

Der Zwang zur Struktur, zur Ordnung

Von völliger Ungezwungenhiet mit unendlichen Möglichkeiten, eine Struktur bilden, dafür muss es eine Ablass geben. Wenn bei dem berühmten Doppelspaltexperiment die Teilchen in Ruhe gelassen werden, zeigt sich ein Interferenzmuster, wie bei einer Welle. Wenn jedoch der Weg der Elektronen durch den Doppelspalt mit einem Detektor gemessen wird, schwupp geben sich die Elektronen nur noch als Teilchen und das Interferenzmuster verschwindet. Bei Photonen dasselbe Spiel. Wie durch so einen Detektor die Teilchen beeinflusst werden, da ist man wohl noch nicht dahinter gekommen. Die Teile, zu denen wir Elektronen sagen, schwirren um den Kern eines Atoms, heißt es. Dabei bilden sie bestimmte Figuren, sogenannte Orbitale. Je nachdem, welche Figur diese Orbitale nun bilden und mit welcher Frequenz sie dabei schwingen, haben sie mal mehr und mal weniger Potential, also Energie. Dazu wurden weitere spezifische Eigenschaften dieser Winzlinge mit Worten benannt: Haupt- und Nebenquantenzahl, magnetische Drehimpulsquantenzahl und magnetische Spinquantenzahl - so definieren es die Forscher. Nur zum Verständnis, solche Begriffe sind Menschenwerk. Im Verlaufe einer Forschung stößt man auf ein Phänomen und versucht dies irgendwie zu isolieren und dann zu definieren, mit einem Begriff. Aber eher sind es Anschauungen. Die gesamte Komplexität, die gegenseitigen Überlagerungen und Wechselwirkungen auf mehreren Ebenen, die kann kaum erfasst oder beschrieben werden. Es ist eine Dynamik in mehreren Dimensionen. Erwin Schrödinger hat eine partielle Differentialgleichung, zur Beschreibung des zeitabhängigen Verhaltens von nicht relativistischen Elementarteilchen, aufgestellt. Fragen sie mal, wie viel lebende Menschen diese Gleichung interpretieren können? Abgesehen davon, wenn das Elektron mit hoher Geschwindigkeit um den Kern rast, dann muss es relativistische Eigenschaften annehmen. Wenn nun noch Masse- und Zeitdilatation mit in diese Gleichung einfließen würden, dann wird jemand gesucht, der es noch versteht. Es zeigt sich, dass eine verständliche Erklärung von Erkenntnissen, je tiefer diese in die Geheimnisse des Seins eindringen, immer schwieriger werden und somit auch immer unverständlicher. Schließlich muss der Welt eine solche Erkenntnis erklärt werden, wenn sie denn als zutreffend anerkannt werden will. Diese Gegenläufigkeit von Erkenntnistiefe und Verständlichkeit, je tiefer umso unverständlicher, könnte als eine Art Schutzfunktion vor allzu aufdringlicher Neugier aufgefasst werden.

Von Begriffen und Anschauungen

Es gibt einige gängige Begriffe, die wir mal locker im Alltäglichen verwenden. Zum Beispiel den Begriff Energie. In manchen Fiktionen wird von reiner Energie geschrieben und gesprochen. Nur hat bis jetzt noch niemand den Zustand reiner Energie gesehen, erlebt oder ihn gar beschreiben können. Eigentlich ist es mehr eine Anschauung. Energie manifestiert sich uns als eine Kraft mit einer Wirkung, die wir als verrichtete Arbeit bezeichnen. Pure Energie, ohne Bindung an Masse oder an Strahlung, das ist Fiktion. Wenn da in Roddenberry´s Future ein Wesen aus reinster Energie auftaucht und so weißlich, neblig durch Wände geht, dann sieht das zwar lustig aus, aber ohne eine Reflexion, bzw. ohne emittieren von elektromagnetischer Strahlung auf irgendeiner Oberfläche, da könnten wir nichts, aber auch gar nichts sehen. Reine Energie ist eine Anschauung. Da wir unbedingt bis zum Kern allen Seins vordringen wollen, musste auch dieser Potenz unserer materiellen Umwelt eine ideale Grundform zuerkannt werden.
Interessant, in diesem Zusammenhang, sind die sogenannten Gravitationswellen. Sie verformen den Raum, heißt es. Das heißt aber, es gibt Raumelemente mit einer bestimmten Charakteristik und andere, mit davon verschiedenen Eigenschaften. Wenn wir also einer Erscheinung verschiedene Eigenschaften zuerkennen, dann müssen wir irgendwann diese Eigenschaften auch definieren können. Also wie kann Raum vor einer Gravitationswelle deformiert werden? Ein Hammer kann glühendes Eisen deformieren, weil es kinetische Enerie gibt, die in in Verformungsenergie umgewandelt wird. Energie kann nicht erschaffen und nicht zerstört werden, lediglich umgewandelt. Wenn der Hammer das Eisen verformt hat, dann hat er seine kinetische Energie, übertragen durch Muskelkraft, dazu benutzt eine gedankliche Vorstellung dessen zu realisieren, der den Hammer in Bewegung gesetzt hat. Gedankliche Energie wurde, über die motorischen Befehle an die Muskulatur, in eine materielle Form überführt. Diese Transformation ist schon eher im Bereich des Transzententalen anzusiedeln. Die bewusste Umformung materieller Objekte hin zu einer Form, welche bis dahin lediglich als Vorstellung in einem Bewusstsein existierte, das ist mit den Regeln der Mechanik nicht zu erfassen. Wir benötigen dafür noch die Energie, welche durch den Transport von abbaubaren Potentialen in unserer Muskulatur, umgefomrt werden kann, zu einer Kraft wird und damit Arbeit verrichtet. Wir bewussten Lebenwesen haben unserer Umwelt in den letzten Jahrhunderten gigantisch nach unseren Vorstellungen umgeformt, weil wir es konnten. Doch nicht alles was man kann, sollte auch getan werden. Manches Tun sieht bewusst nur den Effekt, nicht immer die Auswirkungen. Trotzdem, die stärkste Kraft im Universum sind die Gedanken. Noch brauchen sie die Hilfe des Körpers. Vielleicht, eines fernen Tages, können Gedanken bis in die subatomaren Bereiche vordringen und aus den dort gegebenen Möglichkeiten eine Struktur nach ihrem Willen werden lassen. Das wäre schon fast göttlich.

Manches könnte ganz anders sein

Zurück zum Kleinsten. Jeder Vergleich hinkt, heißt es. Trotzdem, wenn den Elektronenwolken von außen Energie zugeführt wird, zum Beispiel durch das Hineinpumpen von elektromagnetischen Kräften mittels wechselnder Magnetfelder in Generatoren oder durch das Auftreffen und Absorbieren von Photonen, gilt die Auffassung, dass dabei Elektronen aus ihrem atomaren Verband herausgelöst und zur weiteren Verwendung auf Tour geschickt werden. Ich empfinde diese Sichtweise nun wieder ein wenig zu mechanisch. Wenn es an dem wäre, dann würde es in einem Leiter hinten zu einem Elektronenmangel und vorne zu einem Elektronenstau kommen. Wo sollen, bitte schön, die vielen Elektronen herkommen, wenn eine satte Stromstärke durch einen Leiter fließt. Solange keine Potentialdifferenz abgebaut wird, keine Leistung abgefast wird, keine Arbeit verrichtet, liegt lediglich Spannung an, sagt der Elektriker. Das sollen Elektronen mit negativer Ladung sein. Ich fürchte, das könnte eventuell anders sein. Keine Elektronen, sondern Potentialdifferenzen werden weitergegeben. Inzwischen weiß man, es gibt die verschiedensten Orbitalfiguren, also dreidimensionale Gebilde, die einen Atomkern einhüllen. OK, diese elektromagnetischen Felder schwingen. Mal mehr und mal weniger. Aber sie haben wohl auch einen Schwingungszustand, der für sie so etwas wie der stabilste und damit bequemste Zustand ist. Werden diese Wolken nun von außer angeregt und damit zu Figuren veranlasst, die außerhalb das angenehmen Idealzustands liegen, wird sofort versucht diesen Angeregtheit wieder zu verlassen bzw. weiter zu geben. Elektronenwolken können eine Vielzahl unterschiedlichster Zustände annehmen. Wahrscheinlich befinden sich alle Atome, bzw. deren Elektronenwolken, in einer immerwährenden wabbelnden Veränderung. Ein Verweilen, in dem energetisch angenehmen Zustand, wird es, wenn überhaupt, nur für einen Moment geben. Wer von uns will sich ständig in einem angeregten Zustand befinden? Aber wie im Kleinen, so auch im Großen. Die totale Ausgeglichenheit wird nie erreicht. Wir müssen, mehr oder weniger, in einem angeregten Zustand leben. Also, die gängige Ansicht beschreibt elektrischen Strom als eine Wanderung von Elektronen. Könnte es nicht auch eine Wanderung von Potentialunterschieden sein, die durch einen Leiter rollt. Nicht Elektronen wandern, sondern Wellen von Potentialdifferenzen. Damit meine ich eine Differenz von Energiepotentialen zwischen Kern und Hülle. Da, wie schon erwähnt, die Hülle eine Art Lieblingskonfiguration kennt, gibt sie die überschüssigen Potentiale schnell weiter und so weiter und so weiter. Dass es dabei zu Reibungsverlusten kommt, so dass diese Orbitalwolken einen Teil ihrer Energieüberschüsse in Form von Infrarotstrahlung abgeben, das ist eine Tatsache. Wenn es jedoch zu einem Kurzschluss kommt, also die in einen Leiter hinein gepumpte Energie direkt zurück zur Quelle, zum Generator oder zur Batterie, fließt und dort nicht abgebaut werden kann, kommt es zum Energiestau. Bei einem offenen Stromkreis werden die Elektronenwolken am Rand eines Leiters zwar angeregt und von dort ein Teil als elektromagnetische Welle abgestrahlt. Bei einem geschlossenen Stromkreis wird die Energie in die inneren Atome abgegeben. Dies führt zur Erwärmung des Leiters, bis zum Schmelzpunkt. In einer oxydierenden Atmosphäre verbrennt dieser und trennt den Energiestau von seiner Quelle. In einem anderen Fall, in nichtoxidierender Umgebung, glüht der Leiter und erzeugt gewollt Licht. Bei einem dünnen Leiter kann nur ein Teil der anliegenden Potentialwellen diesen Leiter passieren. Bei einem bildlichen Vergleich mit einem Wassergraben, der in sich geschlossen ist und an einer Stelle ein Schaufelrad dieses Wasser in Bewegung versetzt, dann ist damit zumindest die Energieübertragung und Weiterleitung zu demonstrieren. An anderer Stelle kann dieses bewegte Wasser ein Schöpfrad antreiben, also einen Verbraucher mit Energie versorgen. Wenn die Bewegungsenergie des Wassers, also dessen Geschwindigkeit die Winkelgeschwindigkeit des antreibenden Wasserrades erreicht, ist Schluss, kann keine weitere Energie vom bewegten Wasser aufgenommen werden. Energie kann nur von einem höheren Potential zu einem niedrigeren abgegeben werden. Ein lauwarmer Stein gibt doch seine noch vorhandene Energie nicht an einen heißeren Stein ab. Nur umgedreht wird ein Schuh daraus. Die Transformation von Potentialwellen ist eine These. Aber sie erscheint mir nicht zwingend abwegig. Es müsste jetzt mit allen postulierten Regeln der Elektrik, der Elektromechanik und des Elektromagnetismus überprüft werden. Positive und negative Ladungen sind auch eine Festlegung. Eine diskrete positive oder negative Ladung kann es gar nicht geben, weil es nichts im Dasein gibt, was für sich allein existiert. Jede Erscheinung des Daseins ist eine Relation, braucht eine Balance und daher stets zwei Seiten. Das hat schon old men Newton formuliert: Actio = Reactio Weshalb sich nun ein Philosoph mit solchen rein technischen und naturwissenschaftlichen Dingen herum ärgert? Nun, wie soll der Zustand Welt philosophisch verstanden werden, wenn der Philosoph sich nicht bemüht, die bekannten materiebehafteten Eigenschaften dieser Welt in seinen Überlegungen mit einzubeziehen? Nur in ihrer Gesamtheit ist das Bild dieser Welt verwendbar. Weder die materiebehafteten Gesetze und Regeln allein, noch die reinen a priori Überlegungen eines Philosophen allein genügen einem echten Verständnis. Alles hat zwei Seiten Nichts, absolute nichts, kann sich ohne Gegenpart manifestieren. Eine Kraft ohne Gegenkraft würde im Unendlichen verschwinden, wäre gar nicht vorhanden. Positive und negative Ladungen - auch so eine Begriffspaar mit mehr selbstverständlicher als mit objektiv begründeter Anschauung, was sie eigentlich sind, diese Ladungen. Elektronen und Atomkern haben unterschiedliche Eigenschaften. Mal schnell wurde dazu negative und positive Ladung gesagt. Wahrscheinlich sind es Potentialdifferenzen zwischen Hülle und Kern. Die Hülle baut sich aus Wolken von sehr schnell bewegten Teilchen auf. Der Atomkern dürfte eine relative stabile Konfiguration haben, aber er wird schon eine Eigenschwingung haben, evnetuell einen definierten und relativ gleichmäßigen Schwingungszustand. Extrem große Kerne, das sind Radionuklide, sind von Natur aus mit ihrem Zustand unzufrieden sind und zerfallen daher. Das darum herum, die Hülle, die kann sich nicht nur ändern, die, wie schon erwähnt, ändert sich ständig. Wesentlich ist, welche Figur die Hülle eines Atoms beschreibt. Danach richtet sich das Potential der Hülle und somit seine Differenz zum Kern. Das könnte diese Ladung sein. OK, versuche eines Philosophen in der Naturwissenschaft herum zu pfuschen. Versuche Zustände und zeitliche Abläufe der kleinsten Teile zu ergründen, die gab es schon einige. Jedoch wegen der Unmöglichkeit so ein Elektron festzunageln, es also mit Ort und Impuls zugleich zu beschreiben, lässt sich diese Dimension kaum in die Karten gucken. Wenn nun einzelne Genies die Fähigkeit entwickeln, für die Beschreibung der Bewegung dieser nichtrelativistischen Teilchen eine partielle Differenzialgleichung aufzustellen - Wahnsinn. Erwin Schrödinger Hut ab. Nur, wer kann damit was anfangen? Doch zumindest stört diese Gleichung keine geltenden Regeln und Auffassungen. Bei den Neugierigen der vergangenen Jahrhunderte war as anders. Zum Beispiel bei Galileo und die Sache mit der Erde um die Sonne. Warum war die Kurie wegen der Beobachtungen des Galileo Galilei so aufgeregt? Vielleicht dem Grundsatz nach noch zu verstehen. Eine einfache Ignoranz seiner Beobachtungen hätte der Glaubenskongregation weit weniger Probleme bereitet, als dieser erzwungene Widerruf. Welchen Bauern, Handwerker, Händler oder Soldat hat es damals interessiert, ob und wer in Mittelpunkt des Himmels hängt und wer sich um wem dreht? Es ist die Borniertheit der Dogmatiker, die durch Aufgeregtheit selbst zur Gefährdung ihrer Dogmen beitragen, mehr als es die Zweifler selbst tun. Diese Unart hat sich bis zum heute gehalten. Das wird erst dann besser, wenn keine Ideologie mehr benötigt wird, um ein Volk, eine Nation zusammen zu halten. Also wenn körperliche und geistige Unabhängigkeit für jeden einzelnen gegeben sind. Wohl kaum erreichbar.
Nochmal zurück zum Kleinsten: Obwohl wir gern eingrenzen, so zum Beispiel die Formen und die Anzahl der möglichen Bahnen der Elektronen in eine Art Liste quetschen, wird es in der Realität wohl eine ständige Überlagerung, einen immerwährenden Übergang geben. Das soll heißen, da es eine permanente Zufuhr von Energie gibt, zum Beispiel durch Photonen oder Wärme oder Bewegung, kann es keine stabilen Figuren geben, sondern in jedem Moment verändern sie sich, durch Adsorption und Emission von Energie. Wenn wir über die Straße gehen, erzeugt unser Gewicht Druck. Im Grunde berühren wir die Oberfläche gar nicht, sondern schweben auf einem Polster aus elektromagnetischer Energie, welches uns die Oberfläche hart erscheinen lässt. Aber Druck wird trotzdem übertragen. Allein diese Druckdifferenzen verändern die Potentiale in den Atomen. Es kommt außerdem zu einer sehr komplizierten Wechselwirkung mit dem Kern durch Austauschteilchen. Niedrige Frequenzen erzeugen Schwingungsfiguren die Infrarotstrahlung emittieren und die Wolke versucht wieder eine ihr angenehmere Figur einzunehmen. Man sollte sich eine solche Hülle wie einen mit Noppen bestückten Ball vorstellen. Also mit Ausstülpungen und Vertiefungen. Ausgeschnitten wäre es eine Sinuswelle. Allerdings 3-dimensional und zeitabhängig. Wenn die Anzahl der Noppen in einer Hülle so ist, dass es zu einer geschlossenen Welle kommt, einer stehenden Welle, also sich auf jede Tülle exakt eine Noppe anschließt, dann dürfte dieser Zustand der E-Wolke wohl mit am angenehmsten sein. Es gibt keine Lücken und keihne Über zwischen den Tüllen und Noppen. Von der Seite eine perfekte Welle, egal ob Sinus oder Kosinus. Aber wie gesagt, Stabilität über die Zeit gibt es nicht. Alles wabbelt ständig und Idealzustände entstehen nur für einen Moment und schon werden sie erneut in Unruhe versetzt. Frequenzen spielen eine wesentliche Rolle, weil sie letztendlich ein Maß für die einen Vorgang innewohnende Energie sind. E=hf Energie ist Plancksche Wirkungsquantum mal der Frequenz. Bildlicher Vergleich wäre eine sich drehende Puppe die bei jeder Umdrehung eine Ohrfeige austeilt. Je schneller sich die Puppe dreht, umso mehr Ohrfeigen werden verabreicht. Bei einer Ohrfeige wird kinetische Energie in Verformungs- und Wärmeenergie umgewandelt. Der Delinquent bekommt heiße Ohren.
Eine kurze Zwischenbilanz. Alles, was wir erkennbar wahrnehmen können, bildet sich durch eine mehrfach überlagerte und äußerst komplexe Wechselbeziehung aller daran beteiligten Energieformen. Der Ursprung dieser Energien und die sich dann zwangsweise herausgebildeten Unterschiede und Wechselbeziehungen, dies wird sich uns nie ganz offenbaren. Natürlich ist unsere Neugier groß und manch einer glaubt sich auf den Weg zur ganz großen Erkenntnis. Im Wahn der Hoffnung, auf diese letzte große Wahrheit, verrennt sich dieser Suchende in einem Irrgarten. Eventuell wäre es sinnvoll, vor dem Beginn dieser Suche zu fragen: Wer will denn echt wissen, was die Welt im Innersten zusammen hält?

Die Natur ist faul und verwendet Bewährtes immer wieder Wir versuchen erneut eine Analogie in der Gesellschaft zu finden. Ein Mensch und in sichtbarer Entfernung kein anderer und auch keiner, von dem der Eine was weiß. Dieser Eremit kann tun und lassen was ihm in den Sinn kommt. Wobei, wenn er nie soziale Kontakte hatte, dann kann ihm kaum was in den Sinn kommen. Ein Mensch definiert sich doch mehrheitlich über seine soziale Umgebung. Was soll ein Lebewesen von sich halten, wenn es ein anderes Lebewesen kennengelernt hat? Das ist jetzt kein fiktiver Quatsch. Ohne soziale Kontakte ist keine intellektuelle Evolution möglich. So wie sich eine Kraft nur durch eine Gegenkraft manifestieren kann, kann sich eine Lebewesen mit einer vitalen Potenz als Einzelwesen nicht definieren. Der Wunsch nach Kontakten scheint in uns tief verankert zu sein. Dabei geht e snicht nur um die Reproduktion der eigenen Art, es geht wohl auch zu einem großen Teil um die Befriedigung intellektueller Ansprüche. Kein geistig kultureller Anspruch entwickelt sich, wenn es dafür keinen äußeren Reiz gibt. Ein einzelner Mensch, ohne jeden Kontakt, welchen Anstoß sollte es in seinem Gehirn geben, Synapsen zu bilden, für die es keinen Anwendungszweck gibt? Man könnte die Frage stellen, was wäre mit einem Genius a´la Mozart geschehen, wenn dieser allein gewesen wäre? Alle seine Werke spiegeln ein Geschehen aus seiner soziale Umgebung. Selbst seine Kleine Nachtmusik, hätte er sie komponiert, wenn es niemand gegeben hätte, der sie hören könnte?
Mag sein, dass da die Anlagen eines Genies gegeben sind, aber wenn es keinen von außen wirkenden Grund gibt, dann kommt so ein Genie einfach nicht zum Ausbruch. Selbst ziemlich autonome Genies, wie Maler, Bildhauer, Komponisten oder Musiker, die ihre Kreativität aus ihrem eigenen Inneren heraus entwickeln, werden kaum auf Dauer damit zufrieden sein, sich nur selbst zu genügen. Ohne Reflexion würde selbst das größte Genie an seiner erzwungenen Selbstgefälligkeit zu Grunde gehen. Das Problem von Menschen, die mehr können oder mehr erkannt haben wie ihre gesamte soziale Umgebung, ist ihre relative Einsamkeit. Sie werden kaum Zuhörer oder/und Verständnis für ihr Können oder ihr Wissen finden. Daher sind solche Ausnahmen oft nicht die angenehmsten Zeitgenossen. Entweder zu verschlossen und mürrisch, wie es ein Beethoven war, oder überzogen egozentrisch, wie es eben der junge Mozart gewesen sein soll. Der Ratschlag wäre, sich das Geniehafte bis ins hohe Alter aufheben. Da fällt so ein Rückzug ins Individuelle nicht so auf, weil sich die meisten alten Menschen doch mehr oder weniger vom aktiven Dasein verabschieden. Dabei oft in Sehnsucht nach der Zeit hoher Aktivität versinkend.

Gewalt ist eine soziale Komponente

Was wird nicht alles schön geredet, wenn ein paar alte Recken beim Bier sitzen. Warum auch nicht! Egal, zurück zum einzelnen Menschen. Er unterliegt keinen sozialen Zwängen, außer den objektiven Zwängen der eigenen Systemerhaltung. Bei zwei Menschen in Sichtkontakt wird es bereits komplizierter. Jede Aktion ruft eine Gegenaktion hervor. Steht der eine auf, fragt sich der andere, warum steht er auf. Zu den objektiven natürlichen Kausalitäten, also den Ursache-Wirkungsbeziehungen die ein Einzelner für seine Systemerhaltung beachten muss, kommen nun subjektive, künstliche Kausalitäten. Diese erfordern eine abstrakte Denkweise. Daher werden sich die zwei Individuen wohl die nächsten 10 Generationen voreinander verstecken. Sie müssen erst einmal lernen, außerhalb des eigenen Ichs zu denken. Sich also abstrakt vorstellen, was der andere so denken und tun könnte und was dies für das eigene Ich eventuell bedeuten kann. Erst dann ist eine Annäherung möglich. Anderenfalls würde jede Annäherung zu einem Konflikt führen, zwangsweise in Gewalt ausarten. Die Unfähigkeit, sich in die Denk- und Lebensweise anderer Individuen hinein zu versetzen, bringt in erster Instanz Ablehnung mit sich. Es ist so, denn solange ich meinen Nachbarn nicht kennen muss, weil er für mein Dasein keine Rolle spielt, soll es mir egal sein, was er wann, warum und wie tut. Hauptsache er tut mir nichts. Dieser Grundsatz gilt aber nur solange, wie es bei der Absicherung des eigenen Daseins keine Probleme gibt. Gibt es aber Probleme, steht in der Rubrik für mögliche Entscheidungen eine Überlegung an oberer Stelle, die da lautet: Ich könnte die Ressourcen des anderen für den eigenen Bedarf nutzen. Wenn nötig mit Gewalt. Diese Denkweise ist leider bis heute präsent. Das ist peinlich, weil einfach nicht mehr in die Zeit passend. Wir könnten schon weiter sein. Nur scheinen einige Alphatierchen mit ihren Vorstellungen noch in der Steinzeit zu hängen. Ein Weiser gab uns einen Rat. Ein jeder möge sich so verhalten, dass sein Tun jederzeit als allgemeingültiges Gesetz erhoben werden kann. Dieser kategorische Imperativ bedarf noch etwas Zeit, um von allen als etwas Unbedingtes erkannt und eingehalten zu werden.

Macht ist ein gefährliches Spielzeug

Leider korrumpiert Macht. Das ist deshlab zwingend, weil der eigne Geist, wenn er Entscheidungen für eine ganzes Volk treffen muss und diese Entscheidungen kaum oder gar nicht kritsich hinterfragt werden, zu einer Art autonomer Einsamkeit verkümmert. Auf der Suche nach weiteren echten Herausforderungen wird der Mächtige, in vielen Fällen, den Pfad der Vernunft verlassen. Dies einfach deshlab, weil er herauffinden will, wie weit ihm seine Macht erlaubt unvernünftig zu sein.
Bei den vielfältigen Entscheidungen für ein ganzes Volkes, mit Millionen Individuen, zusammengepresst in großen Städten, ist die Vorgabe von Verhaltensregeln jedoch zwingend. Logischerweise greift die Macht dabei auf bewährte Grundsätze zurück: Der andere, respektive das andere Volk, will dir ans Leder und dir deine Bequemlichkeit streitig machen. Es wird schwarz-weiß gemalt. Der andere ist böse und du bist im Recht. Wie unzeitgemäß eine solche Politik ist, das wird noch anderswo im Text beleuchtet. Ohne Beobachtungen, außerhalb des eigenen Tellerrandes, geht der Einzelne in einer großen Gesellschaft schnell einen krummen Weg. Beeinflusst von vielen anderen Individuen und zugleich aktiv andere beeinflussend. Es kommt zu Überlagerungen, zu Interferenzen. Wird der Einzelne aber von der Macht beobachtet, geht er in aller Regel plötzlich geradeaus bzw. folgt der Masse in einer vorgegebenen Struktur. Wieso ich dabei auf die Ähnlichkeit mit einem Interferenzmuster komme? Nun, unbeobachtet latscht zwar alles durcheinander und sich gegenseitig auf die Füße, trotzdem wird es stets eine bestimmte Bindung an die Mehrheit geben. Auch wenn der Einzelne ganz gern allein ist, so weiß er wohl, wie wichtig für die eigene Sicherheit die Anbindung an die Mehrheit ist. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Schließlich sind bei den Elektronen auch nicht alle auf einer einzigen dünnen Linie. Bei den Individuen ist es aber eine bewusste Hinwendung dorthin, wo die Masse hingeht. Auch das ist eine Kraft. Im Quantenbereich wird kaum eine bewusste Entscheidung die Ursache sein. Interferenz entsteht bei Überlagerung von Wellen. Wellenberge ergänzen sich, Wellenberge und Wellentäler löschen sich aus. Also folgen die Elektronen oder Photonen physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Individuen erzeugen wahrscheinlich auch Interferenzmuster, aber eben aus einer Instinktreaktion heraus. Lassen Sie mal zehntausend Leute, aus einem engen Kanal, nacheinander auf eine Mauer zu rennen in der sich zwei Durchgänge befinden. Sie werden durch beide Durchgänge rennen und sich danach gegenseitig überlagern. Das heißt, sie rennen durcheinander, quer und längs stolpern und fallen. Dann, an einer Wand hinter den Spalten, kommen sie zum Stehen. Wetten das sich die zehntausend, das heißt die, die nicht zertrampelt wurden, an dieser Wand in Form eines Interferenzmusters aufstellen! Dies deshalb, weil bei einem solchen Vorgang nicht der Verstand die Regie übernimmt, sondern der Instinkt. Interessantes Thema.

Entscheidungen

Nichts wäre geworden und nirgends gäbe es eine Entwicklung, auch keine Evolution, wenn nicht alles ständig gezwungen werden würde sich zu entscheiden. Manche Ursachen für eine Entscheidung mögen sich stark unterscheiden, aber es könnte gut sein, dass sich die Auswirkungen aller Entscheidungen ähneln. Zur Frage der Naturgesetze, die, wie oft betont, überall im ganzen Universum gelten, sollte zumindest bedacht werden, dass zwar die Wirkungen schon gut beschrieben werden, aber die Ursachen noch lange nicht alle erkannt. Das Universum dehnt sich aus. Stimmt - dürfte es aber nicht, weil da was mit den Gravitationskräften nicht passt. Plötzlich wurde Dunkle Materie und Dunkle Energie, als die fehlenden Glieder der Gleichung, markiert. Damit tat sich aber eine Vielzahl von neuen und ungeklärten Fragen auf.
Bis vor Kurzem waren die Forscher mehr oder weniger unter sich. Doch mit der Verwendung der Forschung als Medienspektakel, da kommen Typen zum Einsatz, die so eine gewisse Art von ultimativer Rechthaberei praktizieren. Sehr unangenehm, weil auch nicht sehr sympathisch. Der Vergleich mit Missionaren im späten Mittelalter, die oft nicht missionierten, sondern brutal klar machten, wer da an was zu glauben hat, der kommt schon bisschen hoch. Nur Folter gibt es keine mehr. Jedenfalls keine körperliche Folter! Zugegeben, ohne diese Rechthaberei, nur mit demütigen und gelassenen Menschen, da würde es schon langweilig. Evolution hat Regeln.
OK, OK, zurück zum Anfang. Die ersten Strukturen sind einfach. Eine simple Annahme, weil alles was entsteht, sich vom Einfachen zum Komplizierten entwickelt. Wenn es denn einen Urknall gegeben hat, konnte nicht als Erstes ein Eisenatom entstehen, weil mit einem solchen Riesenkern von Protonen und Neutronen die anstehenden Probleme nicht zu meistern waren. Um zu einem durchsichtigen und strukturierten Universums zu kommen, müssen Bindungen zustande kommen, die auch zustande kommen können. Ein Kern aus zig Protonen und Neutronen ist für so ein frei herum fliegendes Elektron kein guter Partner für eine Bindung. Ich will jetzt mal einen etwas lustigen Vergleich herstellen. Ein pubertierender junger Mann wird sich doch keine Hollywooddiva als erstes Objekt seiner Begierde auswählen. Ist viel zu kompliziert. Bitte jetzt keinen Umkehrschluss. Ein Universum wusste das natürlich nicht. Es hat nicht bewusst mit einem Proton angefangen um Elektronen einzufangen, also mit Wasserstoff. Es war zwingend, weil es nicht anders möglich war. Sollten zufällig ein paar schwere Kerne gebacken worden sein, dann sind diese wohl relativ schnell wieder zerfallen. Solche Irrläufer sind Zufälle, die in Bruchteilen von Millisekunden erscheinen und wieder verschwinden. Langfristig zugelassen wurde nur, was echt gebraucht wurde. Trotzdem, diese unbedingte Zwanghaftigkeit bringt immer wieder eine Art Überwillen mit ins Spiel. Die Abläufe beim Werden sind einerseits derart komplex, dass es uns schwer fällt, dahinter keinen Überwillen zu vermuten. Alle Vorgänge mit naturwissenschaftlichen Gesetzen komplett erklären zu können, das war, und ist es zum Teil noch immer, der Wunsch und das Versprechen des naturwissenschaftlichen Klerus. Jedoch wurden die meisten Zweifel daran nicht von außen in die Wissenschaft hineingetragen, sondern die Wissenschaft selbst hat diese Zweifel geweckt. Unsere Gier nach der ultimativen Erkenntnis, die prallt immer wieder an der Wand des Unerklärbaren ab. Also bleibt oft nur der Ausweg, das Überirdische ins Spiel zu bringen. Warum können wir uns nicht auf den Kompromiss einigen? Die Einen können im Erkennen nie bis zum Kern des Seins vordringen und die anderen müssen sich auf die Hilfe untereinander, im Meistern ihres schweren Dasein, verlassen.
Es sind unzählige und oft auch unerklärbare Kausalitäten, Wirkungsketten, in deren Abfolge eins nach dem anderen entsteht. Aber nicht linear, also nicht in festgefügter Reihenfolge und in klar abgegrenzten zeitlichen und räumlichen Schritten. Da geht es mal zur Seite, auch mal wieder zurück und erst wenn sich bestimmte Umstände einstellen, wenn sich aus allen Möglichkeiten die herausgebildet hat, mit der es weitergehen kann, erst dann wird eine nächste Ebene anvisiert. Auch Geist und Wille einer intelligenten Spezies formen sich nicht von gleich auf sofort und bilden komplizierte Denkstrukturen. Fantasie bedarf ebenfalls einer Evolution. Ihr Motor ist die Neugier. Es ist aber wie bei einem echten Verbrennungsmotor. Wird er zu stark belastet, fliegt er auseinander oder frisst sich fest. Wenn also unbedingt wer beweisen will den höchsten Turm bauen zu können, könnte ein Überirdischer sich vor Ärger darüber die Hand vor Augen halten, mit dem Kopf schütteln oder/und die Sprachen verwirren. Es sind Monumente menschlichen Größenwahns, an die wir uns nicht so intensiv erinnern sollten. Zum Realisieren von solch extremen Vorstellungen, durch fast krankhaft fantasiebegabte Vertreter unserer Spezies, sind komplizierte gesellschaftliche Strukturen von Nöten. Selbst das größte Genie hätte den Eifelturm nun mal nicht allein bauen können. Solche Denkstrukturen entstanden aber nicht vordergründig, um damit unsinnige Maschinen oder riesige Bauten zu erschaffen. Sie entstanden aus zwingenden Notwendigkeiten heraus. Dass es bei der Entwicklung von Fanatsie und Kreativität in Einzelfällen zu einigen Ausbuchtungen kommt, das gehört wohl dazu. Gäbe es die Pyramiden nicht, den Eifenturm nicht und den Burj Khalifa nicht, könnten manche meinen, es wäre ein Mangel, ein Verlust. Jedoch würden die weitaus große Masse der Menschen diesen Verlust kaum wahrnehmen und auch nicht als Mangel empfinden. Beethoven 9.Sinfonie, die stellt nun eine ganz andere Dimension dar. Ein großer Turm erfordert eine gute Organisation der Masse und ausgeklügelte Berechnungen, eine 9. Sinfonie "nur" den Genius eines Einzelnen, bzw. bei dieser Sinfonie zweier Genien. Beethoven hat dazu ja Schillers "Ode an die Freude" vertont.
Wären manche Umstände nicht zwingend, verliefe die Evolution unseres Verstandes und unserer Fantasie eher ziemlich gemächlich. Doch manchmal zwangen die Umstände zu schnelleren Einsichten. Aber als es zum Beispiel verdammt kalt wurde, mussten enge soziale Kontakte hingenommen werden, einfach um zu überleben. Man musste zusammenrücken und zugleich einige Regeln entwickeln, um diese Enge zu überstehen. Dabei wurde wohl relativ schnell erkannt, welche Vorteile eine Kooperation mit sich bringt. Jedoch nicht in der Art, dass nun alle die große Einsicht fanden, friedlich und tolerant miteinander umzugehen. Die Opportunisten, die ewigen Egoisten und Egomanen, sie fügten sich so weit ein, wie sie es für nötig empfanden. Aber im Grunde nur darauf wartend, sich in dem Moment einen Vorteil zu verschaffen, wenn sich die Chance dazu zeigt. Noch immer handelt eine große Zahl der Menschen so. Sie haben keine zeitgemäße ethische Überzeugung. Diese ist aber wichtig. Dabei ist weniger die Überzeugung selbst die Schwierigkeit, mehr die unbedingte Verpflichtung daran festzuhalten. Leider genießen diese Opportunisten, die ihren Mantel stets nach dem Wind drehen, oft eine besondere Art der Hochachtung. Es sind die Äußerlichkeiten, die materiellen Vorteile aus einer opportunen Lebensweise, mit der sie die Bewunderung der Mitmenschen zu erheischen versuchen. Oft peinlich, weil oft der zusammengeraffte kleine Besitz kaum von dem Besitzer praktisch so genutzt werden kann, wie es die Vernunft gebietet. Oft wird Eigentum eher zum Balast. In vielen Fällen sogar zu einem nicht beherrschbaren Balast, speziell wenn es sich um geerbtes Vermögen handelt. Dieses Vererben beinhaltet derart viele Unsinnigkeiten, dass es Zeit würde, die Vorstellungen der Nachlassgeber und die realen Probleme der Nachlassempfänger aus dem Bereich des Irrealen, oft sogar Verderblichen, heraus, in eine von Vernnft geprägten Sicht, zu stecken. Letztendlich kommt es oft zu einer Erbschleicherei, mit nagativen Folgen für Erblasser und Erben.

Die Macht und die Mächtigen

Wahre Überzeugungstäter sind selten, aber sie sind das Salz in der Suppe. Sie bringen Geschmack ins Leben. Aber sie werden oft missbraucht. Zuweilen sogar von sich selbst. Wie es zu den heutigen Strukturen der Gesellschaft kam, das ist ein Mix aus Zufällen nd Notwendigkeiten. Aus Einzelwesen und Familienverbänden wurden Sippen, daraus entstehen Dörfer und Städte. Wachsende gegenseitige Abhängigkeiten begründen einen Zwang zur Kooperation. Dabei entwickeln sich verschiedene Ebenen. Die vermeintlich oberste Ebene besetzen diejenigen, die sich für so auserwählt halten, der Masse vorschreiben zu können, was sie zu tun und zu lassen hat. Dafür sind jedoch einige Voraussetzungen notwendig. Strategie und Taktik der Machtausübung sind zwar in mancher Hinsicht von hinreichenden Fähigkeiten abhängig, aber durchaus nicht identisch. Von totaler Fehlbesetzung, bis hin zu absolut passend, da ist bei den Mächtigen fast jede Schattierung drin.
Auf der Ebene derer, die erdulden müssen, dort gibt es ebenfalls viele Schattierungen der Vernunft, bzw. Unvernunft. Welche helfen und unterstützen sich gegenseitig und andere warten nur auf eine Schwäche des anderen, um sich davon einen Vorteil zu verschaffen. Nur zu oft ist ein Unterscheiden erst möglich, wenn es zu spät ist. Egoismus mit vielen einschmeichelnden Worten auf der einen Seite und Naivität und Gutgläubigkeit auf der anderen Seite, führen immer wieder zu fatalen Situationen.
Über die Jahrtausende etablierte sich eine Befehlsstruktur, von oben nach unten. Daran hat man sich gewöhnt. Diese Gewöhnung bewirkt die Einschräkung, sich mit einer Wahl, alle vier Jahre, zufrieden zu geben. Die Zeiten dazwischen ist man passiv und folgsam. Die meisten jedenfalls. Die verschiedenen Ebenen der Macht wurden und werden nun von Individuen besetzt, welche glauben dafür den passenden Charakter und die notwendigen Fähigkeiten zu haben. Allerdings ist das Prüfen solcher Eignungen nur bedingt möglich. Wo konsequent die Fähigkeiten des Einzelnen als Auswahlkriterien genutzt worden, wie es zum Beispiel bei Dschingis Khans oder in Napoleons Armeen der Fall war, wo Verwandtschaft und Herkunft kaum zählten, da verlief die Sache meistens erfolgreich. Allerdings nur solang, bis Größenwahn oder biologische Abgang diese Ära ein Ende setzten. Der wesentliche Effekt war dabei wohl die echte Anerkennung der Befehlshabenden. Die Befehle worden nicht als Zwang und Unterdrückung wahr genommen. Mannschaft und Stab hatten die gleichen Ziele. Das auch deshalb, weil so manch Stabsoffizier aus der Mannschaft kam und dort bewiesen hatte, was er konnte. Allerdings hat sich die Mehrheit trotzdem daran gewöhnt, die Marschrichtung vorgeben zu bekommen. Dabei nicht darauf achtend, dass der Stab erneut sich selbst reproduziert. Diese elitäre Selbsterhöhung wird wohl auch noch einige Zeit ihre Erfolge feiern. Logisch, wenn untergegangene Eliten, die schon mehrmals bewiesen haben, in ihren Reihen so manch Unfähigen zu beherrbergen, in jeder Veränderung eine Chance sehen, verlorenes Terrain zurück zu erobern. Das machen ferne Nachfahren alter Adelsgeschlechter Forderungen nach vermeintlichem Eigentum auf, da bekommt jede vernünftige Stirn Falten. Die Wartburg oder Goethes Handschriften werden mal locker als Eigentum zurück gefordert. Aber es sind die Auswüchse von einigen Irren, die wohl davon ausgehen, das Unmögliche zu fordern, um die mögliche zu erhalten. Ein ferner Nachfahre der Sippe, welche für den ersten Weltkrieg verantwortlich gemacht wurde und auch Hitler die Steigbügel hielt, bekommt 15 Millionen Euro, als Entschädigung für Teile des Weltkulturerbes, die ihnen nicht zurück gegeben werden konnten. Dabei tun die "armen" adligen Erben noch so, als müsste man ihnen dankbar sein, weil sie nicht mehr fordern und mit schlappen 15 Millionen zufrieden sind. Was Wunder, wenn es da manchen Kopf schüttelt. Eine kurze Renaissance des Unverständlichen.

Wünsche sind oft Träume

Irgendwann erkannten große Geister, eine Friede-Freude- Eierkuchenwelt nicht machbar ist. Ohne Widersprüche läuft nichts. Der Extremfall eines totalen Ausgleichs, der würde ein stinklangweiliges Dasein, ohne jeden individuellen Antrieb, ohne Ideal, ohne Visionen und ohne Charakter zur Folge haben. In dem Fluss Dasein wünschen wir uns schon Ausgeglichenheit, Ruhe und Frieden. Doch Stromschnellen und Untiefen zwingen uns immer wieder zu spontanen Reaktionen und das ist gut so. In einem Gespräch, mit den Mitgliedern einer religiösen Gruppe, kann den Vertretern folgende Frage gestellt werden: Was passiert, wenn die große Auslese erfolgt ist, wenn nur noch die Guten übrig geblieben sind? Die Zeugen antworten: Dann ist die Welt das Paradies! Der Philosoph würde anders antworten: Danach werden ca. 50 Prozent der auserwählten Guten zu bösen und schlechten Menschen. Anderenfalls würde sich dieses Paradies sofort in Wohlgefallen auflösen. Die machbare Verbesserung unseres Zusammenlebens ist nur schrittweise, durch immer mehr vernünftige Entscheidungen möglich. Wir können jedoch erst dann mehrheitlich vernünftige Entscheidungen fällen, wenn wir den Mut aufbringen, uns selbst mit den Mängeln unserer eigenen Denkweisen auseinander zu setzen. Das bedarf einer hohen Abstraktion. Keiner sollte versprechen, die letzte Wahrheit finden zu können. Allein der Begriff Wahrheit ist bereits derart absolut, dass es eine solche Wahrheit nicht geben kann. Eine solche Erkenntnis würde doch bestimmen, dass es danach keine neuen Wahrheiten mehr gibt. Um Gottes Willen, das wäre schlimm. Es würde jede Motivation aus unserem Dasein entweichen. Keine Sorge, Wahrheit ist nur eine Anschauung. Sie kann ja nicht mal gedacht werden. Die Suche nach Wahrheit ist, ja, wie könnte man es beschreiben? Vielleicht zu vergleichen mit einem Fahrradfahrer, der sich aufmacht damit die Nachbargalaxie Andromeda zu besuchen. 2,52 Millionen Lichtjahre mit dem Fahrrad! Das wären 2,52 x10 hoch 6 x 365 Tage x 24 Stunden x 60 Minuten x 60 Sekunden x 300 000 km = 2,52 x 10 hoch 6 x 31,56 x 10 Hoch 6 = 79,53 x10 hoch 12 = 79 530 000 000 000 km Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h = 3 976 500 000 000 Stunden = 453.938.356,2 Jahre Bisschen lange Fahrt. Folgen wir lieber Sokrates, der da sagte: Ich weiß, dass ich nichts weiß! Die Masse der Alltäglichen und ihre Lenker Das alles klingt vielleicht bisschen abgehoben. Solche Überlegungen haben für das normale alltägliche Dasein keine echte Bedeutung. Milliarden und aber Milliarden Menschen haben gelebt und leben, ohne sich auch nur eine Minute Gedanken über den Sinn des Lebens zu machen oder gemacht zu haben. Allerdings hatten und haben die meisten von ihnen auch kaum eine Chance für solche Gedanken. Die sogenannten einfachen Leute haben vollauf damit zu tun, sich mit der Oberkante Unterlippe über dem Wasser zu halten. Da bleibt kaum Zeit um über den Sinn des Lebens nachzudenken, unabhängig davon, ob der Einzelne zu solchen Gedanken willens und fähig ist oder nicht. Ich meine damit aber nicht die Jungs am Lagerfeuer oder am Stammtisch. Dort wird zwar viel geredet, aber meist wenig gesagt. Es hat aber seine Vorteile, wenn ein paar Stunden, etwas enthemmt durch ein paar gute Biere, sich mal der einfache Fust von der Seele gequatscht werden kann. Nur mit ernsthaften Gedanken das Gehirn quälen, dadurch könnte es Schaden nehmen. Andererseits, ernsthafte Gedanken über Sinn und Inhalt des Daseins, bilden oft die Grundlage von gewesenen und vorhandenen sinnvollen gesellschaftlichen Strukturen. Solche Strukturen entstehen nicht so gesetzmäßig und berechenbar, wie die Äpfel zur Erde fallen. Basis sind meist Gedanken und Schriften von Philosophen. Mal abgesehen von ein paar puren Idealisten, welche eine Friede-Freude-Eierkuchen Welt proklamieren, sind es oft Analysten mit Verstand, die ein bisschen mehr erkennen, als so üblicherweise erkannt wird. Ohne Voltaires Gedanken und Schriften zur Gleichheit aller Menschen, da wäre die französische Revolution wohl eine Revolte der Marktfrauen von Paris geblieben. Ist übrigens interessant, dass es oft Frauen sind, welche bei einem gewissen Punkt des Daseins ausrasten und zum Widerstand nicht nur aufrufen, sondern diesen spontan anführen. Besonders bei den Franzosen. Die Jungfrau von Orleans Jeane d´Art, die Frau auf dem Gemälde von Eugene Delacroix mit dem Titel "Freiheit für das Volk" und weitere Fälle in der Weltgeschichte. Könnte sein, die Frauen beteiligen sich zwar nicht an den Stammtischrevolutionen der Männer, aber wenn sie der Meinung sind, jetzt muss was passieren, dann passiert es auch. Die Marktfrauen von Paris wussten jedoch nicht, als sie den Sturm auf die Bastille anführten, wie es weitergehen soll, nach ihrem Sieg. Bisschen den Moment genossen und den kleinen Sieg gefeiert, dabei wäre es wohl geblieben. Doch da kommen die Philosophen ins Spiel. Sie sind die eigentlich Gefährlichen für jede Macht! Nicht dass sie nun für alle weiteren Probleme die perfekte Lösung in der Schublade haben, aber zuweilen einen Ansatz, der als Fanal über allen Problemen eines Umbruchs stehen kann. Liberté, égalité, fraternité - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
Als die Bastille gestürmt wurde, war das eher eine spontane Aktion, aus Wut und Verzweiflung. Doch dann wurde mehr daraus. Es traten Leute auf die Bühne, die zwar nicht bei der Erstürmung der Bastille mitgemacht haben, aber nun glaubten das Heft des Handelns in die Hand nehmen zu müssen. Ist oft so, dass die einen bisschen Revolte veranstalten und andere machen eine Revolution daraus. Nicht immer zwingend zum Vorteil der Initiatoren. Heutzutage wird gern das nachrevolutionäre Chaos der Jakobiner, 1793 bis 1794, in den Mittelpunkt gestellt. Die Ursachen und Motivationen der Revolte 1789 selbst, die werden eher bisschen heruntergespielt. Bestimmte Typen wollen nicht, dass ein adliger König als ein unfähiger und dummer Mensch dargestellt wird. Dazu eine arrogante Gattin und einer Schar speichellegender Höflinge und Beamten, welche ein schönes Land in den Ruin getrieben haben. Eine Frage der prinzipiellen Sichtweise des Hochadel bis heute. Man glaubt sich gerade in einer Art Wiederbelebung der Bedeutung des Adels.
Damals, in Frankreich, gab es nach dem Sieg der Revolution nicht wenige, die den Strukturen des Absolutismus nachtrauerten. Diese Typen waren von dem Dasein eines gehirnlosen Despoten abhängig, den sie übers Ohr hauen konnten. Wenn nun der siegreiche Volkszorn auf den leisen Verdacht traf, dass da jemand diese alte Ordnung zurückholen will, dann kocht die Volkseele schon mal über und wird zum unberechenbaren und blutgierigen Monster. Was Wunder! Jedes Mal, wenn die Szenen gezeigt werden, wie Ludwig der XVI. oder in England Karl V. einen Kopf kürzer gemacht werden, fasst sich manch alter Recke aus der blaublütigen Mannschaft an den eigenen Hals. In Zeiten solch chaotischer Abläufe ist es daher denkbar unklug, sich einer Walze von Empörung und Wut in den Weg zu stellen. Wenn damals der kleine Korse Bonaparte nicht das Ruder in der Hand genommen hätte, die Erben der französischen Revolution hätten sich wohl gegenseitig ausgerottet. Zur Freude des europäischen Hochadels. Napoleon hat wohl zu einem Vertreter des alten Adels gesagt: Ihr gewinnt oder verliert Kriege, bleibt aber stets an der Macht. Ich muss alle Kriege gewinnen, wenn ich an der Macht bleiben will.

Also die Philosophie, sie sollte einerseits versuchen einen gewissen Überblick zu bewahren und andererseits der geistigen Anpassung wiederstehen. Philosophie kann die Widersprüche aufzeigen, an denen wir, in unserem aktuellen Dasein, zu knappern haben. Philosophie kann nicht nur, sie sollte die notwendigen Veränderungen in der Gesellschaft des Homo Sapiens erkennen, ausformulieren und mögliche Wege zur Angleichung an sich abzeichnende Notwendigkeiten aufzeigen. Eine sehr komplexe und schwierige Aufgabe. Logisch, wenn sich da lieber mit den Lehren eines Aristoteles beschäftigt wird, weil dabei kaum der Vorwurf einer gewissen Aufsässigkeit zu befürchten ist. Alle toten Philosophen sind da willkommen, weil die sich nicht mehr selbst zu Wort melden können. Sie müssen stumm erdulden, was so manch Lektor ihnen unterjubelt. Nun gut, für jeden gilt es über die Runden zu kommen. Da ist manch Kompromiss von Nöten. Die Schwachen werden zu willfährigen Opportunisten, andere zu stummen Erduldern, wieder andere zu lauten Populisten und manch einer sogar zum kleinen Revoluzzer. So lang jeder in seiner Ecke herum wurstelt, so lang ist nichts davon wirklich bedrohlich. Wehret den Anfängen. Denn wenn jemand, mit einfachen Worten, den naiven Vorstellungen und Wünschen der Masse zu Munde zu redet und versucht alle Unzufriedenen unter einen Hut zu pressen, dann kann das schon bedenklich werden. Es ist jedoch ebenso falsch, alle Kritiker zum Schweigen bringen zu wollen. Andererseits, dem unzufriedenen Nörgler, für seine private Unzufriedenheit eine weltumspannende öffentliche Plattform zu geben, ist bedenklich.
Der deutsche Rentner ist da schon mal in einer guten Lage. Er kann, zumindest in Deutschland, frei von der Leber weg philosophieren und dabei auf eine ziemlich große Anzahl berühmter Denker zurückgreifen. Deutschland, das Land der Dichter und Denker - riecht bisschen straff nach Selbstlob! Schließlich degradiert es andere Länder, weil es nur ein Land der Dichter und Denker geben kann. Da wäre Bescheidenheit und Demut ein echtes Zeichen für das Verständnis der eigenen Dichter und Denker. Nun, als die großen antiken Denker über Gott und die Welt nachdachten, da rannten wir Germanen noch mit der Keule durch den Wald. Aber in den letzten 300 Jahren haben wir aufgeholt. Nur nicht unbedingt mit Nitsche´s "Also sprach Zaradustra" oder Kant´s "Kritik der reinen Vernunft" beginnen. Das könnte zur geistigen Verstopfung führen. Weisheit sollte nicht zur Gier werden, sich noch einmal bedeutend vorkommen zu wollen. Weisheit sollte zu der Kraft führen, sich bewusst der Verführung zum Unsinn widerstehen kann. Das heißt aber nicht, sich ins Mauseloch zu verkriechen. Schon einbringen und mitmachen, aber nicht versuchen, fehlende Kraft und schwindende Ausdauer hinter einen Schwall von schweren Worten verstecken zu wollen. Determiniertheit und Dialektik sind auch nur Wörter. Wenn irgendwo und irgendwann ein Gegensatz, ein Widerspruch aufgelöst wird, entstehen automatisch zwei Neue. Eine widerspruchsfreie Welt gibt es nicht, kann es nicht geben. Selbst die kleinen Teile, solche, die keine Elementarteilchen sind, also von noch kleineren Teilchen aufgebaut, beinhalten in sich den eigenen Gegenpart. Wenn ein Neutron, als Bestandteil des Atomkerns, länger als 12 Minuten sich selbst überlassen wird, zerfällt es in ein Proton, ein Elektron und in ein paar Neutrinos, sagt man. Eine komplexe und höhere Energiepotenz zerfällt grundsätzlich in die Zustände, die eine Daseinsform mit maximalen Freiheitsgraden erlauben. Der Physiker nennt es höchste Unordnung, ich sage maximale Unabhängigkeit. An diesem Punkt kann nichts mehr weiter zerfallen. Komplexe Daseinsformen sind generell Strukturzwänge mit einer geringeren Entropie. Sie können nie wirklich stabil sein. Der Zerfall ist Programm, ist zwingend. Er ist determiniert, sagt der Philosoph. Bevor jedoch in und mit uns alles wieder zerfallen ist und es keine Wechselwirkungen und keinen irreversiblen Vorgang mehr gibt, da gehen noch viele Milliarden Jahre ins Land. Also keine Sorge, man kann schon noch einiges zu Ende bringen oder auch noch manch Neues beginnen. Die vergangenen 100 Jahre waren sehr ereignisreich und haben viel verändert. Vor rund 100 Jahren bekamen die meisten Leute, irgendwo auf dem Lande, doch kaum mit, dass da in Berlin bisschen Revolution geübt wird. Den Heiden von Kummerow war es viel wichtiger Christian als Kuhhirt wieder einzustellen oder zu testen, wer es am längsten im kalten Wasser aushält.
Heute sind Revolten eine ganz andere Dimension. Sie werden von außen programmiert und weltweit vermarktet. Da wird vorher alles psychologisch tief durchdacht und dann, über die sozialen Medien, losgetreten. Es sind nur Revolten, keine Revolutionen. Das schon deshalb, weil dabei oft Veränderungen gefordert werden, die nicht aus den Reihen der Revoltierenden kommen. Mehr wird eine Regierungsform eingeklagt, die als vermeintliches Allheilmittel von außen angeboten wird. Wie soll Demokratie nach westlichem Vorbild in einem Land funktionieren, in dem noch größtenteils Sippenclans die Gesellschaft zusammenhalten? Und erzähle mir niemand, diese Unmöglichkeiten wären nicht bekannt gewesen. Aber solche Revolten schaffen Unruhe und auch Chaos. Dadurch kann, so hintenherum, in dem aufgewirbelten Staub der Revolte, sich an dem, was da noch von Wert sein könnte in dem angerichteten Chaos, bedient werden. Zuweilen wird auch ein anderer Nebeneffekt ganz gern mitgenommen. Wenn solche inszenierten Umstürze passieren, dann kann es auch bei benachbarten Staaten und Ökonomien zu negativen Auswirkungen kommen. Quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Ob es die Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien waren, die Revolten im vorderen und mittleren Orient, der Bürgerkrieg in der Ukraine oder der Brexit in England. Wer konsequent nachfragt, wem es nutzt, kommt dem Verursacher schnell auf die Spur. In der zeitgemäßen Diplomatie werden die Karten aber eher selten auf den Tisch gelegt. Man ist sich zwar spinnefeind, aber die Methode der letzten Jahrhunderte, sich irgendwann gegenseitig an die Gurgel zu springen, zu der gibt es, in einer ökonomisch globalisierten Welt, einige starke Einwände. Obwohl früher an Kriegen ganz gut verdient wurde, konnte nun festgestellt werden, dass mit globalem Handel fast noch besser verdient werden kann. Da würde Krieg nur Nachteile bringen. Besonders wenn ein solcher Krieg aus dem Ruder laufen würde. Man versucht daher Kriege in beherrschbaren Grenzen zu halten. Die Taktik dabei ist ziemlich clever. Die festgefügten und übermächtigen militärischen und politischen Bündnisse werden als Garant für eine territoriale und ökonomische Beherrschbarkeit solche Konflikte genutzt. Dabei auch die Korruptheit vieler Politiker und Militärs in den Ländern ausgenutzt, die mal so überfallen werden wollen. Eine Armee ohne loyale Führung, die kann leicht und ohne große eigene Verluste besiegt werden. Aus eigener Erfahrung wird heutzutage darauf geachtet, dass es zu keiner echten Schlacht kommt. Tode in den eigenen Reihen sind ziemlich unpopulär. Daher sind Marschflugkörper oder Drohnen besser. Tode auf der anderen Seite, das sind Kollateralschäden. Nicht zu vermeiden und emotional kaum erregend.
Eine fatale Strategie ist weiterhin in den starken Staaten präsent. Es ist die Strategie der Beherrschbarkeit anderen Staaten. Sie wird mit dem Fremdwort Hegemonie beschrieben. Ein Machttrieb aus alten Zeiten, mit immer mehr Bedenken. Eine einzelne Weltmacht, als Instrument der Unterdrückung, kann weder praktisch etabliert werden, noch ist sie als Strategie kaum vernünftig zu gebrauchen. Dies schon deshalb nicht, weil jedes Hegemoniestreben automatische eine Gegenkraft initiiert. Eine solche Gegenkraft kann, wenn die Hegenomie einer fremden Macht die Souveränität eines Volkes ins Visier nimmt, auf eine sehr breite Unterstützung bei diesem Volk zurückgreifen. Dadurch sind Leistungen möglich, die so nicht erwartet wurden. Natürlich wird mit aller Macht versucht eine solche Gegenkraft zu verhindern. Doch manchmal sorgen gerade die Methoden es zu verhindern dafür, dass solche neuen Bündnisse erstarken. Wenn ein solcher Angriff auf die eigene Souveränität erfolgreich zurück geschlagen ist, führt das zu einem ziemlichen Motivationsschub und zu ungewöhnlichen Konstellationen.
Diese unsere Welt ist nicht territorial in Gut und Böse aufgeteilt. So böse wie die eine Seite zuweilen dargestellt wird, so gut ist die andere Seite noch lange nicht. Eine solche Vorgehensweise sollte sachte aus den Richtlinien der großen Politik gestrichen werden. Sie wirkt antiquiert. Trotzdem sind wir noch immer dankbar, wenn uns wer vorgibt, was richtig und was falsch ist. Und wir hören noch immer wir gern, dass wir uns auf der Seite der Guten befinden. Das in Fragestellen solcher Vorgaben, das ist aber auch verdammt anstrengend. Kein Unternehmer sieht es gerne, wenn ein Mitarbeiter, oder mehrere, stets und ständig alle möglichen Entscheidungen von ihm in Frage stellen. Solche ewigen Nörgler sieht man lieber von hinten. Doch sehr oft hängen Existenz, Job und ein regelmäßiges Einkommen an der Abforderung einer unbedingten Loyalität zum Unternehmen oder zum Staat. Es gilt sich verbal nur so zu äußern, dass dabei keine Zweifel an dem Gegebenen zu hören sind. Bei den meisten Menschen hat dies aber nichts mit innerer Überzeugung zu tun. Man bohrt gern dort, wo man glaubt eine dünne Stelle im Brett zu sehen. Wird an anderer Stelle eine dünnere Stelle vermutet, dann wird relativ schnell der Platz gewechselt. Loyalität hat aber auch was mit Essen, Trinken, mit einem Dach über dem Kopf und mit ein bisschen Spaß am Dasein zu tun. Wer sich nun ständig mit grimmigem Gesicht gegen das Establishment stemmt, dem geht dabei oft der Spaß am Dasein verloren und zuweilen auch die Luft aus. Forderungen nach Verbesserungen aufzumachen klingt zwar populär, allerdings scheitert oft die praktische Umsetzung dieser Forderungen, an der Inkompetenz des Fordernden und an den unzähligen Hemmnissen durch die Konservativen. Das Aufmachen von Forderungen nach mehr Vernunft, nach besseren Umweltschutz und mehr Gerechtigkeit sind Slogan, die medial zwar gern verbraten werden, aber in der praktischen Politik kaum eine merkliche Reaktionen auslösen, weil dort mit solchen Visionen umgegangen werden muss, wie mit Seifenblasen, mediale Seifenblasen. Es kann nur das in Angriff genommen werden was machbar erscheint. Für die Umsetzung der Visionen von so pauschalen Maximalforderern, da wäre eine Art Superman nötig. Aber davon gibt es zurzeit nur einen und der ist fest in Hollywood angestellt.
Manche Wissenschaftler assoziieren geforderte Folgsamkeit ganz gern mit dem Begriff Anpassung, im Sinne einer evolutionären Zwanghaftigkeit. Die Anpassung an vorgegebene gesellschaftliche Regeln hat aber nichts mit natürlicher Evolution zu tun. Old Darwin würde auf die Barrikaden steigen, wenn er noch leben würde und dies hören. Anpassungsforderungen an eine gesellschaftliche Struktur sind oft kaum mehr als der Versuch von Unterdrückung. Es ist nicht nur die Vorgabe von Denkweisen, es ist meist die ultimative Forderung so und nur so zu denken. Wir werden uns aber zukünftig mehr dem Kampf der Widersprüche stellen müssen. Die vermeintlich bequeme schwarz-weis Malerei könnte uns ins Verderben führen. Wir müssen bunt werden. Also frisch ans Werk, Zweifel zugelassen und zugleich sich nichts einreden lassen. Auch wenn es oft schwierig wird, weil Zweifel schmerzhaft sein können.

Die unangenehm notwendigen Widersprüche

Es gibt zwei schlimme Schmerzen: Der Liebeschmerz und eine unbefriedigte Neugier! Versuchen wir Widersprüche umfassender zu definieren. Um eins gleich klarzustellen: Eine völlige Auflösung der Gegensätze und Widersprüche kann und wird und kann es nicht geben. Sie sind zwingend notwendig. Sie sind ein Motor, ein Antrieb unseres Daseins. Leider ist es noch sehr verbreitet, die Welt so darzustellen, wie sie die Zuschauer im Saal oder zu Hause gern sehen möchten. Im Grunde nur wegen der Einschaltquote und den damit verbundenen Werbeeinnahmen und manchmal auch wegen der Wählerstimmen. Die Welt wird also weiter straff schwarz weis gemalt. Ohne Rücksicht auf die möglichen Konsequenzen dieser Sichtweise. Auf der einen Seite nur die Guten und auf der anderen Seite sind alle Bösen. Einem reichen, materiell wohlhabenden Staat fällt es so leicht bei seinen Bürgern zu punkten. Man zeigt die schlimme Armut der anderen, allerdings ohne dabei zu erwähnen, dass der eigene Wohlstand nicht selten aus dieser Armut stammt. Der zur Ignoranz neigende Wohlstandbürger sieht es mit Grausen im Gesicht und hofft, dass ihn die eigene Regierung davor beschützten möge, vor so einer Armut und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Bei den armen Staaten wird von außen immer mal ein bisschen dafür gesorgt, dass sie hübsch arm bleiben. Dies erfolgt, indem hier und da für Unruhe gesorgt wird. Damit es zu keiner Konsolidierung von eigenen Staatsstrukturen in den armen Staaten kommt. Klappt aber nicht immer. Bei den Chinesen und den Russen ging der Schuss etwas nach hinten los. Die haben sogar ein ganz neues Gesellschaftsprojekt entwickelt, den Staatskapitalismus. Damit hatte man nun gar nicht gerechnet. Beide Staaten haben intern ziemlich lange gebraucht, bevor sie so selbstkritisch werden konnten und erkannten, dass die Negation der Negation, als Gesetzt der Dialektik, nicht ignoriert werden darf. Hätte man schon vor 100 Jahren bisschen genauer auf die so oft hochgelobten eigenen Klassiker geschaut, manch Irrtum wäre aufgefallen. Ein gewisser Marx schrieb, der Kapitalismus erzeugt die effektivsten Produktionsmethoden. Natürlich nicht weil er Kapitalismus heißt, sondern weil er einer bestimmten Kategorie unserer Spezies genügend Anreiz bietet, sich bis zum Letzten für eine hohe Effektivität einzusetzen. Gegeben durch den Zwang der Konkurrenz. Das Bestreben geht natürlich dahin, die Konkurrenz total Auszuschalten, ein Monopol zu erreichen. Die dadurch immer weiter vorangetriebene Konzentration des Kapitals führt mittlerweile zu Strukturen, die selbst von dem fähigsten Vorstand nicht mehr komplett unter Kontrolle gehalten werden können. Es werden Computerprogramme erstellt, die zumindest so etwas wie einen Überblick ermöglichen sollen. Klappt auch nicht immer. Durch die breite und tiefe Aufsplittung von weltweit agierenden Unternehmen entzieht sich immer mal ein Part dem Controlling. In einem solchen Fall muss auch mal eine partielle Insolvenz inszeniert werden. Bevor eine Blutvergiftung den ganzen Körper gefährdet, ist es allemal besser einzelne Gliedmasen zu opfern. Man hat schon gelernt aus der Geschichte.
Das große Entsetzen auf der Seite des Privatkapitalismus konnte aber nicht verhindert werden. Da wird eine fast ebenso hohe Effektivität erreicht, ohne dass die PM, also die Produktionsmittel, mehrheitlich in Privathand sind. Ein Alptraum für jeden konservativen Kapitalisten! Trotzt subversiver Tätigkeit und mehrerer von außen unterstützter und finanzierter Aktionen, die gern als innerstaatliche Opposition deklariert werden, unter Nutzung der sogenannten sozialen Netzwerke, die gewünschte Wirkung tritt nicht immer ein. Nun ja, auch die andere Seite hat aus der Geschichte gelernt. Wenn da in einer Sonderwirtschaftszone Unruhe über Unruhe geschürt wird, könnte die Wirkung sogar nach hinten losgehen. Der gemeine Chinese erkennt, wie solche Aktionen dem Machtanspruch des Reiches der Mitte schaden. Wenn dann auch noch Initiatoren ins Lampenlicht gerückt werden, die alles andere als charismatisch und glaubwürdig wirken, stärken dies nur die Zentralgewalt. Hong Kong muss sicher noch einige Monate herhalten, dann wird das Interesse nachlassen. Nicht weil sich da was geändert hätte, nein, nur weil es dem gemeinen Zuschauer irgendwann zu viel wird. Er will es nicht mehr hören und das ist für einen Kanal, welcher von Werbeeinnahmen lebt, sehr gefährlich. Da muss was Neues her. Sachte wird es aber schwierig die Leute bei der Stange, pardon, bei der Glotze zu halten, wenn nichts wirklich Neues zu hören und zu sehen ist. Dieser investigative Journalismus dreht sich irgendwie im Kreise und die Gesichter auf den Bildschirmen machen eher den Eindruck einer Muppet-Show. Nur dass darüber kaum gelacht werden kann. Obwohl man im konservativen Teil der Welt weiter auf ein altes, aber gut erprobtes Prinzip zum Machterhalt setzt, dem alten römischen Prinzip teile und herrsche - divede et impera, wirkt die dafür verwendete Argumentation und Propaganda in den Medien sachte etwas verstaubt.
Unsere moderne Elite ist jedoch wissenschaftlich konform und aufgeklärt. Erklärt die Welt mal schnell so, dass keine Zweifel an der Richtigkeit und Endgültigkeit gegenwärtiger Strukturen mehr aufkommen sollen. Das Ganze wird oft derart verkompliziert, dass es kaum noch einer versteht. Egal ob es dabei um Quantenmechanik oder um Börsenpraktiken geht. Es wird verschachtelt und verdreht, mit lateinischen oder englischen Begriffen gespickt, so dass der gemeine Zuhörer schon froh ist, es nicht verstehen zu müssen. Es ist zwar Unsinn, aber es hat Methode. Denn, was nicht verstanden wird, das kann auch nicht angezweifelt werden. Beliebt sind auch Themen, die sich zwar sehr spektakulär anhören, aber weder beweisbar sind, noch dass sie eine echte Bedeutung für unser gegenwärtiges Dasein haben, jedoch so manch kalten Schauer dem Zuschauer über den Rücken laufen lassen. Da wollen uns ein paar Medien-Astrophysiker glaubhaft machen, es wäre wichtig für uns zu wissen, wo und wie, in 5 Millionen Lichtjahren Entfernung, ein Quasar sein Unwesen treibt. Mittelweile nehmen wir so was auf, wie den Wetterbericht von Südostchina. Die mit solchen Infos verbundene Botschaft, ist die, dass auch bei uns ein Quasar auftauchen könnte. Vielleicht? Doch keine Sorge, wir würden in einem solchen Fall die Hufe schneller hochreißen, als die Werbung, für die dafür benötigte Sterbewäsche, noch gesendet werden kann.
Nun zu den Widersprüchen und Gegensätzen grundsätzlich. Doch zuerst die Erkenntnis, dass Alternativen nur dann sinnvoll und möglich sind, wenn das Gegenwärtige von allen Seiten beleuchtet wurde. Nur anders sein zu wollen, das ist nicht sinnvoll und meist auch nicht erfolgreich. Taugt für bisschen Populismus, aber nicht für eine Realpolitik. In der Naturdialektik wird diese Notwendigkeit mit der Negation der Negation beschrieben. Das Gute des Gewesenen muss in das Kommende einfließen. Gehen wir noch einmal ein Stück zurück: Als der untergegangene Sozialismus, am Anfang seiner Kariere, die Auflösung der grundlegenden Widersprüche versprach, da gab es kaum jemand, der darin den größten Irrtum dieser Ideologie erkannte. Im Grunde interessierte es auch nicht, was da so versprochen wurde. Die Menschen hatten ganz andere Sorgen, als sich um diese vermeintlichen Widersprüche und deren Auflösung Gedanken zu machen.
Das Versprechen der Auflösung der Klassengegensätze schlägt der eigenen materialistischen Dialektik voll ins Gesicht. Keine Ideologie und keine Politik ist in der Lage grundlegende und antagonistische Gegensätze, so mir nichts dir nichts, aufzulösen. Wir brauchen diese Widersprüche wie die Luft zum atmen. Ohne sie steht alles still. Ein anderes, heutzutage gern gebrauchtes Wort, ist das Wort Freiheit. Sagen wir vorerst Wort dazu, denn für einen Begriff fehlen zuweilen ein paar hinreichende Beschreibungen. Und so wird dieses Wort überwiegend in der Form gebraucht, dass woanders diese Freiheit fehlt, die man selbst als für sich gepachtet ansieht. Da, wie gesagt, nicht so richtig beschrieben werden kann, was sie eigentlich ausmacht diese Freiheit. Oft wird es darauf zu reduziert, stets so viel essen zu können, wie man will oder immer dorthin fahren zu können, wohin man will, wenn es finanziell machbar ist. Das wirkt doch sehr dürftig für dieses Wort. Auch die oft erwähnte Meinungsfreiheit ist doch etwas manipuliert. Die überwiegende Anzahl der Meinungsmachenden Medien, also Zeitungen, Journale, Radios, TV Kanäle und Internetplattformen sind in wenigen privaten Händen. In ca. hundert Jahren hat sich diese Meinungsmache, von dem ein wenig primitiven und brutalem Geschwafel eines Goebbels, hin zu einer sehr subtilen, abgestimmten und sehr wirkungsvollen Methode der Manipulation entwickelt. Eine solche Absprahce zeigt sich auch in den simblen zeitichen Übereionstimmungen bei den Werbeeinblendungen. Die meisten Sender bringen ihre Einblendungen zeitlich parallel. Also lohnt sich das Umschalten nicht. Wer das als Zufall ansieht, bitte!
Außerdem werden einfache Szenarien vorgegaugelt. Hotels, Kliniken und Schiffe voller edler Helden und dazu ein paar doofe Idioten. Sobald jedoch ein intellektuelles Verständnis, Empathie oder das Erkennen kausaler Zusammenhänge notwendig wird, da werden Einschaltquote und Werbeinnahmen kaum den Wünschen der Anleger gerecht. Nur weil man keine Alternativen zur Hand hat, kann dem Gegenwärtigen doch nicht das gesamte Feld überlassen werden. Schon zeigt sich damit ein weiterer grundlegender Widerspruch. Es sind die Positionen des Konservativen und des Progressiven. Die einen wollen konservieren was ist und die anderen wollen verändern, was nur verändert werden kann. Dieser Widerspruch währt ewig und der Kampf beider Seiten ist allgegenwärtig. Bei diesen Auseinandersetzungen entsteht auch die Gilde der Romantiker. In alten Sagen und Legenden, in der Schönheit der Natur und der Musik, wird eine Art Flucht, vor den unangenehmen Seiten dieses Hick-Hacks in der menschlichen Gesellschaft, praktiziert. Manche aus dieser Gilde haben schöne Bilder gemalt, beeindruckende Skulpturen geschaffen, gefühlvolle Verse geschrieben oder geniale Musikwerde komponiert. Allerdings sind Künste nicht den Romantikern vorbehalten. Sie können auch dem Drängen nach Veränderungen oder aus dem Festhalten am Bestehenden entspringen.
Wahrscheinlich entsprang Dante Alighieris "Göttliche Komödie" oder Nitsches "Also sprach Zaradustra" im Grunde einer Ablehnung des Durchschnittlichen. Es mag unangenehm für denjenigen sein, der dies oder jens erkannt hat, wenn kaum wer seine Erkenntnis nachvollziehen kann. Dabei muss jedoch einem Umstand Rechnung getragen werden, dem Umstand der Ausnahmne und dem des Regelfalls. Wenn die Ausnahme von 0,01% was erkennt und die anderen 99,9% das nicht wirklich interessiert, dreht sich die Welt trotzdem weiter. Selbet dann, wenn die eine oder andere Erkenntnis näher an einer vermeintlichen Wahrheit liegt. Dante und Nitsche haben ihre Werke in genialer Reimform verfasst. Sie haben schon sehr umfassend beschrieben, an was die Menschheit so zu kauen hat. Es ist große Kunst. Die Göttliche Komödie nötigt dem Zuhörer 5 Stunden ab und Nitsches Zaradustra sogar 8 Stunden. Geduld ist gefragt und hohe Konzentration über die ganze Zeit, sonst reißt schnell der Faden des Verständnisses ab.
Zurück zur Freiheit. Sie ist, trotzt der fehlenden Einheitlichkeit in der Bestimmung des Inhalts, ein sehr gut nutzbares und universell einsetzbares Wort. Doch wie sagte schon der alte Immanuel Kant: Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauung ohne Begriffe sind blind. Ist Freiheit nur ein Gedanke, ohne Inhalt, dann wäre dieser Gedanke leer. Eine Anschauung? Wie würden die dazu passenden und notwendigen Begriffe lauten? Umfassend und in sich geschlossen, so konnte Freiheit noch nicht definiert werden. Freiheit ist immer die Freiheit des anders Denkenden! Rosa Luxemburg Das sollte zumindest mit eingehen, in die Begriffsbestimmung von Freiheit. Dummerweise hat es eine Kommunistin formuliert und dann auch noch eine Märtyrerin dieser Ideologie. Aber bitte, was kann die Freiheit dafür?! Und so plaudert manch opportuner Dokumentarist zur Frage, was ist Freiheit, irgendein Kauderwelsch. Ohne einen allgemeinen und als gültig anerkannten Inhalt, reimt sich jeder seinen Inhalt so zusammen, so wie er ihn braucht und wie er ihn verstanden haben will.
Als Kinder, vor mehr als 60 Jahren, da waren wir frei. Kein Fernsehen, kaum Radio und das Internet noch nicht mal als Begriff geboren. Was taten wir? Nun, unsere Eltern waren in einer Zwicklage. Einerseits waren die Grundlagen des aktuellen Daseins noch sehr am Wackeln. Im Osten wurde eine komplett neue Gesellschaftsordnung befohlen. Damit musste man erst einmal zurecht kommen. Dies hatte zur Folge, dass wir Kinder oft unbehelligt von irgendwelchen grundsätzlichen Vorschriften blieben. Man hielt uns an der langen Leine. Und so begannen wir unsere eigenen Spiele zu entwickeln und gleich anzuwenden. Freiheit scheint dort zu sein, wo man frei von jeder Beeinflussung und Bevormundung, frei von jedem körperlichen und geistigen Zwang, ohne Voreingenommenheit und frei von Vorurteilen, sich in dem Gegebenen hineinfinden und sich dabei selbst entwickeln kann. Eine solche Freiheit gibt es entweder weit ab vom Schuss, also in einer totalen Abgeschiedenheit, oder eben in der Zeit, in der sich eine neue Macht erst beginnt zu konsolidieren. Aber fast jede Macht will irgendwann mehr beeinflussen. Macht will, dass man überall ihre Spiele spielt. Das liegt in der Natur der Machtausübung. Einerseits entstehen durch Macht Strukturen, die durchaus einen positiven Aspekt haben. Macht hat was gegen Chaos, gegen Anarchie und gegen Aufsässige. Ein wohlhabender Staat kann sich ein massenmediales Genörgel eine Zeitlang leisten. Aber das ist nicht immer gut für das Volk. Es erwächst Unzufriedenheit. Wenn, zugunsten der Einschaltquote, fast täglich alles und jeder durch den Kakao gezogen wird, ohne dabei irgendeine Lösung der glossierten Unzulänglichkeiten anzubieten, entsteht zwangsläufig der Wunsch nach einer klaren Linie, nach dem Ende des ewigen und nichtssagenden Genörgels. Das kann eines Tages ein Schuss werden, aber einer, der straff nach hinten losgeht. Es hat noch keine Macht geschafft, ein real existierendes Problem, lediglich durch permanentes darauf hinweisen, zu lösen.
Ein Charakteristikum von uns Menschen scheint zu sein, dass wir Probleme brauchen. Haben wir genug zu Essen, zu Trinken und ein sicheres Dach über dem Kopf, beginnen wir sofort nach möglichen weiteren Problemen zu suchen, um uns dahinter verstecken zu können. Das Volk wird zum Stammtischstrategen und zum Kaffekränzchen-Revoluzzer. Bitte, wenn es damit zu Recht kommt, dann bis zum St. Nimmerleinstag. Aber manchmal wird das schon langweilig. Dann wird ganz gern bisschen Revolte gespielt und sich auch mal mit den Ordnungskräften geprügelt. Bedenklich wird es nur, wenn sich jemand findet, der alle Unzufriedenen und Gelangweilten unter einen Hut bekommen will. Solche Vereinigungstypen sind spezielle Menschen. Meist von sich und von der schicksalhaften Bedeutung ihres Daseins überzeugt, sind Ideologie und Politik oft nur Mittel zum Zweck. Sie loben die Notwendigkeit von gesellschaftlichen Strukturen einerseits, um sie andererseits dann kriminell zu missbrauchen. Wenn die einen die Guten und die anderen die Bösen sind, generell und absolut, dann müsste der gesunde Menschenverstand aufstehen und sagen: Niemand ist frei von Sünde, auch wir nicht! Doch eher wird auf den Wind geachtet, darauf wohin die Fahne auf den Türmen weht, um rechtzeitig den eigenen Mantel zu drehen. Und wir fallen noch immer ganz gern auf Typen rein, die uns das Blaue vom Himmel versprechen.
Wenn ich diese Aufzählung, von durchaus bedenklichen Erscheinungen der Gegenwart, vornehme, dann nicht um zu zeigen, dass ich sie erkannt habe. Dies wäre nun wahrlich keine Leistung. Nein, wie schon erwähnt, ohne die distanzierte, vorurteilsfreie und unvoreingenommene Betrachtung des Ist, kann keine vernünftige Sicht auf eine eventuell zukünftige Entwicklungen erfolgen. Eine Gesellschaft ohne echte Zukunftsvision kramt in einem fort in der Vergangenheit herum. Sucht dabei einen überzeugenden Grund dafür, dass es gar nicht mehr weiter gehen kann. Endzeit ist nicht der Moment des Weltuntergangs, Endzeit ist eine Zeitspanne. Egal ob als einzelner Mensch, als Familie oder als Volk, wer glaubt, das non plus Ultra einer gesellschaftlicher Entwicklung erreicht zu haben, dem fehlt es einfach an Realitätssinn und an Fantasie. Zweifel am Gegebenen erwachsen in jeder Gesellschaft, selbst im Schlaraffenland. Nur beschränkt man dort auf diesen Slogan: Wir sind dafür, dagegen zu sein! Andererseits neigen manche Vertreter einer selbstgefälligen Gesellschaft zu sehr unglaubwürdigen Auftritten. Dabei werden Slogans benutzt, die sehr pathetisch klingen und von Begriffen bestückt sind, für die es keinen wirklichen Inhalt gibt. Das schützt vor der eigenen Verantwortung und ist nicht allzu schwer zu erlernen. Allerdings wird es als ein Funktionsgraph über die Zeit im flacher. Es nähert sich der totalen Unglaubwürdigkeit. Man könnte einen Funktionsverlauf der Art f(x)= ln e hoch minus x dafür heranziehen. Am Anfang ein hohes Potential, aber dann ein starkes Nachlassen, ein immer flacher werden. Es gibt aber einen Umstand der hoffen lässt. Dazu später.
Eine Voraussicht ist nur a priori möglich, also nur mit dem Verstand und der hoffentlich in ihm sitzenden Vernunft. Dies deshalb, weil es keine Erfahrungswerte aus der Zukunft geben kann. Aus einem Geschehen, welches noch nicht passiert ist, kann niemand eine echte Erkenntnis gewinnen. Jede Situation ist einmalig. Es gibt kein geschichtliches Ereignis mit einer wirklich zutreffenden Kohärenz für die Zukunft. Also können wir nur mit Hilfe unseres Verstandes, auf Basis der Vernunft, Wahrscheinlichkeiten annehmen. Dabei das gesamte Spektrum einer gesellschaftlichen Entwicklung zu prognostizieren, das ist eine zu komplizierte Aufgabe. Wer glaubhaft machen möchte dies beherrschen zu können, kann nur ein Scharlatan oder/und ein Demagoge ein. Außerdem sind wir, trotzt des Wunsches nach Harmonie, stets auf ein paar Unvorhersehbarkeiten durchaus erpicht. Wenn es keine Überraschungen mehr gibt, dann erschlafft die Spannung des Daseins. Nicht gut!

Väter der Dialektik

Aber erst einmal zurück zur puren Philosophie: "Einheit und Kampf der Gegensätze ist die Quelle der Entwicklung!" So lautet das erste Gesetz der materialistischen Dialektik. Das hat Engels in seinem Anti-Düring konzipiert. Obwohl schon oft und intensiv dagegen gewettert wurde, so richtig widerlegen konnte diese Dialektik bisher niemand. Außer es geht ins Metaphysische. Aber als Naturdialektik trifft sie schon ganz gut den Kern. Er hat die Anregeung dazu auch aus der Helegschen Dialektik abgeleitet. Es geht dabei um eine Art unverseller Regeln, nach denen sich das ganze in Natur und Gesellschaft richtet. Ein sehr hoher Anspruch.
Egal, in diesem Diskurs geht es um das grundsätzliche Problem der Erkennbarkeit dieser Welt. Dabei scheint es vorerst keine Rolle zu spielen, wie nahe eine Interpretation die realen Abläufe in der Natur wiederspiegelt. Philosophie wird auch stets nach ihrer Stellung zum gerade herrschenden Establishments bewertet. Wenn eine Philosophie von Leuten, die nach Ansicht der gerade dominanten Macht, die falschen Leute sind, verfasst wird, liegt ein Ablaufplan im Schubfach, auf dem steht, wie, wo, wie und wann dagegen vorzugehen ist. Die dazu meist angewandte Methode ist Polemik. Das Thema wir derart zerquasselt, dass am Ende wahrscheinlich selbst die Redner nicht mehr weiß, was er eigentlich sagen wollte. Für diese Strategie stehen die sogenannten Experten zur Verfügung. Oft stets dieselben. Allerdings wird deren Glaubwürdigkeit und Kompetenz zuweilen durch ihr Erscheinungsbild geschwächt. Das Volk hört zwar zu, aber da gibt es so eine Art Urinstinkt, welcher dem Zuhörer empfinden lässt, ob da jemand seine eigene Meinung und Überzeugung vertritt oder mehr im Auftrag anderer ein Statement runter quasselt. Gesichter sagen viel über die Person des Redners aus. Selbst der einfachste Bürger, ohne hohe Qualifikation in der Psychologie, fühlt den reinen Eigennutz beim Auftritt von so manchem "Experten". Es sind Personen, welche lediglich die Welt kommentieren, aber in aller Regel keine persönliche Verantwortung tragen oder übernehmen. Es sind die, die immer wiederholen, dass man müsste, dass man sollte, dass man es auch könnte. Langweilig!
Wie dem auch sei, wer nun diese Quelle der Entwicklung verstopfen will, wer den Kampf und die Einheit der Widersprüche abschaffen will, dem ist grundsätzlich was falsch eingegangen. Wir haben bereits formuliert, dass die Auflösung aller Gegensätze als politische Zielstellung blanke Demagogie ist. Dabei ist es egal, wie diese Gegensätze genannt werden. Ob Klassenkampf oder soziale Gegensätze oder Meinungsverschiedenheiten, das alles und noch mehr gehört zur Einheit und zum Kampf, zum Leben. Die eigentliche Gefahr besteht aber darin, dass diese Widersprüche aus ihrer natürlichen Quelle heraus gehoben werden und zu einem Widerspruch ganzer Völker und Nationen gemacht werden, dass sie politisch Instrumentalisiert werden. Ich will es mal so ausdrücken, wenn sich zwei in einer Kneipe in die Haare kriegen, weil sie einen Widerspruch nicht aus dem Weg räumen können, dann kann dies zu einer Schlägerei führen. Ist geschehen, geschieht und wird wohl auch zukünftig geschehen. Ist vielleicht den Anwesenden unangenehm, aber im Großen und Ganzen ungefährlich. Abschaffen kann man diese Widersprüche nicht.
Wenn jedoch ein Widerspruch so formuliert wird, dass damit ein Volk, eine Nation gegen eine andere aufgehetzt wird, dann kann das zu Krieg, zur kompletten Vernichtung von allem führen. Deshalb ist diese Übernahme einer natürlichen Widerspruchpraxis in die Politik, durch Formulierung einer Ideologie für oder gegen ein Volk, einer Glaubenspraxis oder einer bestimmten Schicht einer Gesellschaft, stets mit der Zielstellung Unterdrückung verbunden. Auch eine gewisse Selbstüberhöhung und Selbstverherrlichung, bei der eigenen Darstellung, im Vergleich mit anderen Völkern, führt zu einer ungesunden Denkweise. Nicht nur bei dem künstlich erniedrigten Volk, mehr noch bei den eigenen Leuten, die dadurch ein unangenehm egozentrische Sichtweise entwickeln. Widersprüche sind im Alltag beheimatet und sollten dort und nur dort ausgetragen werden. Die Übernahme in den Überbau, also die Übernahme der Widersprüche durch eine Administration, das ist nicht nur anmaßend, es ist schlichtweg nicht möglich.

Regieren ist ein hartes Brot

Wer dem Volk Butter ums Maul schmiert, dem sollte mit größter Vorsicht begegnet werden. Warum? Nun, die Entwicklung einer Gesellschaft findet nicht im Parlament oder in den unzähligen Behörden einer Administration statt, sondern im Volk selbst, in den Familien, in den Unternehmen, Vereinen, auch in den Kneipen und natürlich ebenso in den Bildungsstätten. Eine Regierung sollte lediglich dafür sorgen, dass diese Auseinandersetzungen Regeln bekommen und dass jeder zur Einhaltung dieser Regeln genötigt wird. Die ständigen Anstrengungen vieler Regierungen, bzw. ihrer Organe, dem Volk beizubringen, wie es zu denken und zu handeln hat, das funktioniert so lange wir da mitspielen. Um drei Ecken zu denken, um verstehen zu können, wohin der Hase so seine Haken schlägt, das ist uns nur bedingt gegeben. Wer mit seinen Gedanken zu viele Haken schlägt, der könnte sich selbst den Spaß am Dasein verderben. Es ist jedoch oft die Administration, welche den Irrglauben verfolgt, einiges mehr verschreiben zu müssen, als gemeinhin notwendig ist. Es ist aber auch eine schwierige Aufgabe zu entscheiden, welche Beschränkungen beim Kampf um die Futternäpfe hinreichend und notwendig sind und welche Vorschriften hemmen und zuweilen auch zerstörerisch wirken.
Um den weniger Brutalen und kaum Rücksichtslosen, dadurch oft aber moralisch Integeren, genügend Schutz zu bieten und den Starken und extrem ehrgeizen Mitgliedern unserer Spezies nicht zu viel hemmende Bürden aufzuerlegen, dafür muss die Waage von Justicia oft neu justiert werden. Wobei beachtet werden muss, dass die Starken und Ehrgeizigen meist sich selbst gut in Szene setzen können. Den weniger Starken und eher Demütigen fehlt nur zu oft eine Stimme und eine Lobby. Dadurch kann der Überbau, durch viele geschriebene Worte, noch mehr gesprochene, verschachtelte und verkomplizierende Worte die große Schwierigkeit der Machtausübung, darstellen und sich gut selbst schützen.
Allerdings hackt sich manch Administration zuweilen ins eigene Bein. Aus Sorge für zu wenig Gesetze und Bestimmungen, werden schnell für alle möglichen und unmöglichen Abläufe Vorschriften verfasst. Es kommt zu einer unsinnigen Beschneidung von Entscheidungsfreiheiten. Wenn die Mitglieder einer Behörde zwar den paradoxen Wiederspruch mancher Vorschrift und Durchführungsbestimmung erkennen, aber nichts dagegen tun, ihn einfach weiter anwenden, weil es eben so geschrieben steht, kommt es zuweilen zu einer Selbsthemmung im Alltag. Dies passiert durch eine Art Eigendynamik der Kontrollsucht, bzw. durch eine Art Vorschriften- und Verbotsmanie. Wenn in den Nachtbars das Rauchen von Leuten verboten wird, die noch nie eine Nachtbar aufgesucht haben, dann riecht das nach Despotie. Gesund zu leben kann nicht erzwungen werden, nur empfohlen. Zwischen privater Eigeninitiative und gesellschaftlicher Kontrolle die richtige Balance zu finden, das ist ein fundamentales Problem einer jeden Regierung. Die Tendenz zur ganz großen Freizügigkeit der Wirtschaft, die führt zur Korruption, weil die Politik mit Neid und Missgunst auf die Gewinne der privaten Wirtschaft blickt. Verständlich, weil diese Gewinne oft nur mit Hilfe einer dafür günstigen Gesetzgebung möglich sind. Das andere Extrem, sehr enge und beschränkende Bandagen für Privatinitiative, das führt früher oder später zum Erschlaffen dieses wichtigen Motors. Es kann also einerseits nicht jedem alles erlaubt werden, andererseits sollte aber auch nicht jeder Schritt eines Aktivisten vorher zur Genehmigung eingereicht werden müssen. Leider winden sich, in den sogenannten entwickelten Industriestaaten, einige Politiker aus diesem Entscheidungszwang geschickt heraus, indem sie mit inhaltslosen Geschwafel kundtun, letztendlich nicht zu wissen, was gehauen und gestochen ist. Diese Entscheidungsträgheit und dem sich vor der eigenen Verantwortung drücken, das kann, wie schon erwähnt, schnell zu einer Diktatur führen. Warum? Nun, weil dem Volk das Geschwafel der Feigen und Faulen zu viel wird. Das ist auch deshalb gefährlich, weil leider nicht zu Ende gedacht wird. Vielleicht mal Goethes Zauberlehrling lesen!!
Dem Volk sind meist nur die Gesichter an der Front der Politik bekannt. Es sind jedoch die vielen Beamten und Sachbearbeiter in den Ministerien und Behörden, welche die Kiste am Laufen halten. Zuweilen scheint es dabei keine so entscheidende Rolle zu spielen, wer da als Minister oder großer Chef im Sessel sitzt. Wenn jedoch die Katze aus dem Haus, da tanzen bekanntlich die Mäuse und manch völlig überflüssiger und teurer Beratervertrag oder eine undurchdachte Projektentwicklung wird dem Ministerium untergejubelt. Dafür muss zwar die Ministerin oder der Minister den Kopf hinhalten, aber der Ausreden gibt es viele. Vieles wird verziehen, auch weil manch Ministersessel mehr einem Schleudersitz ähnelt, dessen Auslöser nicht vom Sitzenden kontrolliert werden kann. Daher wird immer mal für die Zeit danach gearbeitet. Finanzielle Sorgen dürften die meisten hohen Leute kaum haben. Aber als wohlhabender Pensionsbezieher nur noch im Garten zu arbeiten, das erscheint doch nicht sehr anstrebsam.
Einen Teil der tief gestaffelten Einflussnahme auf das Alltagsdenken überlässt man heutzutage der Werbung. Es wird eine bestimmte Art zu leben vorgegeben. Dazu werden gleich die passenden Produkte aufdringlich angeboten. Noch nie waren so viele Menschen so intensiv, bis ins kleinste Detail ihres Alltages, beeinflusst. Hocheffektive Massenproduktion fordert zwingend einen verlässlichen Massenkonsum. Da müssen alle Register der Beeinflussung gezogen werden. Nebenwirkungen werden ausgeblendet.
Bereits vor 70 Jahren wusste die Verantwortlichen der Erdölindustrie genau, was für eine Nebenwirkung, bei der Verwendung ihres Rohöles, auf die Welt zukommt. So werden auch die Werbestrategen von heute genau wissen, welche Endzeit uns dadurch bevorsteht. Daher wird ganz gern Accessoires für einen Tanz auf dem Vulkan angeboten. Egal wie beschissen es aussieht, Hauptsache du gehörst dazu. Es soll jedoch vermieten werden, dass der Konsument mehr nachdenkt, als die Werbung ihm vergibt. Die Politik sagt nun, da ist der Markt, der reguliert das alles. Die Werbung sagt, ohne dem oder jenem Produkt könnt ihr nicht glücklich sein und die Propaganda sagt, besser als jetzt ging es euch doch noch nie. In diesem Kreislauf rennen wir, wie die Hamster im Laufrad. Verlieren dabei einen Teil unserer Individualität? Unser Dasein wird ohne unsere Eigenheiten, ohne eine Begrenzung auf einen örtlich und zeitlich Rahmen, zu keiner echten Befriedigung führen. Wenn wir in einem fort dazu aufgerufen werden, uns ständig mit der Welt zu vergleichen, mit künstlich hochgepushten Supermenschen, werden wir immer unzufriedener und auch immer aggressiver. Da reguliert der Markt nichts, da bringt er verdammt viel durcheinander. Eine auch gern benutzte Methode der Konservativen ist die sogenannte Bildungselite. Auf Grund ihres hohen Bildungs- und Erkenntnistandes muss und kann sie eine Art Vorreiterrolle bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme spielen, sagt man. Mag sein, dass Studenten und Akademiker manchen Fehler der politischen Elite eher und begründeter erkennen, als die Masse des Volkes. Aber diese elitäre Schicht hat allein nicht die Kraft die erforderlichen Veränderungen auch durchzusetzen. Meist beschränken sie sich daher auf ein oft umständliches beschreiben und kommentieren der Missstände und Probleme. Praktikable Lösungen bieten sie kaum an. Schon deshalb nicht, weil sie sich selbst dabei konkret einbringen müssten. Eine Zeitlang so zu tun, als würde man mit voller Überzeugung dagegen sein, das hat was Spannendes. Nur sich die eigene Kariere in dem Establishment komplett zu versauen, indem man die Spitzen zu sehr ärgert, dies würde dann doch zu weit führen. Da sind da noch die erfolgreichen Börsenspekulanten. Sie rechnen mit der Einfalt der Faulen, die glauben, allein durch Ziffern auf einem Kontoauszug ringsherum anerkannt zu werden. Sie werden nicht anerkannt, ihnen werden nur die Stiefel geleckt, in der Hoffnung, bisschen was abzubekommen. Der edle Mensch wendet seinen Blick ab. Ja so ist das Herr Buffett. 130 Milliarden Dollar - wo liegt der Sinn? Globalisierung & Galaxierung?!
Obwohl es noch rund 190 Nationalstatten gibt, mit sehr, sehr unterschiedlichen Eigenheiten, Entwicklungsstand und Verflechtungen - die globalisierte Wirtschaft hat sie bereits alle im Griff. Das ist ein echt eklatanter Widerspruch. Die politische Zersplitterung der Menschen und die wirtschaftliche Übermacht einiger Konzerne und Finanzoligarchen, das ist ein echt großes Problem unserer Zeit. Vielleicht ein wenig zu groß. Es ist zu einer sehr einseitigen Ausrichtung der Einflussnahme gekommen. Wer bestimmt den Lauf der Welt? Einzelne Finanzgiganten bestimmen über weit mehr, als für die Menschheit gut ist. Dass scheint zu einer Übermenschpsychose zu führen. Der Umstand, bestimmte Zusammenhänge zu erkennen und sie zum eigenen materiellen Vorteil auszunutzen, lässt bei einer bestimmten Sorte Menschen eine Denkform wachsen, die so leicht in Richtung göttlich tendiert. Das hat bisher, in fast allen Fällen, zuerst in eine Sackgasse und dann in eine Katastrophe geführt. Der andere Versuch, die anstehenden und notwendigen Veränderungen in einer Art Dialog von Volk und Regierung anzuschieben und diese dann durch veränderte Gesetzgebung einzuleiten, solche Versuche gab es immer mal wieder. Doch meist haben sich solche Versuche schnell festgefressen, wegen einer Interessenunvereinbarkeit. Dafür gibt es einen Grund, aber auch der ist nicht Gegenstand dieser Schrift. Daher nur als Kleingedrucktes:
Es gibt einen Interessenwiderspruch im Vergleich beider Lager, welcher sich auch nicht aus dieser Welt herauslösen lässt. Die politische Entscheidungsebene eines Gesellschaftprojektes, welches private Initiative und risikobereitschaft Einzelner als Motor der Wirtschaft nutzt, die hat dafür zu sorgen, dass die Bedingungen dafür vorteilhaft gegeben sind und diese Bedingungen auch einigermaßen stabil bleiben. Dafür sorgt unter anderen ein sehr ausgeklügeltes System des Lobbyismus. In weniger entwickelten Ländern nennt man es Vetternwirtschaft, Korruptheit oder direkte Wahlmanipulation. Wenn dort die Säge bisschen klemmt, wird auch mal schnell eine Militärdiktatur reingeschoben. Zuweilen von außen angeregt und unterstützt. Die Rolle der USA in diesem Spiel ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn nur nach hinten geblickt wird, in die eigene Vergangenheit. Sie hatten, vor mehr als 200 Jahren, eine Vorreiterrolle eingenommen. Das war gut. Doch nun dreht sich diese einst progressive Position in einen ziemlich egoistischen Konservatismus.
In den wohlhabenden Ländern sind die guten Versorgungstantiemen der gewählten politischen Verantwortungsträger eine Absicherung, dass da niemand aus der Reihe tanzt. Mit schlecht bezahlten Parlamentariern und Staatsbeamten wird einerseits Korruption gefördert und andererseits eine gewisse politische Unzuverlässigkeit herauf beschwört. Eine gut geölte Staatmaschenerie ist in jeder Administration ein Garant für Stabilität. Dass dabei ein gewisser Prozentsatz von inkompetenten Schwätzern akzeptiert werden muss, welche nur den Erhalt ihres warmen Sessels im Kopf haben, nun ja, das ist kaum zu verhindern. Es muss der Eindruck eines stabilen Systems erzeugt und erhalten werden, in dem der Einzelne zumindest das Gefühl hat, alle vier Jahre was zu bewirken.
Wenn dies jetzt nach Kapitalismuskritik klingt, da muss ich sagen: Bingo, es ist Kapitalismuskritik, Kritik des reinen Privatkapitalismus. Warum sollte dieser Kapitalismus nicht kritisiert werden? Diese Gesellschaftsform ist nicht das non plus Ultra, ist nicht die letzte und beste Möglichkeit des Zusammenlebens. Schön wäre es, wenn dieser sachte destruktive Privatkapitalismus sich am untergegangenen Sozialismus ein Beispiel nimmt und ohne viel Gezeter seine Zeit als abgelaufen anerkennt. Kein naive Planwirtschaft, aber eine etwas besser kontrollierte und koordinierte Entwicklung. Um den Privatkapitalismus jedoch erfolgreich abzulösen, bzw. die negativen Auswirkungen eines knüppelharten Wettbewerbs zu verhindern, da müssen noch jede Menge Hausaufgaben erledigt werden. Der sich in den letzten Jahrzehnten herauskristallisierter Staatskapitalismus hat sich, als Mischung von starker staatlicher Zentralgewalt und einer relativer Freizügigkeit bei wirtschaftlichen Entscheidungen, durchaus als Alternative erwiesen. Dass die Vertreter des puren Privatkapitalismus dagegen Sturm laufen, das erklärt sich von selbst. Da hat man mit Erfolg den einen kommunistischen Riesen niedergerungen, und schon wächst doch unvermutet ein neuer und angepasster Riese aus der Asche. Ein roter Phönix, so war das nicht gedacht. Es muss noch ein systemrelevantes Problem des reinen Privatkapitalismus benannt werden. Die Interessen privater Eigner von systemrelevanten Unternehmen beeinflussen derart die Politik, dass es zu einer bösen Verzerrung der politischen Vernunft kommt. Dies ist zuweilen schon deshalb höchst unangenehm, weil es dabei meist um eine unsinnige Selbstbewertungsgier geht. Jenseits von allen existentiellen Problemen geht es manchem Egomanen um einen gefährlichen Ehrgeiz. Einzelne wollen der Beste von denen sein, die andere aufs Kreuz legen und über den Tisch ziehen. Da wird auch vor Tod und Vernichtung nicht zurück geschreckt. Das ist schon gefährlich.
Sei es wie es sei, suchen wir weiter nach Zusammenhängen, bzw. Wechselwirkungen, zwischen den gigantischen Abläufen des Werdens und Vergehens im kosmischen Sinne und der irdischen Existenz von denkenden Wesen. Damit meine ich jetzt nichts Überirdisches, Esoterisches und auch nichts Mystisches, sondern ganz natürliche Zusammenhänge, welche durchaus als Zwangläufigkeiten, also als Gesetze erkannt und formuliert werden könnten. Dies dürfte schon deshalb gegeben sein, weil die Natur im Grunde doch nichts neu erfindet, wenn was als Bewährtes bewiesen hat. Sowas wird weiter verwendet, im Großen wie im Kleinen. Das sich der große Kosmos auch in dem ganz Kleinen, in der Quantenwelt, wiederspiegelt, das ist inzwischen erkannt worden. Aber hier geht es um das Dazwischen, das zwischen der Quantenwelt und dem gigantischen Kosmos, es geht um die gesellschaftlichen Strukturen von uns Menschen.
Beginnen wir mit dem, was unser gesamtes Dasein am Laufen hält. Von irgendwoher wurde uns eine Art Wegzehrung bereitgestellt: Abbaufähige Potentialdifferenzen! Das ist unsere energetische Basis. Es gibt sehr hohe Potentiale und diese bauen sich kontinuierlich ab, geben ihre Energie in sehr kleinen Portionen, sogenannten Quanten, ab. Wir knappern diese Energiequanten, das heißt, wir nutzen sie zum Aufbau komplizierter Strukturen und zu deren Systemerhaltung. Für den Aufbau und dem Dasein solcher Strukturen sind bestimmte Bedingungen nötig. Aber bei mehr als hundert Milliarden Galaxien, mit je ein paar hundert Milliarden Sternen, da bleibt es nicht aus, das hier und da die sich zufällig einstellenden Bedingungen, für die eine oder andere Art von Leben, passend sind. Was heißt das? Alles was entstand und entsteht unterliegt zwar bestimmten Regeln im Ablauf des Werdens, aber auch einem nicht geringen Anteil Zufälligkeit. Dass trotzdem hier und da was zusammen passt, sich bisschen stabilisiert und dann aus einfachen Bausteinen komplizierte Strukturen bilden kann, das liegt an der schieren Anzahl der Geschehnisse.
Es gilt der Grundsatz, alles was nicht völlig ausgeschlossen werden muss, geschieht irgendwann. Es muss nur oft genug gewürfelt werden. Einb ildliches Gleichnis: Sagen wir, wir nutzen 20 Würfel mit 1 bis 6 Zählern auf 6 Seiten. Wie oft, glauben Sie, muss jemand mit allen Würfel zugleich würfeln, bis alle, bei einem Wurf, mit der Zahl 6 nach oben zeigen? Es könnte eine Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. Vielleicht muss zwischen ein und 6 322 511-mal gewürfelt werden. Gut, das hilft aber kaum weiter. Wenn jedoch unendlich oft gewürfelt wird, dann werden irgendwann einmal alle Sechsen nach oben zeigen, einfach weil es nicht ausgeschlossen werden kann. Dieses Unendliche und Ewige ist für uns, in unserem zeitlich sehr begrenzten Dasein, nur sehr - im Grunde so gut wie gar nicht vorstellbar. Dass jedoch jede Unwahrscheinlichkeit einmal vorkommt und geschieht, das leuchtet schon ein wenig ein.
Vergegenwärtigen wir uns die existentielle Frage der Energieumwandlung, bis hin zu E=mc². Bei einer gewissen Energiedichte muss Energie quasi eingeweckt, konserviert, komprimiert werden. Energie wird in feste Materie oder in Gas oder Strahlung manifestiert. Solche Kompression scheint erforderlich zu sein, um einen gegebenen Energieüberschuss nicht ständig zu einem energetischen Chaos werden zu lassen. Dass wir noch nicht alles gefunden haben, was da so entstand, dass es Materie und Energie geben muss, die wir nicht sehen, ja nicht einmal mit unseren Geräten irgendwie aufspüren können - die sogenannte schwarze Energie und schwarze Materie - das zeugt davon, wie wir stets nur ein paar Krümel des Ganzen mit unserer Wissbegier beleuchten können. Leider ist es unserem Egozentrik zu verdanken, dass wir bei jeder Erkenntnisfindung davon überzeugt sind, nun das Ende der Fahnenstange erreicht zu haben. Besonders Astrophysiker sind dafür berüchtigt zu glauben, gerade das letzte Geheimnis zu entschlüsseln. Gott sei Dank sorgt das Universum selbst dafür, dass solche "Genies" binnen Kurzem in die Sachgasse des Irrtums geleitet werden. Wir können nicht erkennen was die Welt im Innersten zusammenhält - nie! Außerdem sorgt die Unterspezies Forscher immer auch selbst für völlige Unklarheit. Kaum gibt es eine These, die eventuell was erklärt, und schon stehen einige Antithesen an der Tafel. Ist wie der Spiegel der Königin, Schneewittchens Mutter. Sie ist die Schönste im Land, aber ..!

Unser Dasein hat konkrete Bedingungen und eine Vielzahl von Ursachen

Zurück zur sichtbaren Materie. Durch den Antrieb einer gewaltigen Dynamik kreiseln Gas und Staubwolken durch das Universum. Die Gravitation verdichtet diese Wolken, komprimiert sie so stark, das Atome und Moleküle unter sehr hohen Druck und ebenso hohen Temperatur gesetzt werden. In einem solchen Backofen werden neue größere Strukturen gebacken. Dass dabei Moleküle einen Teil ihrer eingeweckten Energie, der sogenannten starken Kernkräfte, freisetzen, in Form von elektromagnetischer Strahlung, das ist unser Glück. An die Oberfläche des Backofens gelangt, wofür diese Photonen schon mal mal ziemlich lange brauchen, zerteilen sie sich in Raum und Zeit mit fast 300 000 km/s. Sie treffen dabei auf verschiedene andere Formen von Energie, speziell komprimierter Energie. Es kommt zu einer teilweisen Adsorption, zugleich auch wieder zu einer Emission. Das ist wichtig. Diese Photonen wechselwirken mit allem, auf das sie treffen, nur seltsamerweise kaum oder gar nicht mit sich selbst. Warum?
Aber sie erzeugen die große Chance einer konstruktiven Verwendung ihrer Energie. So kann es geschehen, dass sich eines Tages Wesen entwickeln, von denen sich manche fragen, wie und warum das alles so passiert ist. So eine Quasistabilität bedarf einer Art Feinabstimmung zwischen den Bestandteilen dieser Existenz. Diese entstand nicht, weil sie entstehen musste, sondern lediglich deshalb, weil sie als Möglichkeit entstehen konnte. Hätte gut und gerne auch woanders passieren können. Ob nun in unserer Schwestergalaxie Andromeda auch solche zufällig oder gezielt entstandenen Zustände gegeben sind und sich auch dort jemand fragt, wie und warum das alles so geworden ist? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. 2,52 Millionen Lichtjahre - nur die "Enterprice" könnte dorthin gelangen. Doch die kommt aus den Studios von Hollywood einfach nicht raus. Könnte sein, es gibt eine Art ultimative Hürde zwischen zwei Zivilisationen. So wie Materie und Antimaterie sicher in Zeit existieren, aber eben weit genug voneinander entfernt.
Materie und Antimaterie ist wohl das gewaltigste Paar der Einheit und des Kampfes der Gegensätze. Käme es zum Ausgleich, alles Seiende würde sich in Strahlung auflösen. Irgendeine Regel sorgt eventuell dafür, dass sich auch Zivilisationen nicht ins Gehege kommen können. Nach den letzten Hollywoodschinken "Independenc day" käme es dabei zu einer kriegerischen Konfrontation. Kaum ein amerikanischer Film kommt ohne Gewalt, Waffen und Verherrlichung der eigenen Armee aus. Ist aber begründet. Das Pentagon übernimmt bereitwillig die kostenlose Bereitstellung von Mannschaft und Waffensystemen, wenn der Film in das Konzept des Pentagon passt. Dafür checken Vertreter des Verteidigungsministeriums die Drehbücher. Gefällt der Inhalt werden Flugzeugträger und Kampfjets bereit gestellt. Gefällt es nicht, dann dürfte dieses Drehbuch kaum ein Film werden. Ein Schelm, war Zensur dazu sagt.
Energie - was ist das? Bis vor Kurzem -110 Jahre sind nur einen Wimperschlag - wusste man noch nicht einmal, dass Energie nicht kontinuierliches ist, sondern in kleinen Portionen übertragen wird. Beim Aufheizen eines Körpers erschien ein Effekt einem gewissen Max Planck merkwürdig. Bei kontinuierlicher Energieübertragung müsste sich ein Körper derart aufheizen lassen, bis seine Moleküle so hochfrequent schwingen, bis in den UV Bereich. Damit für das menschliche Auge unsichtbar werden. Also wurde erhitzt bis zum geht nicht mehr, aber mehr als weißglühend bekam man nicht hin. Als Erklärung entwickelte Max Planck die Theorie der Quantisierung der Energieübertragung. Diese Quanten werden zum Teil wieder reflektiert, und nicht komplett adsorbiert. Mit dem Prinzip einer Gegenstromsimulation kann die Größe eines solchen Energiequantums relativ einfach ermittelt werden. Bekannt wurde es unter den Namen Plancksches Wirkungsquantum, mit einer Größe von 6,62 x 10 hoch minus 34 Js. Mit diesen kleinen und universell verwertbaren Energiequanten lässt sich nun allerhand anfangen. Alle Strukturen, die eine Idee haben und für die Umsetzung dieser Idee ein höheres Energieniveau brauchen, können damit arbeiten. Natürlich müssen es Strukturen sein, die so groß sind, dass diese Energiepakete in ihrem Aufbau als Transporteinheiten benutzt werden können. Kleinere Strukturen, kleiner als das Energiepaket selbst, die sind nicht möglich. Mit Schrauben und Muttern von, na sagen wir einer Größe M5, können nur Strukturen gebaut werden, die größer als die Schraube M5 selbst sind.
Die Größe einer Struktur muss ein Vielfaches des nicht mehr teilbaren kleinsten Bausteines dieser Struktur sein. Das Wievielfache hängt von der Kompliziertheit der möglichen Struktur ab. Dabei kommt es schon in die Nähe einer Optimierungsgröße. Manch Kleinstlebewesen ist zu erstaunlichen Dingen fähig. Nur scheint Verstand, Vernunft, Fantasie und Kreativität eine Mindestpotenz an Informationsverarbeitung, Speicherung und Verknüpfung zu erfordern. Diese Kapazitäten benötigen wiederum einen relativ hohen Energiebedarf. Eine kleine Mücke mag sehr geschickt fliegen können, aber eben nur so gut, wie durch die mögliche Energieumwandlung in ihrem kleinen Körpers Potenz für die Koordination ihres Fluges bereit steht. Eine Mücke wird wohl kaum Poesie verfassen können oder sich als Philosoph outen. Klingt eventuell kompliziert? Es ist auch verdammt kompliziert. Wenn wir versuchen es einfach darzustellen, gerät oft der Zusammenhang aus dem Blickfeld. Wenn die Trümmern eines eingestürzten Hauses analysiert werden, können vielleicht die einzelnen Bestandteile des ehemaligen Hauses herausgelesen werden, aber nicht wie das Haus aussah und wie es gebaut wurde. Also, es kristallisiert sich aus einer großen Vielzahl kosmischer Wechselwirkungen immer mal eine temporäre Balance heraus. Die Zeitspanne von mehreren Milliarden irdischen Jahren, die manch Quasibalance hält, die war für Wesen mit einer individuellen Daseinsspanne von maximal 80 bis 100 irdischen Jahren, ausreichend, damit sich aus einfachsten Ansätzen ein autonomen Bewusstseins entwickeln kann. Bis zu welchem Level eine solche Entwicklung voranschreiten kann, tja das ist für einen Insider dieses Prozesses wohl nicht bestimmbar. Jedoch, wie am Anfang kurz dargestellt, wir könnten schon noch ein paar Millionen Jahre vor uns haben. Bedauerlicherweise brauchen wir keine kosmische Katastrophe mehr. Wir können uns selbst auszurotten. Unser Forscherdrang hat es geschafft. Das ist schon fatal. Milliarden Jahre Evolution, um uns selbst, innerhalb von ein paar Stunden, komplett ausradieren zu können. Was ist da falsch gelaufen?
Der Prozess war keine Schöpfung, im Sinne einer bewusster Kreativität. Es gab auch keine Vorsehung, als auch keine weitere Beeinflussung. Es gab nur die Chance der Möglichkeit. Durch die unendliche Anzahl der Ereignisse wurde lediglich gesichert, dass selbst das unwahrscheinlichste Ereignis irgendwann eintrat und sich eines davon stabilisierte. Es gab auch Konstellationen von nur kurzer Verweildauer, weil nichts zusammen passte. Es gab keinen Symmetriebruch oder die physischen Abläufe ließen eine Entstehung von komplizierten Strukturen einfach nicht zu. Kein Planet fand die nötige Ruhe, um auf seiner Oberfläche für einen Mindestzeitraum Stabilität zu sichern. Doch mindestens eine Variante entstand, welche auf Basis von Kohlenwasserstoffen eine Entwicklung von komplexen Strukturen ermöglichte. Wir haben die Charakteristika von Leben mal locker formuliert:
1. Es hat eine Gestalt.
2.Es ist beweglich.
3. Es hat einen Stoffwechsel
4. Es kann empfinden.
5. Es kann sich reproduzieren
6. Es kann sich weiter entwickeln

Inwiefern ähnliche Strukturen, mit anderen Zusammensetzungen, ebenfalls diese Kriterien des Lebens erfüllen, das bleibt wohl für lange Zeit, eventuell für immer, Spekulation. Vieleicht ohen Gestalt?

Energie- die unsichtbare Basis

Einiges zu den Photonen, den kleinsten Energieträgern: Es konnten nun, selbst weit entfernt vom Lieferanten, komplizierte Prozesse zum Laufen gebracht und am Laufen gehalten werden, weil diese Photonen, als Träger der Energiequanten, mit diesen irren 300000 km/s durch den Raum schwirren und dabei weder unter sich, noch mit den dort ebenfalls vorhandenen Teilchen und Strahlungen irgendwie interagieren. Das ist noch immer ein Rätsel. Es gibt eine fast noch unabhängigere Teilchentruppe, die Neutrinos. Diese pfeifen durch alles hindurch, ohne anzuecken. Na ja, also ohne kaum anzuecken. Mit einem großen Aufwand wird versucht diese kleinen Dinger aufzuspüren. Ist wie mit den Higgs-Teilchen. Könnte sein da war was, könnte aber auch sein nicht. Die Photonen sind da kontaktfreudiger. Beim Auftreffen auf feste Materie geben sie einen Teil ihrer Energie ab. Sie werden zerteilt, in einen zurückgeworfenen Teil, einen abgelenkten Teil und eventuell kommen noch einige kleine Elementarteilchen dabei zustande. Dass aus Lichtteilchen richtige Elementarteilchen werden können, ist eine interessante These. Es soll erneut was mit dem Vorhandensein von Ladungen zu tun haben. Dabei stellt sich die Frage: Was sind auf der Quantenebene Ladungen? Welcher quantenmechanischer Zustand manifestiert das Vorhandensein einer Ladung, positiv wie negativ? Es wird, wie schon beschrieben, eine Potentialdifferenz sein.
Obwohl mehrere und unterschiedliche Eigenschaften ein Elektron beschreiben, so wird es sich stets auf einen Unterschied in der Energiepotenz reduzieren. Die Photonen nun, die sind die Basis allen Seins. Sie lassen bei uns das Grünzeug wachsen - Photosynthese. Dieses Grünzeug erzeugt nun seinerseits Stoffe, die einen sehr effektiven Energietransport und Übertragung ermöglichen, wie zum Beispiel Sauerstoff. Andere Lebewesen nutzen den Sauerstoff als Energieträger oder/und verzehren die Pflanzen. Aus Kohlenhydraten, Proteinen, Vitaminen und einer Vielzahl weiterer Stoffe wird bei unseren Stoffwechselprozessen Energie so umgewandelt, dass sie als Brennstoff in den verschiedensten Verbrauchern eines Körpers genutzt werden kann. Die Komplexität dieser Stoffwechselprozesse ist gigantisch.
Die Photonen beinhalten als Energiepaket ein sehr breites Frequenzspektrum. Unter anderen emittieren sie, bei ihrem Auftreffen auf Oberflächen, Frequenzen, welche in unserem Gehirn die Empfindung von Farbe hervorrufen. Keine Oberfläche sendet von sich aus solche Frequenzen aus. Wie sagt das Sprichwort:
Nachts sind alle Katzen grau!
Nur wenn Photonen Atome eines Stoffes energetisch anregen und diese dann die überschüssige Energie, in Form von Strahlung, wieder abgeben, können wir die Oberfläche dieser Körper wahrnehmen und durch Farben voneinander unterscheiden. Die Körper sind real vorhanden. Aber in einem völlig lichtlosen Raum würden wir Körper erst wahrnehmen, wenn wir mit ihnen zusammenstoßen. Die verschiedenen Farben jedoch, die sind eine interne Illusion unseres Gehirns, angeregt durch die unterschiedlichen Frequenzen der emittierten Photonen auf Oberflächen. Geht uns vielleicht schwer ein, ist aber so.
Das ganze Universum ist krachend voll mit Strahlung, Teilchenstrahlung und elektromagnetische Strahlung, von wenig bis sehr hoch energetisch. Seit einiger Zeit kommen noch die von uns künstlich erzeugten Frequenzen dazu. Ob nur von uns erzeugt oder ob auch von anderen künstlich erzeugt, nun ja, wer weiß das schon? Radio, TV, Telefon, GPS und Radar. Würden wir dies alles visuell wahrnehmen, wir kämen durch diesen Dschungel nicht hindurch.
Photonen sind aber die universellsten Energieüberträger. Sie entstehen ursächlich durch Fusionsprozesse, bei denen Materie verbrannt wird. Wasserstoff wird zu Deuterium und dann zu Helium. Irgendwann ist der Ofen in den Sternen aber aus. Der Wasserstoff ist verbrannt und das Sternchen kollabiert. Und irgendwann sind alle Potenzialunterschiede abgebaut. Wie sieht dieses Ende dann aus? Es wird wohl ein Level geben, an dem nichts mehr weiter reduziert werden kann. Es gibt keine Potenzialdifferenzen mehr. Nennen wir dieses Level Quantenfluktuation. Auf diesem Level gibt es nur noch zwei Zustände, die meiner Meinung nach nicht materiebehaftet sind. Die Wirkungsgröße dieser Zustände könnte eben dieses Plancksche Wirkungsquantum sein, mit 6,62 x 10 hoch minus 34 Js. Die Energie zum Erscheinen nimmt es aus dem Verschwinden und umgedreht. Ein Perpetuum mobile der quantenmechanischen Art. Es gibt keine Wechselwirkung nach außen. Nur dieses werden und sofort wieder vergehen und das mit ziemlich hoher Frequenz. Diese Basiswirkung ist jedoch allgegenwärtig und ewig, auch in den materiegebundenen Universen. Quantenfluktuation findet immer und überall statt. Das haben verschiedene Versuche ergeben. Zumindest kann es durch diese Versuche so interpretiert werden. Einer dieser Versuche wurde nach seinem Erfinder benannt: Der Casimir Effekt!
Dies ist ein weiterer Umstand, welcher einen Hinweis darauf gibt, dass alles in allem permanent präsent ist. Ohne jetzt empirisch, mit komplizierten Versuchen heraus bekommen zu wollen, wie und wo diese Quantenfluktuation wirkt und auftritt, legen wir mal locker fest, es ist ein alles durchdringendes Feld, mit dem Charakter einer nicht mehr reduzierbaren Energiesignatur. Quantenmechanisch gibt es jedoch den Zustand der Unbestimmtheit. Alles befindet sich in einer ständigen Überlagerung. Es gibt keine Strukturen. Alles ist bereit alles zu werden. Das erinnert mich an ein Kinderspiel in einer Fernsehsendung. Kinder springen in einem Bereich von 9 oder mehr Quadraten herum, völlig frei und willkürlich. In den einzelnen Quadraten lässt ein Zufallsgenerator mal da und mal dort ein Licht aufleuchten. Wenn jedoch das wechselnde Licht stehen bleibt, sich der Zufallsgenerator für ein oder mehrere Quadrate entschieden hat, müssen sich kurz vorher auch die Kinder entschieden haben, in einem dieser Quadrate stehen zu bleiben. Da niemand weiß, welches Quadrat am Ende beleuchtet bleibt, ist die Entscheidung der Kinder, in welchem Quadrat sie stehen bleiben, zufällig. Da sie sich aber entscheiden müssen, stehen manche auf einem beleuchteten Quadrat, während andere auf einem nicht beleuchteten Quadrat stehen.
Wann und wodurch Teilchen zu einer Entscheidung für eine Struktur gezwungen werden, das ist kaum bestimmbar. Schon ein simpler Messvorgang, durch einen Detektor zum Beispiel, kann einen solchen Entscheidungszwang verursachen. Fakt ist, es gibt ein Level, auf dem die maximale Unordnung, so die Entropie-Vertreter, bzw. die maximale Unabhängigkeit, so der Philosoph, gegeben ist. Es könnte jedoch sein, dass beide Sichtweisen nicht ins Schwarze treffen. Dazu später mehr. Andererseits ist jede Struktur, in materiebehafteten Universen, das Ergebnis eines solchen Zwangs zur Entscheidung. Bei tieferer Betrachtung der Zusammenhänge, ausgehend von der Bereitschaft im Bereich der Energiequanten, sich in jedem Augenblick für eine Struktur zu entscheiden, wenn sie dazu angeregt bzw. gezwungen werden, und die latente Instabilität solcher Strukturen über die Zeit, das kann ganz schnell zu einer ausgewachsenen Psychose oder Paranoia, bei Lebewesen mit Fantasie und Neugier, führen. Selbst die Wechselwirkungen im Atom selbst sind doch sehr vielfältig. Der Austausch der Elektronen mit dem Kern eines Atoms, über sogenannte Austauschteilchen, um diese erzwungene Quasistabilität zu sichern, die sind so vielfältig, dass sie sich wohl nie bis ins Detail offenbaren werden.
Die Strukturierung, also der Moment, wenn aus dem Gewusel eine Ordnung wird, eine Struktur, wenn sich aus unzähligen Möglichkeiten für eine Variante entschieden wird, das geht zwar blitzartig, aber es hat schon eine Zeitspanne. Wären wir in der Lage den Prozess der Entscheidung zu beobachten - wegen der enormen Schnelligkeit dieses Prozesses wird dies aber nie möglich sein- aber wenn doch, könnte es sein, wir würden erkennen, das auch dort manche Teilchen den Schuss verpassen und im unendlichen Feld der Möglichkeiten irgendwo hängen bleiben. Ist aber unbedeutend, weil die überwiegende Anzahl sich rechtzeitig entscheiden konnte. Zustände welche einen Ablauf und somit auch eine Richtung benötigen, brauchen dafür eine Raum-Zeit. Raum-Zeit ist aber nicht Nichts und sie entsteht nicht aus lauter Jux und Tollerei. Raum-Zeit entsteht im selben Moment, in dem etwas wird, was sofort wieder beginnt zu vergehen, zu zerfallen. Jeder Vorgang, also jede Erscheinung, welche in einen Zustand geraten ist, der so nicht gehalten werden kann und auch so nicht ohne Einfluss von außen wiederhergestellt werden kann, also irreversibel ist, und somit einen Anfang und ein Ende hat, braucht einen Raum in dem er stattfindet und eine Richtung in die er abläuft. Die Physik nennt diese Richtung die zur höheren Entropie oder zur höheren Unordnung, ein Gesetz der Thermodynamik. Ich sage dazu höhere Unabhängigkeit. Dorthin, wo von außen keine zwingenden Ordnungsprinzipien mehr einwirken. Komplexe Einheiten binden ihre Bestandteile in straff organisierten Strukturen. Zwingen sie in bestimmte, einem Zweck untergeordnete Abläufe. Aber keine noch so bindende Struktur kann verhindern, dass die einzelnen Bestandteile sich von diesen Zwängen wieder befreien wollen.

Wir sind ein Glied in einer Kette

Nun ein Sprung zur Gesellschaft lebender und denkender Wesen. Obwohl von Seiten der Naturwissenschaft von einer Übernahme physikalischer Regeln in soziale Bereiche abgeraten wird, sollte eine solche Aussage nicht kritiklos hingenommen werden. Es irrt der Mensch, so lang er strebt! Es können durchaus Zusammenhänge und Parallelen hergestellt werden. Auch bei der Evolution denkender Wesen greift die große Magna Mater gern auf erprobte Abläufe und Regeln zurück. Warum auch nicht? Es gilt einen Zusammenhang im Auge zu behalten. Wird einem Stoff Energie zugeführt, geht er vom festen Zustand in den Flüssigen über, dann in den Gasförmigen und letztendlich in einem Plasmazustand, in dem die Atombindungen mehr oder weniger aufgelöst sind. In einem superheißen Plasma kann nun etwas geschehen, indem die elementaren Bindungs- und Abstoßungskräfte überwunden werden und neue Molekularverbindungen entstehen. Dabei wird Energie freigesetzt. Kernfusion. Wenn nun von höchster Entropie dann gesprochen wird, wenn jede zwingende Ordnung sich verabschiedet hat. In der anderen Richtung, in die Richtung zum absoluten Nullpunkt, also 0-Grd Kelvin oder minus 273,15 Grad Celsius, sind die Strukturen so fixiert, dass sich nichts mehr bewegt. Atome, Moleküle, Photonen, alles kommt zum totalen Stillstand. In sich ist dieser Zustand stabil. Er kann aber nicht erreicht werden. Warum, das sollte jetzt nicht weiter untersucht werden. Dort gibt es keine Ordnung mehr, weil ein Ordnungsprinzip ein Mindestmaß an Energie braucht, um sich als Prinzip zu installieren. Wenn in einer Gesellschaft alles still steht, sich niemand mehr bewegt und etwas verändert, sind die Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zwar de facto erfüllt, aber ohne Sinn und Zweck. Es wäre die Freiheit und Gleichheit des Stillstandes. Zurzeit jedoch, da existieren wir noch immer in den Zwängen eines Existenzkampfes, mit teils erheblichen und meist künstlich erzeugten Potentialunterschieden. Der gewollte Abbau bzw. der zwanghafte Erhalt der Unterschiede, dieser Gegensatz ist ein wichtiger Antrieb unseres Daseins, unserer Entwicklung. Gäbe es keine Unterschiede mehr, keinerlei Konfliktpotential, jeder säße da und wäre mit sich selbst im Reinen, vielleicht rundherum erleuchtet und würde a priori nach Erkenntnis suchen. Das ist nur schwer vorstellbar. Für Menschen, die es gewöhnt sind im täglichen Existenzkampf über die Runden kommen zu wollen, ist es wohl eher langweilig und kaum erstrebenswert. Doch keine Sorge, diese endgültige Position ist Erstens nur Spekulation und zum Zweiten, wenn überhaupt, dann erst in sehr vielen Zeiträumen erreicht. Es sollte weder unser gegenwärtiges Dasein, noch unser aktuelles Denken belasten.

So lange es uns Menschen gibt, so lange wird und muss es Konflikte geben. Allerdings, wenn möglich, keine Konflikte die zur gegenseitigen Auslöschung führen. Technisch ist das ja mittlerweile locker machbar.
Einen Schritt, in die zu empfehlende Richtung, wäre die Einsicht, dass niemand mit einem Wohlstand zufrieden sein sollte, der auf Armut und Rechtlosigkeit anderer aufgebaut ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Ungerechtigkeit gleich Nebenan zu finden ist oder im fernen Südostasien. Moralisch ist es Dasselbe, weil wir zu einer Spezies gehören. Wenn wir uns wahrhaftig als die Krone der Schöpfung verstehen wollen, als etwas Besonderes, dann sollten wir das dadurch zeigen, indem wir eine Ethik praktizieren, die einem solchem Status gerecht wird. Welche ferne Zukunft auf eine denkende Spezies wartet, das kann nur spekuliert werden. Aber eins kann gesagt werden, es wird keine Zukunft mit einer rundum zufriedenen humanen Spezies geben. Andererseits könnten wir uns die eigene Zukunft schlimm vernageln, wenn wir es nicht schaffen, die gefährlichen Teil unseres Egoismus zu überwinden. Den Teil ohne jede Empatie.
Aber wir brauchen bisschen Ärger, etwas Stress und eine bohrende Neugier, anderenfalls können wir unseren Verstand schon bei der Geburt abgeben. Wir sind nicht alle aus dem gleichen Holz geschnitzt, das ist wohl wahr. Daher können nicht alle über einen Kamm geschert werden. Trotzdem wird es zuweilen übertrieben. Manche wollen einfach zu viel. Diese Nimmersatten mit Gewalt von ihrer Gier nach immer mehr abzuhalten, das ist keine anhaltende Lösung. Aber ihre Gier an den Pranger zu stellen, sie lächerlich zu machen, weil sie lächerlich ist, und ihnen vorzuleben, wie mit Vernunft und Liebe weit mehr Lebensinhalt erreicht werden kann, das könnte schon Wirkung erzielen. Vielleicht nicht von gleich auf sofort, aber auf Dauer doch.

Im Strom der Zeit

Eine kleine Hilfe, um unseren Platz im großen Gefüge zeitlich zu demonstrieren:
Eine normale Stadionrunde sind 400 Meter. Wir nehmen noch 50 Meter Auslaufzone dazu, kommen so auf 450 Meter und setzen diese 450 Meter in Relation zu 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte. Die letzten 50 Meter Auslaufzone entsprechen demzufolge 500 Millionen Jahre. 10 Meter wären dann 100 Millionen Jahre. Bei 6,5 Meter mussten die Saurier den Löffel abgeben. Ein Meter sind 10 Millionen Jahre. Sagen wir, vor zwei Millionen Jahren begannen unsere Vorfahren das Gehen auf zwei Beinen. Das sind in unserem Stadion die letzten zwanzig Zentimeter von insgesamt 450 Metern. Vor rund 10 000 Jahren starteten wir eine echte kulturelle Entwicklung. Das ist ein ganzer Millimeter vor dem Ziel, dem Jetzt. Die sogenannte technische Revolution startete vor reichlichen 200 Jahren. Jetzt wird es kompliziert, weil dies kaum noch zu kennzeichnen ist. Es sind ganze 0,02 mm vor dem Ziel. 0,02 mm von 450 Meter, das ist schon wenig. Die nun immer und überall hochlobte Digitalisierung begann vor, na sagen wir, 70 Jahren. Das liegt bereits im Mikrometerbereich vor dem Jetzt. Wir mischen uns also erst eine verdammt kurze Strecke, des 450 Meter Gesamtweges, bewusst ins Geschehen ein. Warum ich das so betone? Nun, so ein Vergleich soll nicht zur Demontage unseres Selbstverständnis führen, aber uns ein bisschen von einer unangenehmen Selbstherrlichkeit weglocken. Wenn wir jedoch nur noch einen Meter weiter kommen, nur einen Meter, von insgesamt 450 Metern. Warum sollte das nicht möglich sein? Auf diesem Meter muss kein Asteroid die Erde treffen, auch die Sonne bleibt so wie sie ist. Selbst eine mögliche Erderwärmung, ohne menschliches Zutun, muss nicht zur finalen Katastrophe führen. OK, die größte Gefahr sind wohl wir selbst. Wir können uns selbst derart wenig leiden, dass wir lieber den gesamten Planeten riskieren, als dem anderen nur einen Millimeter Vorteil einzuräumen. Wenn wir trotzdem diesen Meter schaffen sollten, dann wären dass 10 Millionen Jahre. Unvorstellbar was aus uns werden könnte. Die Relation von 10 000 Jahren kultureller Entwicklung zu 10 Millionen Jahren- das ist 1000 Mal mehr.
Die Hindus haben ihrem Obermacher Brama eine mystische Gans zuerkannt, mit der er gedankenschnell von einem Ende des Universums zum anderen Ende gelangen kann. Auch wenn wir uns noch bisschen schwer tun, mit unseren eigenen Gedanken klar zu kommen, es wird sich herausstellen, dass unsere Gedanken, unsere Fantasie, wie schon erwähnt, die stärksten Kräfte im Universum sind.
Allerdings kann leider auch nicht völlig ausschlossen werden, dass es sowas wie eine Sollbruchstelle für denkende Wesen gibt. Eine Art ultimative Grenze für die Möglichkeit der Einflussnahme fantasiebegabter Wesen auf natürliche Abläufe. Wenn, dann ist es eben so. Die Naiven bekommen es nicht mit und die weniger Naiven können es nicht verhindern.
Was jeder komplexen Existenz die Basis für eine Entwicklung gibt sind Informationen. Aufnahme, Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen über das Geschehene, über Entscheidungen und Kausalitäten, über richtig und falsch. Ohne einen solchen Informationstransfer geht nichts, bleibt alles auf der Stelle treten. Betrachten wir zwei Extremfälle:
1. Gedächtnisverlust:
Ohne jede Erinnerung an sein bereits verflossenes Dasein hat ein Mensch keine Identität. Er ist Orientierungslos und ist somit kaum in der Lage Entscheidungen zu fällen. Von den prenadalen Programmierungen, also vom Instinkt, mal abgesehen. Wenn auch diese Programme gelöscht werden, dann ist zappenduster. Bei einem kompletten oder auch partiellen Gedächtnisverlust werden die abgespeicherten Informationen gelöscht. Quasi wird seine Identität auf den Anfang zurück gesetzt. Es funktioniert die Systemerhaltung des Körpers, aber keinerlei soziale Kompetenz ist mehr gegeben. Im Falle eines kompletten Gedächtnisverlustes würde der oder die Betreffende neu geboren. Klingt vielleicht verlockend, ist aber für eine ausgewachsenen Menschen ein schweres Problem. Er/sie müsste isoliert werden, bis sich ein Mindestmaß an eigener Erfahrung neu aufgebaut hat. Wie bei einem Säugling, denn auch die Sprache muss neu erlernt werden. Welche Veränderungen eine Ursache für einen Gedächtnisverlust im Gehirn auslösen, respektive in dem Gehirn eines erwachsenen Menschen, das dürfte schwer zu diagnostizieren sein. Irreversibler Gedächtnisverlust bedeutet letztendlich Verlust der Identität des Betreffenden bis zum auslösenden Zeitpunkt.
2. Informationsverlust bei Weitergabe
Die Informationsweitergabe bei der Reproduktion, wird durch ein geniales Trägersystem der Natur gesichert, der DNA. Es mussten mehrere Bedingungenerfüllt werden. Einmal musste die Unversehrtheit der Informationen gesichert werden und zum anderen eine undramatische Adaption, also Anpassung an eventuell veränderte Umweltbedingungen, eingearbeitet werden.
Obwohl es schon zu einer unerwünschten Mutation der Gene kommen kann, z.B. durch eindringende Viren oder fremde DNA, im Großen und Ganzen sind die Erbanlagen als Informationsträger schon gut geschützt.
Mittlerweile wird wird jedoch vermutet, dass es da noch etwas geben muss. Man glaubt an eine Art universeller Melodie. Schwingungen, welche den DNA Strängen weitere Befehle geben. Dabei geht es nicht nur um die simble Kopie des Vorhandenen. Wenn hochspezielle Strukturen, wie Nerven, Muskelgewebe, ein Herz oder eine Niere aus sogenannten Stammzellen erwachsen, dann nicht als pure Kopie. Es werden kleine Veränderungen zugelassen, die allerdings auch mal zu einer kompletten Fehlinterprätation der Vorlage führen können. Dann kann es zu einer extremen Fehlentwicklung kommen. Von nicht lebensfähig, bis zu unangenehm verhaltensgestört. Sogenannte Autisten sind solche Fehlschaltungen. Obwohl mit sogenannten Inselbegabungen ausgestattet, fehlt ihnen oft eine soziale Komponente, um im normalen Alltag klar zu kommen.
Es wird also nicht nur kopiert aus der Helix, sondern die Einmaligkeit dieses neu werdenden Lebewesens gesichert. Vielleicht zu vergleichen mit einem Komponisten, der aus gegebenen Tönen eine Folge zusammenstellt, was in Harmonie und Klangfolge etwas Einmaliges ist. Kein Komponist, der was auf sich hält, würde doch nie mit der Kopie eines bereits vorhandenen Werkes zufrieden sein. Vorgegeben werden nur die Töne, die Sinfonie daraus muss kreiert werden.
Kontaktgift
Wie Informationen auch durchaus schädlich und tödlich sein können, zeigen bestimmte Stoffe, die wir mit dem Namen Kontaktgift klassifizieren. Die Berührung mit einem solchen Stoff kann tödlich sein und zwar sehr schnell. Über die Nervenbahnen werden Informationen blitzartig weitegegeben. Diese bewirken, dass die Neuronen im Gehirn Befehle erteilen, welche die Funktionen des Körpers völlig durcheinander geraten lassen, bzw. sogar zum Stillstand bringen. Chemische Substanzen geben Informationen an das Nervensystem. Nicht die Substanzen selbst sind der Auslöser einer letalen Reaktionen des Körpers, sondern die Informationen, welche diese Substanzen den Nervenzellen übermitteln. Man kann es durchaus mit einer Schadsoftware in einem Computer vergleichen, mit einem Wurm oder Trojaner. Das Programm des Betriebssystems bekommt Befehle, die dazu führen, dass die normalen Abläufe durcheinander geraten und letztendlich den Computer zu einem Haufen nutzloser Bauteile reduziert. Manche dieser Schadsoftware ist so raffiniert, dass sie selbst eine Formatierung der Festplatte übersteht und sofort wieder aktiv wird, sobald ein neues Betriebssystem installiert ist. Dann hilft nichts mehr. Der Computer kann nur noch physischen zerstört werden. Möglichst ohne jeden weiteren Kontakt mit einem anderen Computer, weil dadurch die Schadsoftware durchaus weitergegeben werden kann, weitere Computer infiziert werden. Gift wirkt analog. Es bringt das Betriebssystem des Körpers vom Regelablauf ab und kann dessen Zerstörung bewirken.

Philosophie kontra Naturwissenschaft

Sicher kann das vieles empirisch erforscht werden. Aber unsere wirklichen und aktuellen Probleme liegen nicht auf der Ebene der Naturwissenschaften, sondern auf der Ebene der Philosophie. Es nützt uns nichts, wenn wir erkennen, wie dieses und jenes funktioniert. Wir müssen auch die Schlüsse daraus ziehen und uns bemühen unseren Verstand, und die darin hoffentlich beheimatete Vernunft, für eine ganzheitliche Lösung unserer Spezies einzusetzen. Es gilt, ohne wichtige Grundsätze außer Acht zu lassen, für 7,6 Milliarden Homo Sapiens einen modus vivendi zu finden. Das kann keine Naturwissenschaft, das muss die Philosophie angehen. Wenn dann noch ein weltbekannter Vertreter der Naturwissenschaften raus haut:
Die Philosophie ist tot und einen Gott kann es nicht gegeben haben, weil vor dem Urknall nichts war, wo er hätte wirken können!
ist dies eine sehr anmaßende Äußerung. Nun Stephen Hawkins, der dies sagte, ist gestorben. Mag die Philosophie schwächeln, aber sterben wird sie noch lange nicht. Außerdem ist die direkte Verknüpfung von Philosophie und Gott eine ziemliche Einengung. Mag Kant geschrieben haben, dass das Ding an sich ohne Metaphysik nicht gedacht werden kann, so gibt es aber auch atheistische Philosophen. Die beschäftigen sich nicht explizit mit der Stellung des Überirdischen beschäftigen, sondern mehr mit den sehr irdischen Problemen der menschlichen Gesellschaft. Solche Typen sind nicht immer willkommen. Oft nicht nur aufklärerisch, sondern auch aufrührerisch, und damit fast gefährlich. Solche Geister, die sagen und schreiben wie es anders besser laufen könnte, waren und sind für ein bestehendes Establishment stets ein Dorn im Auge. Dem jungen Überwohlstandsbürger, in den Ländern der ersten Kategorie, also den reichen Ländern, wird heutzutage so eine philosophische Schrift kaum vom herumfingern auf dem Handy oder vom Sitzen vor dem TV Gerät abbringen.
Schon im alten Rom hat diese Dekadenz dazu geführt, dass die Bürger selbst dann noch ins Kolosseum gingen, um sich ein paar Spiele anzuschauen, als der Westgote Alarich bereits in der Stadt war und sich anschickte zu plündern. Dekadenz ist stets verbunden mit einer gewissen Ignoranz der Realität. Man will nicht wahr haben was passiert. Besonders dann nicht, wenn das Geschehen nicht in die gewünschten Vorstellungen vom Dasein passt. Wie bereits erwähnt: Buddha soll gesagt haben, man soll die Welt so sehen wie sie ist und nicht so, wie sie wunschgemäß sein soll!
Aber zurück zur Wissenschaft bzw. zu den Hypothesen für eine erweiterte Sichtweise. Es scheint eine schier unbezähmbare Sucht nach empirischen Ergebnissen, hin zu nachvollziehbaren Beweisen, ausgebrochen zu sein. Egal mit welch eindringlichen Worten auch dafür geworben wird, dass nun alles Unerklärbare erklärt werden kann. Es ist nicht an dem. Hinter jeder Tür einer neuen Erkenntnis öffnet sich ein Raum mit einer Vielzahl weiterer, noch verschlossener Türen. Von diesen neuen Türen wusste man nichts, bevor diese erste Tür ausgestoßen wurde. Das dies bis zum kaum noch Bezahlbaren getrieben werden kann, dazu wieder etwas Provokatives.
Wenn am LHC im CERN - gute 5 Milliarden Euro Baukosten, sowie rund 15 000 Forscher, die um diesen Teilchenbeschleuniger herumtanzen und gut bezahlt werden - auf Dauer nicht Spektakuläres gefunden wird, könnten Fragen nach dem Sinn hochkommen. Also wurde das Higgs- Teilchen gefunden. Das heißt, so ein Higgs-Teilchen kann gar nicht gefunden werden. Es ist, bzw. es soll ein Feld sein, welches mit hochenergetischen Teilchen derart wechselwirkt, dass ihnen dabei ihre Masse verliehen wird. Der kleine Pick, der als Kandidat für ein Higgs-Teilchen deklariert wurde, nun ja, man hat es zur Kenntnis genommen und mehr oder weniger den Experten abgenommen, dass es was ganz, ganz Wichtiges ist. Großer Auftritt, zusammen mit Mister Higgs, viel Beifall und mehrfache Begründung, dass dieser kleine Pick im Diagramm wirklich das Higgs-Teilchen sein muss. Gut, nachdem am Anfang noch die Befürchtung verbreitet wurde, im LHC könnte ein Schwarzes Loch gebastelt werden, in dem unsere ganze Erde verschwindet, ist man nun mit einem kleinen Hopser in einem Diagramm zufrieden. Dieser Pick ist ein Ereignis von Millionen Ereignissen, die bei jedem Zusammenstoß, von fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Protonen, stattfinden. Direkt ist das Higgs Teilchen so und so nicht messbar. Indirekt und tausendfach extrapoliert und interpoliert war es plötzlich da. Wow!
Über die Gier der Naturwissenschaften, auch die letzten Geheimnisse dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält, ergründen zu wollen und zu können, kommen wir erneut zu dem Königsberger Professor Kant. Vielleicht hat Hawkins ihn doch nicht intensiv gelesen. Denn wie sagte Kant: Das Ding an sich lässt sich nicht beschreiben! Dieses Ding an sich, damit meint Kant die Grundlage allen Seins, welches sich auf ewig dem Erkennen durch uns entziehen wird. Das Ding an sich ist nur denkbar, es hat keine Kategorien und kennt keine Begriffe, es ist unbedingt. Man hat nun verschiedene Begriffe für diesen Zustand geprägt. Singularität, Urknall, Gott. Ein Zustand bzw. der einzige Zustand, an dem alles Eins ist, das Alpha ist zugleich das Omega, Ursache und Wirkung fallen zusammen, es gibt keine Vergangenheit und keine Zukunft, keinen Raum und keine Zeit, ein Zustand, der uns unmöglich erscheint, weil sich in ihm alles uns Bekannte auflöst. Nur an diesem Anfang, nur für einen Moment, da gibt es reine Energie. Allerdings werden wir wohl nie nachempfinden können, wie sich so ein Zustand anfühlt. Wenn überhaupt, dann ist dort das Ding an sich zu finden. Eine Art Quell aus dem alles werden kann, an dem aber noch alles unbestimmt ist. Sobald jedoch eine erste Entscheidung getroffen wurde, teilt sich diese Singularität und alles daraus Folgende ist nun Dual und benötigt somit eine Balance, um von einem Zeitpunkt zu einem nächsten Zeitpunkt zu existieren. Diese beiden Seiten bedingen sich und schließen sich zugleich aus. Dieser duale Antagonismus ist die Basis unseres Daseins. Diese Tatsache in ihrer vollen Tragweite anzuerkennen, das wäre schon mal eine gute Voraussetzung um von unrealistischen Visionen wegzukommen. Eine Friede-Freude-Eierkuchenwelt kann es nicht geben wird es nie geben.
Das Zauberwort heißt Kompromiss. Allerdings gibt es auch faule Kompromisse. Dies sind keine Kompromisse, sondern die erfolgreiche Übervorteilung einer Seite. Menschen, die sich für besonders Clever halten, gehen solche "Erfolge" an. Sie glauben dadurch sich als Gewinner fühlen zu können, wenn sie anderen Menschen eine Lösung aufgeschwatzt haben, die nur scheinbar einen Vorteil für beide Seiten beinhaltet, in Wahrheit jedoch eine sehr einseitige Kiste ist und auf Dauer die Widersprüche verstärkt.
Die große monotheistische Religion musste als politisches Instrument irgendwann auch feststellen, dass ihr ein Gegenpart fehlt. Den Teufel, den gab es nicht von Anfang an. Er wurde erst später eingearbeitet, als Verantwortlicher für die Taten, die man dem Schöpfer nicht mehr in die Schuhe schieben wollte. Ursprünglich hat alles dieser Allmächtige entschieden, auch eine Sintflut und den Untergang von Sodom und Gomorra. Doch dann wollte man eine völlig saubere Seite und eine andere Seite, die für die Drecksarbeit zuständig ist. Der Kampf und die Einheit der Gegensätze; weit vor Engels, ward erkannt und umgesetzt. Interessant ist, wie es eingearbeitet wurde. Luzifer war mal Erzengel, also schon eine Nummer im Himmel. Irgendwie muss er dem Chef ziemlich auf die Füße getrampelt sein. Mit Meinungsvielfalt, da hat der alte Herr nichts am Hut. Da so ein Erzengel aber nicht einfach weggepustet werden kann, wurde Luzifer der bisher etwas vernachlässigte Bereich der Entsorgung irdischen Verhaltensmülls übertragen. Er musste sich um die Seelen der bösen Buben und Mädchen kümmern. Arbeitsplatz Hölle. Damit wurden zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen.
Der Himmel, respektive das Paradies, werden von nun an sauber gehalten und die Frage, wo die bösen Menschen nach dem Tod hinkommen, konnte beantwortet werden. Um die Allmacht des großen Meisters aber nicht zu beschneiden, wurde die Nummer mit dem Erzengel Luzifer formuliert. Zwar weiter für alles verantwortlich, aber dem Chef der Unterwelt doch ein gerüttelt Maß Selbstständigkeit zuweisend. Klingt nach Blasphemie.
Nun ja, wer die Welt so sehen will, wie sie ist, der kommt an bisschen Blasphemie nicht vorbei. Nur sollte damit nicht die Hoffnung der einfachen Gläubigen auf eine überirdische Gerechtigkeit angekratzt werden. Nur die Methoden diese Hoffnungen als Instrument der Macht zu nutzen, die dürfen und sollten schon kritisch beleuchtet werden. Dies auch deshalb, weil es gilt die Gier Einzelner, nach Macht über andere, zu bekämpfen. Interessant wäre auch darüber zu spekulieren, was der Immanuel Kant eventuell anders verfasst hätte, wenn ihm die ersten quantenmechanischen Erkenntnisse bereits bekannt gewesen wären? Ich fürchte, die Vielzahl der Interpretationen und Annahmen dieser Welt der kleinsten Teile, die hätten ihm in seinem Grundsatz, dass sich uns das wahre Geheimnis des Universums nie offenbaren wird, nur bestärkt. Ob es jedoch nun zur tiefen Einsicht kommen wird und manch Forschungsthema, als nie abschließbar, auf Eis gelegt? Wohl kaum.

Es wird weiter in alle Himmelsrichtungen geforscht. Es wäre ja auch ein Sakrileg der Naturwissenschaft, würde man zugeben, dass nicht alles erforscht und erkannt werden kann. Vielmehr wird immer Mal betont, nun auf dem besten Weg zu sein, der Natur das letzte Geheimnis zu entlocken. Unabhängig davon, dass die Natur sich drüber wohl köstlich amüsiert und abgesehen von den enormen Kosten, die dieser Weg verschlingt, er kann schon deshalb zu keinem Ende kommen, weil dann ja keine Neutrinofalle, kein LHC und keine ISS mehr nötig wären. Wer den Stein der Weisen findet löst sich mental auf, weil seine Neugier damit endgültig befriedigt wäre. Ein Bewusstsein ohne Neugier ist wie Getriebe ohne Motor oder wie ein Hamster im Rad. Neugier ist ein wichtiger Trieb, aber sie sollte nicht zum Selbstzweck für ein paar Egomanen mutieren. Andererseits, wer sich zu keinem irdischen Verlangen mehr hingezogen fühlt, der könnte meinen sich auf dem besten Wege zur Erleuchtung zu befinden. Nur, wenn überhaupt, dann schweben Erleuchtete im Nirwana, zwischen Endlichkeit und Ewigkeit, haben den Bezug zum irdischen Dasein verloren. Glauben sich nur noch einer großen Weisheit verpflichtet.
Wer sich aber von der realen Welt abwendet, kann nicht erleuchtet werden, nur verklärt. Für das irdische Establishment sind diese "möchte gern Erleuchteten" jedoch ungefährlich. Deshalb werden solche Typen geduldet und sogar unterstützt. In fast allen Fällen der Einführung eines Götterglaubens, einer Religionen, wird eine Basisaussage herangezogen. So zum Beispiel die Bergpredig oder die 10 Gebote. Das Fatale ist jedoch, dass alle irdischen Vertreter und Verwalter einer Religion nun mal Menschen sind. Einerseits fällt es Menschen schwer, sich von allen Versuchungen des Irdischen fern zu halten und zum anderen ist es fast zwingend, in einigen Bereichen sich konform zu den Regeln des Marktes, auch zu denen des Finanzmarktes, zu verhalten. Das Kapital, nicht das von Marx, das Wahrhaftige, es hat sich damit auch den Glauben einverleibt. Kapital frisst eben fast alles.

Versprechen sind nicht immer heilig

Zurück zur Forschung. Es kann also auf ewig weiter geforscht werden und hartnäckig verneint, dass manches im Grunde keinen Sinn macht. Pardon, nicht die Forschung generell ist ohne Sinn, aber die Sparte, welche nach der ultimativen Erkenntnis sucht. Es kostet sehr viel Geld und man vertraut dabei oft auf die überwältigende Wirkung ihrer Unverständlichkeit. Zur sogenannten technische Revolution. Einige Erfindungen haben dafür gesorgt, dass gesellschaftliche Strukturen erschaffen wurden, welche noch immer einer Art Versklavung sehr nahe kommen. Allerdings, wenn die harte körperliche Arbeit eines Bauern vor, sagen wir 200 Jahren, mit der Arbeit eines Montagearbeiter an einem modernen Fließband verglichen wird, dann geht es dem Fließbandarbeiter schon relativ besser. Allerdings mussten die Bauern von damals den sinnlosen Prunk und den aufwendigen Lebensstil einer selbsternannten Elite mit absichern. Nicht ihre Arbeit an sich hat sie schließlich auf die Palme gebracht, aber schon der Umstand, dass ihnen von den Früchten ihrer eigenen Arbeit nicht mal so viele übrig blieben, dass sie davon hätten leben können. Trotzdem war die Tätigkeit eines selbstständigen Bauern um Potenzen inhaltsreicher, als die Tätigkeit eines Bandarbeiters heutzutage. Aber auch dieser muss mit dafür sorgen, dass ein paar Leute in einem unsinnigen Wohlstand herum geistern. Vieles hat sich geändert, ohne Zweifel auch zum Guten. Das wird anerkannt. Aber eine unnatürliche Abhängigkeit von technischen Prozessen bestimmt in vielen Teilen das heutige Leben. Der einzelne Mensch unterliegt Zwängen, die seinen geistigen Fähigkeiten nicht gerecht werden. Eine unnatürliche und sehr einseitige Belastung trifft aber nicht nur für die Leute am Montageband zu. Auch in den Führungsetagen ist dieses Phänomen gegeben. Dadurch verkümmert ein Großteil unserer natürlich vorhandenen Anlagen. Dagegen wehrt sich die Individualität in unserem Verstand, sozusagen von Amtswegen. Das bedeutet, auch wenn es dem Bandarbeiter physisch gut geht, die permanente Unterforderung seiner intellektuellen Fähigkeiten zwingt ihn mehr und mehr zu einer Art unbestimmten Widerstands. Im vergangenen Jahrhundert gab es mehrere schlimme und sinnlose Kriege. Zwei davon als Weltkriege mit zig Millionen Toden. Aber es gab auch einige Geschehnisse der besonderen Art. Wer sich auch immer dieses oder jenes Verdienst, bei der Abschaffung von unsinnigen Machtstrukturen, heute an die Brust heftet, es ereignete, besser gesagt, es verlief oft nicht so, wie erwartet und versprochen ward.

Ein Mene Tegel der Macht

Die Geschehnisse Ende des zwanzigsten Jahrhundert, die gaben sicher manchem Machtmenschen zu denken. Große Armeen, Polizei und Geheimdienste mit unzähligen Waffen, das alles erwies sich plötzlich als völlig inaktiv. Wieso? Nun, die Soldaten, die hinter diesen Waffen saßen, das waren kein Söldner. Es waren die Söhne der Leute, auf die sie nun schießen sollten. Es zeigte sich kurzzeitig ein Umstand, der heute wie ein Mene Tegel vor den Mächtigen an die Wand geschrieben erscheint. Wenn Polizei und Armee, die Exekutivorgane des Staates und Beschützer der Macht, als auch der Mächtigen hinter der Macht, keinen verlässlichen Schutz mehr garantieren, dann könnte es eng werden. Was tun? Nun, um einer solchen Konfrontation vorzubeugen, müssen zwei Dinge bekämpft werden:
1. Das Entstehen und verbreiten von praktikablen Alternativen.
2. Jeder Ansatz einer Bürgerbewegung, mit einem einheitlichen Ziel, muss dadurch verhindert
werden, indem medial aufgesplittet wird.

Allen Unangepassten wird Gefährlichkeit und Bösartigkeit unterstellt. Natürlich gibt es Extremisten, die durchaus gefährlich und böse sind. Aber sie haben bei weitem nicht die Bedeutung, die ihnen in den Medien zugeschrieben wird. Wie würde sich ein extremer Charakter verhalten, wenn er wüsste, dass seine geplante Tat in keinem Sender und auch nirgendwo im Netz eine Erwähnung finden wird?
Es ist ein manischer Drang nach Aufmerksamkeit, der Psychopathen zu sinnlosen Taten treibt. Kann gut sein, manch einer aus dieser Garde wird zu Taten durch sich selbst motiviert. Aber dies dürfte sehr selten der Fall sein und wird meist in die Ecke von geistig Verwirrten geschoben. Leider oft nicht zu Unrecht. Nicht jede in die Öffentlichkeit getragene Problematik erzeugt dort auch das erhoffte Interesse. Besonders dann nicht, wenn die Massenmedien nicht anspringen, weil für dieses einzelne Problem keinen wirklichen Background gibt.
Jede Nachricht, jede Meldung zu einem Geschehnis in der Welt wird durchaus abgewogen, ob ihrer möglichen Wirkung auf den Zuhörer oder Zuschauer. Das ist jedoch ein sehr harter Job für den Verantwortlichen. Schließlich müssen jeden Tag 24 Stunden mit irgendetwas ausgefüllt werden. Da in jedem einzelnen Fall die ideologische Wichtung einer Meldung zu bewerkstelligen, das ist Stress pur. Eine Mischung aus Spektakulärem, ideologisch nicht daneben liegend, menschlich anregend und und bisschen aufregend, dabei weder zu flach oder gar zu anspruchsvoll wirken. Man, da rauchen zuweilen die Köpfe.

Es gibt immer mal Revolten, aber nur selten mal eine Revolution

Eine Solidarisierung der Armee und Polizei mit Aufrührern kommt nicht zufällig zustande. Es passiert wenn die Staatsmacht, durch falsches oder ignorantes regieren, das Vertrauen der Söhne des Volkes verloren hat. Als die Pariser Markfrauen auf die Bastille zustürmten, schlossen sich ihnen auch viele Gardesoldaten an. Auch Volkspolizisten liefen 1989 in den Reihen der Demonstranten mit. Einigen war wohl klar geworden, dass sie hier einer Macht gegenüberstanden, die sie nicht mehr kontrollieren konnten und auch nicht mehr kontrellieren wollten.
Die Soldaten der Roten Armee hatten 1991, beim Putschversuch in Moskau, sicher nicht von vorn herein daran gedacht die Seiten zu wechseln. Doch auf die eigenen Landsleute zu schießen, das war der russischen Seele dann doch zu viel. Vielleicht erinnerten sich einige an die Szenen aus Sergei Eisensteins Film, als der Zar auf die Leute schießen ließ. Diese Ereignisse lassen hoffen, dass mit dem unbedingten Gehorsam, also jeden Befehl ohne Fragen auszuführen, nicht mehr zu 100% gerechnet werden kann. Allerdings sollte ebenfalls nicht darauf gezählt werden, dass sich die Polizei bei jeder Demo den Demonstranten anschließt.
Studenten lassen sich relativ schnell zu Aktionen für mehr Demokratie verführen, ohne Frage. Aber damit haben sie nicht automatisch das Wohlwollen der restlichen Bevölkerung. Studenten werden gern als Keimzelle von Revolten benutzt, weil sie einige Vorteile dafür aufweisen. Sie sind in ziemlich großen Verbänden vereint, sie sind meist gut vernetzt, sie haben Zeit sich mit den Problemen des Staates auseinanderzusetzen und sie haben meist den Bildungsstand bestimmte Zusammenhänge zu erkennen. Daher lassen sie sich leicht zu Aktionen verleiten. Dabei ist jeder Seite durchaus bekannt, dass Studentenrevolten relativ ungefährlich sind. Ein Übergreifen auf die "normale Bevölkerung" ist kaum zu befürchten. Dazu ist das Verständnis in der "normalen Bevölkerung" für die Ziele der Studenten meist nicht so gegeben, dass es zu einer spontanen Solidarisierung. Hier noch eine kleine Ergänzung zur Absurdität der Geschichte um die Bastille. In den damaligen Groschenheften wurden schlimme Folterzaenen geschildert. Obwohl die meisten Bürger in dieser Zeit nicht lesen und schreiben konnten, so wurde ihnen von den Lesekundigen erzählt, wie schlimm es in der Bastille zugehen muss. Die Autoren dieser Geschichten wussten, es muss spektakulär sein, wenn es verkauft werden will. In Wahrheit war die Bastille eher, wie schon erwähnt, ein Luxusknast für aristokratische Häftlinge.
Der Chef dieser Einrichtung war wohl derjenige, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Die Marktfrauen haben ihre ganze Wut an diesem armen Kerl ausgelassen und ihm einen Kopf kürzer gemacht. Bei Revolten dieser Art ist es ratsam, solchen Bacchantinnen nicht im Wege zu stehen.
Es ist schon von Vorteil, wenn zwischen Revolte und Revolution unterschieden wird. Die praktikable und zeitgemäße Weiterführung einer Revolte zu einer Revolution, bis hin zu einem neuen Gesellschaftsprojekt, das bedarf einer detaillierten Vorstellung von dem, was da werden soll. Die Heißsporne der Revolten haben dafür meist nicht die Geduld und nicht die Ausdauer und zuweilen auch nicht das Wissen. Als jüngeres Beispiel, für charakterliche Unterschiede auf dieser Strecke, können Che Guevara und Fidel Castro genannt werden. Dem einen war klar, wie es nach dem Sieg weiter gehen muss und der andere wollte immer wieder nur Revolution machen. Könnte wie eine Abhängigkeit gesehen werden - immer wieder durch Kampf siegreich sein zu wollen. Das sind Typen, die kein Sitzfleisch haben. Geboren, um als Märtyrer zu sterben. Wobei Che ein durchaus intelligenter Mensch war, aber eben keiner für den Schreibtisch.
Um aus den Wirren eines poltischen, ökonomischen und emotionalen Hick-Hacks raus zu kommen und sich auf die eigentlichen und nahe liegenden Freuden des Daseins zu beschränken, dafür muss eine weitere Entwicklung unseres Bewusstseins einsetzen. Einerseits ist die Abkehr von dem Wunsch nach einer Friede-Freude-Eierkuchen Welt nötig und andererseits müssen die im normalen Dasein versteckten Freuden gefunden und genutzt werden können. Uns Überwohlhabenden muss dabei verstandesmäßig auch klar werden, dass die uns unbequemen Probleme, durch verschieben in andere Regionen dieses Planeten, nicht aus der Welt sind. Im Gegenteil, die Gefahr eines knallharten Feedbacks kann dadurch ins Unbeherrschbare wachsen.
Die Verantwortlichen müssen daran gehindert werden, den Müll in Nachbars Garten zu werfen. Irgendwann wirft der den Müll zurück und ist dazu noch stocksauer. Es muss eine tiefgreifende Einsicht erfolgen, dass kein Problem und kein Tun auf diesen Planet für sich allein und abgegrenzt betrachtet werden kann. Stets alle Folgen und Nachwirkungen in der Gesamtheit des Planeten betrachten. Wir müssen Kosmopoliten werden. Weder passiv, durch das Nutzen von billigen Produkten aus Ländern, in denen diese Waren unter sehr schlechten Bedingungen hergestellt werden, noch aktiv, durch delegieren unserer Probleme vor die Haustüren anderer Völker. Wir müssen alle unsere Probleme vor Ort selbst lösen! Manch Handelsabkommen ist noch immer eine bessere Vergewaltigung. Die Exportpraktiken der EU, speziell nach Afrika, sind für die Länder dort und deren Wirtschaft mehr als nur schädlich. Natürlich fühlt sich der einzelne Bürger dafür nicht verantwortlich. Aber er muss lernen, auch für die Fehler seiner Regierung eine Mitverantwortung zu übernehmen. Auf gut Deutsch, er muss "denen da oben" eine viel größere Transparenz abringen. Ich weiß, eine zentrale und wichtige Aufgabe kommt dabei, nicht nur im Allgemeinen, sondern auch im Besonderen, der Philosophie zu. Sie sollte nicht nur versuchen den Überblick zu bewahren, sie muss auch die dunklen Seiten des aktuellen Establishment beleuchten und auf der Basis von realer Vernunft Alternativen aufzeigen, wie der Unvernunft einer unsinnigen Gier besser begegnet werden kann.
Es gibt auch Philosophie in Reimform:
Ich bin ein Teil, des Teils, der anfangs alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar.
Das ist ein poetischer Urknall! Goethe lässt seinem Mephisto so den Anfang beschreiben. Dieser Vers ist doch um ein vielfaches Eingängiger, als die Versuche, diesen möglichen Beginn, im Detail physikalisch zu beschreiben. Was so ca. 13,82 Milliarden Jahre zurück liegt, das kann und sollte nur poetisch beschrieben werden. Überlassen wir es Mephisto, so wie es Goethe schrieb, und sollten damit zufrieden sein. Schließlich ist Mephisto vom Fach. Selbst wenn, und das wäre mehr dem Zufall geschuldet und weniger das Ergebnis einer systematischen Suche, einer den richtigen Riecher hat und seine Beschreibung fast ins Schwarze trifft, wird es aber nie einen endgültigen Beweis für dessen Richtigkeit geben können. Die Philosophie betrachtet das Dasein in seiner nackten Realität und sucht auf dieser Basis nach Lösungen für einen gangbaren Weg. Eine parallele Existenz von mehreren Milliarden Individuen der Spezies Homo Sapiens, in Gemeinschaft mit all den anderen Lebewesen dieses Planeten, das ist eine Herausforderung, die keine schnelle Lösung gebrauchen kann. Diese Zielstellung ist deshalb sehr umfangreich und kompliziert, weil dabei die sehr unterschiedlichen Ausprägungen der einzelnen Individuen einbezogen werden müssen. Die Hinnahme einer hierarchischen Pyramide und das Predigen des Grundprinzips fressen oder gefressen werden, ist zwar noch immer die gängige Sichtweise, könnte aber auf Dauer zu einer Katastrophe führen.
Kein unrealistisches Ideal anstreben, aber einem Spruch des alten Konfuzius wäre gut zu folgen:
Der Gemeine will Gleichheit, der Edle strebt nach Harmonie!
Harmonie ist ein schönes Wort. Nur was beinhaltet dieses Wort? Einen Zustand völliger Ausgeglichenheit? Dies kann nicht das Ziel sein. Der Zustand völliger Ausgeglichenheit ist Lebensfremd, schlimmer noch, ein solcher Zustand wäre für das bewusste Dasein unerträglich. Harmonie ist auch kein sich irgendwie von selbst einstellender Zustand. Natürlich wünschen sich das viele, aber Harmonie ist kein Automatismus, sie ist eine Balance. Eine solche Balance kann sich in der Natur aus unendlich vielen Möglichkeiten heraus bilden und eine Zeit lang Bestand haben.
Bewusst geformt und gehalten wird eine Balance vom Wissen ob der Zusammenhänge in Natur und Gesellschaft. Harmonie als Reduktion auf eine sehr einfache Lebensweise zu sehen, zumeist in Verbindung mit einer vermeintlich naturnahen und abgeschiedenen Existenz Einzelner, das ist ein eher kindliches Wunschbild, bzw. das eines Serienprozenten. Weitaus komplizierter und komplexer ist es, in einer Gesellschaft von Millionen Individuen eine solche Balance zu konstruieren. Kategorische Bedingung dabei:
Keine Konflikte mit kriegerischen Mitteln lösen wollen.
Natürlich gehen nur wenige Menschen solche Probleme umfassend an. Schon deshalb nicht, weil wir lieber einfache Lösungen hören wollen. Aber solch einfache Lösungen sind nicht praktikabel. Wenn vonsolchen Lösungsansätzen die Rede ist, wo angeboten wird die vorhandenen Widersprüche komplett aufzulösen, dann entstand daraus lediglich eine Diktatur.
Wenn ein einzelner Mensch glaubt, er habe die große Weisheit eine solche Struktur erschaffen zu können, wird er stets mit Zwang arbeiten, um die Welt nach seinem Bild zu verändern. Eine fatale Zielstellung. Andererseits sind in einer industriell aufgestellten Gesellschaft Vorschriften und strikte Regeln zwingend. Egal wie wir uns organisieren, ohne ein Mindestmaß an ethischen Regeln und restriktiven Vorschriften, die verbindlich eingeführt und deren Einhaltung mit Zwang kontrolliert wird, geht es nicht.

Ewig und endlos - etwas Unvorstellbares

Gehen wir wieder zu Erklärungsversuchen auf der Basis der natürlichen Abläufe. Es gibt zwei Begriffe, welche den Kardinälen des naturwissenschaftlichen Klerus eher nicht gut schmecken. Es sind die Begriffe: Unendlichkeit und Ewigkeit! Die Bekenntnis zur Unendlichkeit, um die wird sich ganz gern gedrückt, bzw. wird sie in eine Raum-Zeit-Schleife gedrängt, aus der kein rauskommen möglich ist und es dadurch jedem Insider als unendlich vorkommen muss. Ein flaches Universum und ein Satteluniversum, beides Universen mit negativer Krümmung, erscheinen unendlich, heißt es. Ein Universum mit positiver Krümmung dagegen endlich. Das heißt, es wirkt trotzdem unendlich, weil man immer wieder an dem Ausgangspunkt zurück kommt. Da spielen Raumkrümmung, Gravitation und Wahrnehmung eine Rolle. Könnte so sein! Könnte aber auch sein nicht! Dazu vielleicht später noch ein Satz. Vorerst noch einmal zur Frage Zeit. Wenn eine Uhr in die Nähe eines Schwarzen Loches kommt, bleibt sie stehen, sagte Hawkins, weil dort die Zeit nicht vergeht. Unsinn, in einem Schwarzen Loch finden nur keine Zerfälle, keine Abläufe mehr statt. Zeit ist letztendlich die Richtung, in die der Abbau von Potentialunterschieden stattfindet. Thermodynamik - immer vom höheren Energielevel zu Niedrigeren, hin zu einem Ausgleich. Außerdem ist Dilatation ein Effekt, der von einem Beobachter, aus zwei sich unterschiedlich schnell bewegenden Systemen heraus, registriert wird. In dem bewegten System selbst verläuft alles wie gewohnt. Wenn also ein Zug, mit rund 150 000 km pro Sekunde, an einem am Bahndamm stehenden Beobachter vorbei rauscht, dann vergeht für den Beobachter am Bahndamm die Zeit im Zug langsamer. Für den Reisenden im Zug ist dagegen alles wie immer. Nur wenn bewegte Systeme untereinander in einen Informationsaustausch treten, dann wird es eng.
Dies ist geschehen, als die US Militärs das GPS System installierten. Ein bescheidener Physiker verwies die Generäle auf den Effekt der Zeitdilatation, weil die Satelliten des Systems mit ca. 30 000 km pro Stunde durch das All fliegen und ihre Signale auf die dazu in Ruhe befindliche Erde wirken. Die Militärs winkten ab und erklärten den Mann zum Spinner. Aber man ließ sicherheitshalber eine Programmschleife zu, die im Falle des unwahrscheinlichen Falles aktiviert werden kann. Sie musste aktiviert werden, weil es eine Zeitdilatation gab. Die Ortsbestimmung auf der Erde lag um einige hundert Kilometer daneben, weil die Programme in den Satteliten einige Millisekunden länger brauchen, wie sie in den nicht so schnell bewegten System Erde benötigten. Peinlich, aber kaum schädlich für die ignoranten Generäle.
Wenn also das Ergebnis eines Prozesses im Satelliten eine informative Wirkung auf ein anderes System, welches eine ziemlich hohe Diffrenzgeschwindigkeit aufweist, dann muss damit gerechnet werden:
Diese Dilatationen beruhen auf der Annahme einer absoluten Konstante, der Lichtgeschwindigkeit c. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes im Vakuum ist überall gleich groß. Unter dieser Annahme müssen sich die anderen Faktoren einer Geschwindigkeitsbestimmung ändern, also Weg und Zeit. Anderenfalls müssten bei jedem Lichtstrahl, der in einem fahrenden Zug in Fahrtrichtung ausgesandt wird, zur eigenen Ausbreitungsgeschwindigkeit die Fahrtgeschwindigkeit des Zuges addiert werden. Wenn wir die Lichtgeschwindigkeit aber als eine Konstante annehmen, muss dem Beobachter am Bahndamm die Zeit und der Weg im Zug relativ verändert erscheinen. Die Prozesse im Zug benötigen, in Relation zu den Prozessen am Bahndamm, etwas länger um zu zerfallen. Kann gut sein, weil auch die vorhandenen Potentiale im Zug, durch ihre Geschwindigkeit, einfach stabiler sind und daher nicht so schnell zerfallen. Ein Thema, mit dem man sich Jahre beschäftigen kann. Ohne GPS ging es uns so viel schlechter auch nicht.
Energie, ein einziges Mysterium. Energie kann nicht erschaffen oder zerstört werden, nur umgewandelt. Wärme in Bewegung, Bewegung in Verformung, Plasma in atomare Kompression. Auch hochkomprimierte Energie, wir sagen feste Materie dazu, ist nicht für alle Zeit stabil. Selbst Gold wird eines fernen Tages ein Isotop und geht wieder zurück in den Basiszustand. Es wird wohl einen Zustand geben, in dem nichts weiter zerfallen kann. Natürlich ist es popolärer sich dem Anfang auseinanderzusetzen. Weniger populär, höchstens spekulativ, ist es ein mögliches Ende vorherzusagen. Allerdings liegen beide Vorgänge entweder sehr weit zurück oder sehr weit vor uns. Was vor zig Milliarden Jahren geschah und was in ein paar Milliarden Jahren eventuell geschehen wird, was sol uns das anheben? Wenn eines Tages alles wieder in die ewige Unendlichkeit eingeht, bitte, es sollte uns nicht die Bohne interessieren. Vielmehr sollten wir uns um unser Dasein in der Zeit kümmern, um ein beseres Verständnis der Gegenwart. Hier liegen unserer wirklichen Probleme.
Wir stochern aber noch immer gern nach der letzten Erkenntnis. Es gibt eine solche Erkenntnis nicht, es kann sie nicht geben. Vielleicht ein kurzes Zwischenresümee:
Es entstanden Potentialunterschiede. Regionen mit einer ziemlich hohen Energiedichte und andere mit Energiebedarf. Wobei dieser Energiebedarf nicht ursprünglich ist. Eine ziemlich gewagte Hypothese geht davon aus, dass es eine Art Energiebedarfssog gibt. Mit der Auffassung eines stets vorhandenen Dualismus, könnte es einen solchen Sog geben. Auf Basis dieser Hypothese würden die Planeten um die Sonne mehr Energie abfassen, als gemeinhin in Raum verteilt wird. Wenn Licht, also Photonen, durch Gravitation abgelenkt werden, was ja nachgewiesen ist, könnte es doch auch zu einer Art Anziehung kommen? Die Vielfalt, die Art und die Zeiträume der Abläufe, beim Aufbau und Abbau von Potentialen, die sind weder vorhersehbar, noch berechenbar. Aber sie finden statt. Diese vermeintliche Zufälligkeit kann die verschiedensten Gründe haben. Könnte gut sein, es gibt da noch mehr, viel mehr als wir im Momnent vorstellen können.
Eine Art universelle Schwingungsmelodie, welche alles durchdringt. Mit ihren Akkorden und Rhythmen folgt diese kosmische Sinfonie einer allumfassenden Partitur, die für jedes Ereignis, für jedes Instrument den Zeitpunkt für dessen Einsatz vorgibt. Hineinblicken in diese Partitur? Das wird nicht erlaubt!
Wir haben lediglich einen Zeitraum ermittelt, nach gemachten Beobachtungen und Versuchen, wo mit großer Wahrscheinlichkeit die Hälfte eines Radionuklids zerfallen ist, bzw. noch nicht zerfallen ist. Ein Radionuklid ist ein Atom welches Strahlung aussendet, also instabil ist, ein Isotop, und dadurch zerfällt. Die Halbwertzeit, das kann in der Medizin die Adsorption eines Medikamentes sein oder eben in der Physik der Zerfall solcher Radionuklide. Bei Uran 238 beträgt die Halbwertzeit rund 4,5 Milliarden Jahre, heißt es. Bis die Radionuklide dieses Stoffes alle zerfallen sind, da dürfte unsere Mutter Erde schon lange zur letzten Ruhe gebettet worden sein. Trotzdem, irgendwann ist alles zerfallen und wieder zurück auf der Ebene einer nicht mehr wechselwirkenden Fluktuation angelangt. Dass es dann einen neunen Anfang gibt? Ja, warum nicht?
Mir ist klar, wie unangenehm der Gedanke sein kann, nicht wirklich auserwählt zu sein, kein Abbild eines überirdischen Wesens. Es könnte aber an der Zeit sein, dass wir zumindest beginnen uns damit auseinanderzusetzen. Unser Dasein war und ist auch von Zufälligkeiten abhängig. Allein die Möglichkeit, dass uns so ein verirrter Asteroid voll erwischt, ist nicht determiniert. Es ist nicht zwingend und nicht vorherbestimmt, aber eben auch nicht auszuschließen, weil es zufällig passieren kann. Wenn, dann würden wir, samt und sonders, und wohl relativ schnell den Löffel abgeben, bzw. wegwerfen. Die Evolution auf der Erde würde einen straffen Knick nach unten machen. Könnte auch sein, ein würde keine zweite Chance geben. Ein ebenfalls unangehmerer Gedanke, durch einen popligen kosmischen Zufall ausgeläscht zu werden. Sind wir wirklich nur ein Spielball in einem gigantischen Ablauf?

Was sind wir?

Die Ideologie, uns als das Besondere zu benennen, ist doch verbunden mit irdischen Zielen und Zwecken. Diese Ideologie hat politisch sehr praktikable Seiten. Sie ist von dem Moment an, an dem sie postuliert wurde, konservativ. Allerdings, bis zum Zeitpunkt ihrer Ernennung zu einer zwingenden Vorschrift, progressiv. Das deshalb, weil die bis zu diesem Zeitpunkt geltende Auffassung, dass auf die Unterschiede nicht nur keine Rücksicht genommen werden braucht, sondern im Falle, dass da wer hinterlich ist, dieser aus dem Leben geschupst werden kann und muss.
Ein zur Jagd wenig geeigneter Mann, der wurde in der Zeit der Jäger und Sammler doch nicht tolerant behandelt. Wenn er Glück hatte, bekam er mal einen Brocken ab, aber falls er verhungerte, wurde dies kaum als Verlust registriert, eher als eine Erleichterung. Aber manch cleverer Schwächling mauserte sich zum Schamanen oder zu Ähnlichem.
Man versuchte sich mit Knochenleserei und sagte Jagderfolge vorraus. Klappte es, hatte er eine zweite Chance. Lag er mit seiner Vorhersage daneben, ging es meist dumm für den Deuter aus. Mit der kulturellen Entwicklung, der Bildung von Stadtstaaten und etablierten Herrschaftsstrukturen, begann eine echte und gesellschaftlich fundamentierte soziale Diskriminierung. Man erklärte sich und seine Nachkommen als zum Herrschen geboren und den Rest zu Arbeitssklaven und Dienern. Ein Spannungsfeld von enormer Brisanz. Die Anregung zur Veränderung kam dann zwangsläufig aus der Ecke der zum dienen Verdammten. Als Clever die Frage gestellt wurde, wenn der Menschen das Abbild eines idealen überirdischen Wesens sind, wieso und weshalb dann diese Unterschiede. Hat Gott denn die Schöpfung mit unterschiedlichen Ansätzen vollzogen? Sonntags hat er welche geschaffen, die zum Herrschen vorgesehen sind, und Montags bis Mittwichs die zum arbeiten und dienen? Donnertstag bis Samstag Wissenschaftler und Philosophen, weil er keine Lust mehr hatte.
Solche Fragen stellten sich Einzelne, aber irgendwann begannen diese Fragen die Masse zu erreichen. Es begann aber kein philsophischer Disput, es erschallte der Ruf nach Veränderung. Wird dem Volk sein Dasein als ungerecht offenbart, muss mit Revolten gerechnet werden. Also Vorsicht mit verständlicher Aufklärung.
  • ]

    Ein Recht erzwingt stets auch eine Pflicht

    Die Entdeckungen der Naturwissenschaften sollte die Philosophie dazu bringen, unseren Sonderstatus als einen Irrtum zu bestätigen. Trotzdem, wir sind das intelligenteste, cleverste und somit das dominanteste Lebewesen dieses Planeten. Allerdings sind wir noch immer auf dem Holzweg, was die Pflichten aus diesen Status angeht. Unsere Dominanz resultiert zu einem großen Teil aus unserer Fähigkeit zur Kooperation. Allerdings war und ist dies oft keine Kooperation mit beidseitiger Zustimmung und keine, im Neuhochdeutschen gesprochen, win-win Situation. Die Starken und Cleveren zwingen die Schwachen und Einfachen sich ihrem Willen zu unterwerfen.
    Es kann nur die Hoffnung bleiben, dass es immer mehr edle Menschen gibt, die zumindest bereit sind, sich ihrer Unzulänglichkeit zu stellen. Es ist unsere psychopathische Selbstdarstellungsgier, die uns immer wieder Probleme bereitet. Der Mensch neigt nun mal dazu, sich als Ausnahme zu betrachten. Diese Einstellung war, und ist es noch immer, ein wichtiger Antrieb zur weiteren Entwicklung. Zugleich ist es ein Hemmnis, eine Bremse, welches eine zu schnelle Selbstverwirklichung verhindert.
    In dem ständigen wertenden Vergleich mit Zeitgenossen, erwächst auch Ehrgeiz und Kraft. Nur bei den Regeln, bzw. deren Einhaltung, gibt es einige signifikante Unterschiede. Da gibt es welche, die sich selbst hohe moralische Ansprüche an ihr eigenes Tun stellen und solche, die kaum moralische Werte beachten und sich rücksichtslos und amoralisch verhalten. Abschaffen kann solche Unterschiede niemand. Also gibt es nur eine Zielstellung: Wir müssen lernen mit diesen Differenzen so umzugehen, dass sie nicht ausufern, eher dass sie als sozial ungeeignet erkannt werden.
    Es gilt amoralische Handlungen, durch ein öffentliches Darstellen so in Misskredit zu bringen, dass es immer weniger wagen amoralisch zu handeln. Gewaltloser Widerstand gegen Borniertheit, Dummheit, Arroganz, Selbstgefälligkeit, Gewaltbereitschaft, Gier nach Besitz, Gier nach Beherrschen wollen, sinnlosen Glanz und Gloria, also gegen alles, was uns daran hindert ein friedvolles Miteinander zu leben. Sich dabei durchaus bewusst sein, dass es für diesen Kampf, für diesen Widerstand, keinen siegreiches Ende geben kann.

    Wie kam es nun zu uns?

    Eine schwierige Frage, wenn wir die handmade Schöpfung mal außen vor lassen. Ohne die Energiequanten, die reichlich vom Zentralgestirn bereitgestellt werden, wäre unser Planet wohl kaum aus der Ecke eines Gestein- oder Eisbrockens raus gekommen. Eine lebende, komplexe und komplizierte Struktur, mit eigenem Bewusstsein, konnte sich nur entwickeln, weil über eine schier unendliche Zufuhr von kleinsten Energieportionen verfügt werden konnte. Eine ganze Kette von Prozessen der Umwandlung von Energie und der Verwertbarkeit von Zwischen und Endprodukten in einem Körper, mit ebenso komplizierten Stoffwechselprozessen,konnte sich heraus bilden.
    Über 20 %, der vom Körper bereitgestellten Energie, verbrauchen wir zum Denken. In dem dafür zuständigen Organ, einem ca. 1,5 kg schweren Batzen, aus einer mehr oder weniger grauen Substanz, dem Gehirn, versuchen 100 Billionen Neuronen, in gigantischer Schnelligkeit, möglichst viel zu erfassen und zu verstehen. Dort, und nur dort, ist der Schlüssel für unser weiteres Werden zu sehen.
    Wir verwenden den Begriff Verstand für eine sehr vielschichtige Art der Verarbeitung und Vernetzung von Informationen in unserem Gehirn. Das Ziel sind richtige Entscheidungen, die das Überleben und das Reproduzieren sichern sollen. Mittlerweile gehört aber auch die Erkenntnisfindung zu den primären Zielen. Aber noch braucht der überwiegende Teil der Menschheit fast seine gesamte körperliche und geistige Kraft, also alle Energie, nur um über die Runden zu kommen.

    Vor ein paar zehntausend Jahren musste erst einmal nach Möglichkeiten gesucht werden, den Zwängen der natürlichen Umwelt nicht gnadenlos ausgeliefert zu sein. Dies realisierte Homo Erectus, indem er sich vor Kälte, Nässe, Wind und Hitze zu schützen begann. Er baute Hütten, Häuser, und später dann schweineteure Villen und Studiowohnungen. Warum? Nun ja, es ist das Imponiergehabe aus den vormenschlichen Zeiten. Wie bei dem Pfau, bei dem es schon fast Kunst ist.
    Am Anfang nutzte der Mensch noch Tierfelle als Kleidung, um sich zu wärmen. Heutzutage treiben es diese sogenannten Stardesigner zur Perversion. Fast nackt, müssen dürre Models Entwürfe vorführen, die zwar keum einen praktischen Zweck erfüllen, aber durch das aufwendige Darstellen zu einer Faszination hochgepusht werden. Die Dekadenz dieser Modewelt erzeugt auch wegen ihrer straffen Organisation Bewunderung. Junge Mädels wollen Deutschlands Supermodel werden. Das nutzen eine ganze Menge cleverer Manager und bieten die Ausbildung zu solchen Models an. Meist zu exorbitanten Preisen und ohne Skrupel. Die Mädels belöffeln ihre Väter und die bezahlen den Quatsch.
    Die Begeisterung für straffe Organisation entspringt dem Wunsch nach Bequemlichkeit im Denken. Alles wird vorgegeben und durch das perfekte Aufgehen in einer Choreographie der Masse, entstehen schon beeindruckende Abläufe. Zum Beispiel bei diesen militärischen Musikparaden, den Tattoos.Doch wie und wo auch immer, Ordnung ist stets mit Zwang verbunden, dem Zwang sich zu entscheiden und einem vorgegebenen Prinzip unterzuordnen. Die Unterdrückung des Individualismus, dass eine einheitliche Front bilden, das resultiert aus den ewigen Kämpfen unserer Spezies. Einerseits mit der Natur, aber auch gegeneinander. Egal, um innerhalb einer Nationoder Nation gegen Nation. Dafür, für diese Kriege, ist eine straffe Organisation und das unbedingte Befolgen von Befehlen von Nöten. Allerdings wäre es schön, wenn es überall heißen würde:
    Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!
    Noch kurz was zur Nacktheit. Auch so ein Widerspruch der Moderne. Einerseits rümpft man die Nase über eine FKK Tradition im Osten Deutschlands, anderseits wird heimlich und mit Ferngläsern der Nacktstrand abgesucht. Desweiteren wird in den Medien kaum eine Gelegenheit ausgelassen, um eine erotische Reizung zu präsentieren, um die Einschaltquote zu sichern, besser, um sie zu erhöhen. Da ist ein selbstverständlicher und natürlicher Umgang mit der Nacktheit eher gegenläufig. Dabei würde doch die Gier nach ein paar nackten Brüsten im TV Gerät abflachen. Dieser Tendenz wird entgegen gearbeitet. Die FKK Tradition wird als eine Form der Mangelwirtschaft im DDR Regime hingestellt. Es gab eben keine gute Badebekleidung im Osten!? Was sogar stimmt, denn diese Dreieckbadehose war echt kein Designerhit, aber doch sehr praktisch.

    Auslese, Anpassung, Evolution - noch immer ein Mysterium

    Immer Mal wird nach einemm Bestimmer gerufen, der dem Volk die schwere Last wichtiger Entscheidungen abnimmt. Bevor sich aber einzelne Erfahrungen so komprimieren ließen, dass sie zu allgemein anerkannten Erkenntnissen zusammengefasst werden können, hat die Evolution einige verbrannte Finger gesetzt. Nun ist Evolution keine lineare Strecke, mit logisch ineinandergreifenden Rädern. Milliarden Jahre ging es um eine bestimmte Form der Anpassung, an sich möglicherweise verändernde Umweltbedingungen. Seit ein paar zig tausend Jahren geht es nun um das bessere Erkennen und Verarbeiten von sozialen Gegebenheiten und Abläufen. Nun stelle man sich die Frage, welche Instrumentarien hätte man eingebaut, wenn die Aufgabe zu erfüllen gewesen wäre, sich primär an eine instabile natürliche Umwelt anzupassen und sekundär, die Regeln einer sozialen Gesellschaft mehr und besser zu erkennen und zu befolgen? Dass sinnliches Wahrnehmen gegebener Veränderungen zu einer direkten Mutation der Gene führt, das dürfte eher unwahrscheinlich sein. Auch fatale Folgen von Umweltveränderungen auf Existenz und Überlebenschancen bewirken keine Mutation im Erbgut. Selbst dann nicht, wenn diese Veränderungen über zig Generationen hinweg anhalten. Die Natur würde damit riskieren, dass ständig Mutationen entstehen, die sich an etwa angepasst glauben, was vielleicht schon nicht mehr gegeben ist.
    Eine direkte Verbindung von sinnlicher Wahrnehmung und der Verarbeitung dieser Informationen im Gehirn, mit den für Vererbung zuständigen Genen, das ist zu riskant und die gewünschte kausale Wirkung kann, wegen der zeitlichen Differenz zwischen Ursache und Wirkung, nicht gesichert werden. Es scheint dafür, wie schon erwähnt, eine so geniale wie einfache Methode eingebaut worden sein: Der Zufallsgenerator Spontanmutation!

    Nun zum Thema Verstand und Vernunft

    Dazu ist es erforderlich, dass wir uns einig werden, was wir unter Verstand und unter Vernunft verstehen können. In erster Instanz sind es zwei Begriffe der Sprache der Spezies Home Sapiens. Natürlich in verschiedener Ausführung, d.h. nicht oder nur wenig kompatibel. Zum Verständnis von Begriffen gibt es erklärende Inhalte. Aber oft haben Begriffe, in den verschiedenen Sprachen, verschiedene oder/und mehrfache Inhalte und Bedeutung. Wenn ich sage Baum, so sieht der Asiate vor seinem geistigen Auge vielleicht einen Bambus, der Afrikaner eine Palme, der Europäer vielleicht eine Tanne und der Ami eine Zeder. Wenn ich sage Tanne, da sieht Asiate nichts, weil er nicht weiß was eine Tanne ist. Auch der Afrikaner könnte sonst was dabei denken, aber kaum eine Tanne in unserem Sinne. Vielleicht sogar eine Beleidigung. Ein echter Hinderungsgrund, für ein besseres weltweites Verständnis der Spezies Homo Sapiens, sind die vielen verschiedenen Formen und Inhalte der akustischen Verständigung. Dieses Sprachgewirr soll, einer Schöpfungsgeschichte zufolge, von "oben", wegen dieses sehr eigensinnigen Turmbaus zu Babel, als Strafe über die Erbauer gekommen sein. Mag sein, auf jeden Fall hemmt dieses Sprachgewirr. Mehr noch, es ermöglicht und befördert einen ungesunden Nationalismus, denn wer sich nicht verständlich machen kann, den versteht man eben nicht. So kann jedes Machtgefüge den eigenen Leuten sagen, die anderen sind böse und doof. Ein bis heute wirkender Vorteil des englischen Empire ist die Nutzung einer gemeinsamen Sprache. Egal ob in Indien, in UK, Kanada oder Australien. Damit ist eine gegenseitige Verständigung relativ einfach. Das kann und hat aber auch zur Folge, dass sich relativ leicht in die inneren Angelegenheiten rein gehängt werden kann. Das, mehr einem Kaiserschnitt ähnelnde Brexitverfahren der Engländer, das kam doch nicht ausschließlich von den Engländern selbst. Jede politische Schwächung eines Konkurrenten ist letztendlich auch eine wirtschaftliche Schwächung. Auch wenn es nicht so offen benannt wird. Es wäre sicher schwerer gefallen die Spanier von einem Brexit zu überzeugen. Dort hätten sich die Initiatoren wohl erst einmal bei einem Stierkampf beweisen müssen.
    Wir befinden uns aber trotz allem in einer Phase, wo es sachte, wenn auch vorerst nur in einigen Bereichen, zu einer gemeinsamen Verständigung kommt. Software, Hardware, Prozessor, Mainboard - die Digitalisierung fördert den Prozess einer Weltsprache. Nicht zwingend vernünftig und logisch, mehr ökonomisch und oft auch profitorientiert. Auch wenn es nicht so gewollt ist, es wird trotzdem Positives bewirken.
    Der Verstand arbeitet zielorientiert und die daraus resultierenden Vernunftentscheidungen dienen diesem Ziel und müssen daher nicht zwingend einem übergeordneten Prinzip genügen. Ethik, und die in ihr enthaltenen moralischen Grundprinzipien, bedürfen für ihre bewusste Anwendung und Einhaltung zwar einem Verstand und erfordern vernünftige Entscheidungen, aber dieser Verstand kann durchaus auch anderen Prinzipien dienen und egoistische und unmoralische Entscheidungen fällen. Nicht die Waffe an sich ist böse, aber der bewusst handelnde Mensch, der sie zum töten einsetzt, schon. Es geschieht, weil es geschehen kann.
    Mal wieder in den Kosmos, nach so viel Kritik am eigenen Dasein. Materie, kosmischer Staub und hochenergische Strahlung, das ist alles komprimierte Energie. Irgendwann muss die Energiedichte so hoch gewesen sein, dass es notwendig wurde einen Teil dieser Energie sozusagen einzuwecken, in feste Materie. Die Atome sind ein echte Superkonstruktion. Auf die eventuell sehr variablen Aufgaben der Elektronen bin ich schon mal kurz eingegangen. Dann gibt es noch die Austauschteilchen, die Mesonen, Lebtonen und weitere, welche zusammenhalten und zugleich abstoßen. Eine Art Federkraft und Klettverschluss in einem. Wir Menschen haben auch so etwas wie eine Federkraft in und um uns. Werden wir zusammengepresst, die Federkraft überwunden, dann klebt uns der Zwang der gegenseitigen Abhängigkeit zusammen, wie ein Klettverschluss. Allerdings hat fast jeder den Trieb in sich, diese Abhängigkeiten wieder los zu werden. Wird der Zwang zum Zusammenhalt in der Masse kurzfristig gelöst, kann es zur Katastrophe kommen, zu einer Kettenreaktion, zu Anarchie, zu chaotischen Zuständen. Erst einmal losgetreten, also die Parole verbreitet "Rette sich wer kann", dann potenziert sich eine nicht mehr lenkbare Welle von Spontanreaktionen zu einem zerstörerischen Tsunami.
    Manch Apokalypseprediger sieht darin den erhofften Selektionsprozess und den nun notwendigen und erwünschten Neuanfang mit ausschließlich guten Menschen. Es würde wohl eher in Massensterben, mit sicher brutalen und unbeherrschbaren Abläufen. Erneut würden uns die Instinkte lenken, mit dem Ziel zu Überleben. Soziale Kompetenz, Gemeinsinn und Empathie werden abgeschaltet. Deshalb wird viel getan, die Masse in großen Städten bei Laune zu halten. Es gibt schon Ausbrecher, jedoch meist unter Mitnahme der zivilisatorischen Bequemlichkeiten. Man lebt im Grünen, aber von Ökologie noch weit entfernt. Bisschen Janusgesichtig. Den Unberechenbarkeiten der Ballungszentren entwichen, jedoch genau dort das Geld für die luxuriöse Distanz im Grünen abgeschöpft. Der Klettverschluss, der die Masse in den Städten hält, hat verschiedene Grundlagen. Leichtgläubigkeit, Bequemlichkeit, Gewohnheit. Mit unzähligen Suggestionen wird ständig vermittelt wieso, warum und das es gar nicht anders gehen kann. Die Chancen und Vorteile dieser Massenansammlungen werden von Ideologen, Künstler, Sportler und Manager gepredigt, mit Zustimmung der Obrigkeit, um so das Gefühl einer Pseudosicherheit zu vermitteln. Es gibt nichts Besseres, als straff organisierte Ameisenstaaten. Die Prediger sitzen meist etwas ab vom Schuss und beobachten von dort, wie es im Ameisenhaufen so zu geht. Es hat sich gezeigt, dass die befohlene Huldigung einer Ideologie, mit inszenierten Jubelmärschen, vorbei an Tribünen voller alter Männer, keine gute und schon gar keine sichere Methode zum Machterhalt ist. Die andere Methode, mit 50 000 oder mehr in einem Stadion, um ein Fußballspiel anzuschauen oder ein Popkonzert mitzuerleben, dafür sogar teure Eintrittspreise bezahlen, scheint populär zu sein. Ist aber auf Dauer auch keine Lösung.
    Manch einer schwärmt von der Organisation in einem Ameisenhaufen. Mit dem Ziel, das Überleben eines ganzen Stammes zu sichern, wird der Einzelne zum vorprogrammierten Teil eines eng vorprogrammierten Ablaufes. Hat seine Effekte, ohne Zweifel. Aber wir sind nun mal keine Ameisen. Wir haben Sehnsüchte, Fantasien, Wünsche und Hoffnungen. So manch Despot hat schon versucht uns zu Ameisen zu degradieren. Auch wenn eine Zeit lang der Eindruck entstand, damit den Wünschen eines Volkes zu entsprechen, auf Dauer widerspricht es den Grundbedürfnissen eines Wesens mit einem eigenem Bewusstsein.
    Sofort stellt sich die Frage, welches Gesellschaftsprojekt kann auf Dauer allen Bedürfnissen eines solchen Wesens gerecht werden. Um es gleich zu sagen, es wird kein Projekt dieser Art geben.

    Patha Rei

    Wieder ein Blick zum Kleinsten. Es gab eine Zeit des Zusammenbackens. Ein ziemlich heißes Plasma, in dem noch alles wild durcheinander flog, wo jedes Teil genügend Energie hatte, um sein eigenes Ding zu machen, wo es noch keinen Zwang zur Kooperation gab. Aber dieses Plasma begann sich abzukühlen. Warum? Weil es wohl keine Energiezufuhr mehr gab, aber jede Menge Energie verbraten wird, durch Bewegung und Abstrahlung. Um dem eigenen Untergang zu entgehen, also der totalen Auflösung durch gegenseitiges Auslöschen, wurde kooperiert. Es mussten Energieformen gefunden werden, die bei einem sich abkühlenden Plasma sicher bewahrt werden können. Und schon wurde Energie eingeweckt in Materie. Diese Vorgänge waren determiniert, das heißt, es musste sein, weil sie zwangsläufigen Regeln, zu denen wir Gesetzmäßigkeiten sagen, folgten mussten. Die Tatsache, dass da enorme Energiemengen in den Strukturen der festen Materie eingebacken wurden, ist uns bekannt. Nur zu einem sehr geringen Teil konnten diese Energien bisher künstlich umgewandelt werden. Ein gewisser Einstein kam zu der Annahme, dass diese feste Materie mit dem Quadrat der maximal möglichen Geschwindigkeit multipliziert werden muss, um die darin eingeweckte Energie zu ermitteln. Warum? Nun weil es so gesehen werden muss. Es ist wohl ein reversibler Vorgang. Unter sehr hohen Druck und extrem hoher Temperatur können Atome und Moleküle zusammen gebacken werden, bis hin zu Gold und Uran. Doch nichts davon hat eine unendliche Stabilität. Im Gegenteil, alles beginnt mit dem Entstehen wieder zu zerfallen. Nur die Zeitspanne bis zum Zerfall der letzten Atome und Moleküle, da haben wir reichlich Zeit um noch einiges zu unternehmen.
    Allerdings scheint es den surrealen Wunsch zu geben, alles möge ewig wehren. 4 bis 5 Milliarden Jahre sollten uns wie eine Ewigkeit vorkommen. Wer da eine reale Endzeitgefahr sieht, dem ist zu raten einen fähigen Nachfolger einen gewissen Siegmund Freund aufsuchen. Damit eine Vorstellung entsteht. Selbst bei unserem heimatlichen Ofen, der Sonne, werden lediglich rund o,1 % der gebundenen Energie freigesetzt. Nur ein Bruchteil der Zusammenstöße im Kern führen zu einer Fusion. Ziemlich uneffekektiv, aber gut. Anderenfalls wäre der Ofen alsbald aus.
    Auch bei der Atombombe werden nur ein paar Gramm des Uran 235 in Energie umgewandelt. Das liegt auch daran, dass im Moment der Kettenreaktion alles auseinanderfliegt und nur die Bruchteile einer Sekunde für eine Kettenreaktion bleiben. Dann sind die Kerne bereits zu weit weg, um weiter für eine Reaktion zur Verfügung zu stehen. Wäre dem nicht so und die gesamten 50 Kilo Uran 235 wären am 6.8.45 zerstrahlt, das Atomzeitalter hätte bereits am ersten Tag sein Ende gefunden. Wie enorm groß die Energie des Zusammenhalts im Bereich der kleinsten Teilchen ist, zeigt sich in einer kleiner Rechnung.
    Fünfzig Kilo Ruhemasse hat, nach Einstein, folgendes ideales Energiepotential:
    Rund 50kg x (300 000 000 000)² m²/s² = 50(3x 10hoch 11)² = 50 x 9 x 10 hoch 22 kgm²/s² oder Joule oder Wattsekunden oder Nm. Das sind rund 45 x 10 hoch 23/ 2,778 x 10 hoch 7 Kilowattstunden, 16,2 x 10 hoch 16 Kilowattstunden. Also 162 000 000 000 000 000 kWh. Damit kann Oma verdammt lange bügeln. Oder in TNT, 139 388 145.31549 Megatonnen TNT. Die stärkste Bombe bisher, dies sogenannte Zarenbombe, hat wohl zwischen 50 und 100 MT TNT. Sagen wir mindestens das 1,39 Millionenfache dieser bisher größten Explosion wäre freigesetzt wurden, wenn der gesamte Kernsprengstoff der Hiroschima-Bombe in Strahlung, Wärme und Druck umgewandelt worden wäre. Das hätte Japan wahrscheinlich von der Landkarte verschwinden lassen. Wahrscheinlich noch viel mehr. Die Physiker in Los Alamos waren sich ja auch nicht sicher, was passiert, wenn es knallt. Sie werden wohl eine ähnliche Rechnung aufgemacht und somit auch mit ihrem eigenen Untergang gerechnet haben.

    Quantenfluktuationen benötigen weder Raum noch Zeit, weil es keine Abläufe mit einem Anfang und einem Ende gibt. Nur ein ewiges und langweiliges Auf und Ab. Also wozu dort Raum und wozu Zeit? Dies sagt aus, dass Raum-Zeit eine begrenzte Erscheinung ist. Eher die Ausnahme als die Regel. Auch das ist für uns nur schwer hinzunehmen. Und nun noch zu einer ehemaligen Grundsatzfrage. Was war zuerst da? Der Geist oder die Materie? Die einen nannten sich Idealisten und die anderen Materialisten. Mittlerweile gibt es noch die Kreationisten, was aber vom Grundsatz her den Idealisten entspricht. Alles Seiende ist die Kreation eines Überwesens. Allerdings wird die Annahme einer Schöpfung in 6 Tagen, durch mehrere Umstände, immer schwieriger aufrecht zu erhalten. Zumindest ist die Zeitbemessung, durch die noch gar nicht vorhandene Zeit, ein offenes Thema. Trotzdem, die 120 Milliarden entdeckten Galaxien unseres Universums sind schon eine ziemlich gigantische Aufgabe für 6 Tage. Natürlich kann alles in einem Kontext verfasst worden sein, dessen Dimensionen nicht mit den Dimensionen unserer Existenz verglichen werden können. Was sind 6 Tage, wenn es noch gar keine Tage gab? Doch die Schöpfung soll hier nicht spöttisch angezweifelt werden.
    Jedoch kritisiert werden kann und sollte schon die Intoleranz, die einzige Wahrheit auf seiner Seite sehen zu wollen und letztendlich jeden von dieser Wahrheit überzeugen zu müssen.
    Dieses irdische Problem, eines mehrfach vorhandenen und stets unbedingten Anspruchs auf die Wahrheit und der alleinigen Vertretung eines Überwesens auf Erden, das ist ein sehr unangenehmes Erbe. Da waren die Vielen Götter der Griechen, Ägypter und Römer zumindest in dieser Richtung ungefährlicher. Außerdem hatten die Griechen ihrem Zeus schon mal sehr menschliche Züge verliehen. Besonders sein Hang zum irdischen Weibe sollte sie wohl davor bewahren, dass sie zu Göttern beten müssen, die ihnen die irdischen Freuden vergraulen. Um auf Numer sicher zu gehen, wurde noch Dionysos dazu erschaffen. Ein Gott der ekstatischen Lust, der Ausgelassenheit und des Weines. Die alten Griechen, sie waren schon clever.
    Die meisten anderen und nachfolgenden Götter haben mit Frauen eigentlich nichts groß am Hut. Könnte sich als Fehler herausstellen, weil das Weib zum Kompromiss zwingt. Ohne diesen Zwang zum Kompromiss wird schnell ein Despot daraus. Monotheismus war und ist nicht gut für uns. Es kann nur eine Schöpfung gegeben haben. Gibt es mehrere Vorstellungen vom Werden, kann nur eine die Richtige sein, heißt es. Wir haben uns da auf eine eingleisige Strecke lenken lassen. Als diese unpraktische Eingleisigkeit erkannt wurde, erfolgte, wie schon erwähnt, die Erfindung der Hölle. Trotzt meiner atheistischen Grundeinstellung, ließ mich die Äußerung dieses Stephen Hawkings, bezüglich des nicht möglichen Gottes, auf die geistigen Barrikaden steigen. Er hat da einen fatalen Fehler gemacht, er hat Physik und Metaphysik in einen Topf geworfen. Da sollte nicht versucht werden.

    Es wird ein Gigant für diese Schöpfung gesucht

    Allerdings wurde mir bei dieser Betrachtung klar, wenn es denn eine, wie auch immer geartete Schöpfung gab, dann muss dieser Schöpfer etwas enorm Gigantisches sein. Also wie und wo? Da fiel mir ein, dass die Quantenfluktuationen in der ewigen Unendlichkeit ähnlich einem digitalen Speichercode wirken könnten. Mal da und dann wieder weg. Null und eins! Was, wenn dieses Erscheinen und wieder Verschwinden nicht spontan und unwillkürlich erfolgt? Was, wenn es zwischen den einzelnen Quanten eine Art Verknüpfung, Verschränkung gibt? Es könnte eine Art Feld sein, verwoben und vernetzt und mit einer Art Schwingung verbunden. Mit dieser Annahme könnte die ewige Unendlichkeit ein gigantisches Bewusstsein sein. Es kann Informationen aufnehmen, speichern und verarbeiten. Obwohl unser Gehirn schon eine enorme Leistungsfähigkeit aufweist, mit 100 Billionen Neuronen und einer kaum nachvollziehbaren Vernetzung und Verarbeitungskapazität, wäre diese Unendlichkeit eine gigantische Denkeinheit, mit der milliardenfachen Kapazität unseres Gehirns. Wir können uns vielleicht dies als eine Möglichkeit denken, aber auf keinen Fall können wir die Dimensionen eines solchen Überbewusstseins verstandesmäßig erfassen. Unsere Erkenntnisfähigkeit hat, durch eine maximal mögliche Verarbeitungsbreite in unserem Gehirn, Grenzen. Eine höhere, breitere und intensivere Informationsverarbeitung kann nun mal nicht von einem geringeren Verarbeitungslevel erfasst werden.
    Wobei dies aber nicht heißt, dass unsere Fantasie sich diese Dimension nicht fiktiv aufbauen kann. Allerdings sollte nicht versucht werden, eine fantastische Vorstellung so ins Detail treiben zu wollen, dass daraus ein Alltagsverständnis wird. Einverstanden, wenn Künstler,respektive Schriftsteller, sich da etwas einfallen lassen und/oder Drehbuchautoren ins Detail gehen, um einen Film werden zu lassen, dann bitte. Es sollte aber besser eine Komödie bleiben. Stanislaw Lems "Sterntagebücher" und die Figur des Ijon Tychy darf dabei positiv erwähnt werden.
    Nichts gegen Gene Roddenberry, aber diese immer und immer wieder heraus gestellte universelle Überlegenheit der Menschen von der Erde, das wirkt sachte bisschen überzogen und schon peinlich. Wie schon erwähnt, entweder sind Aliens uns technisch überlegen, dann aber potthässlich, klein oder/und zerbrechlich. Wenn sie unserer Ästhetik entsprechen, dann aber sowas von einfältig und geistig flach. Das ist unserer unangenehmen Egozentrik zu verdanken. Würde dies nicht so dargestellt werden, dann gäbe es Probleme mit der Anzahl der Zuschauer. Aliens, die klüger und schöner sind als wir, das ist ja wohl das Letzte!
    Egal, unser unendliches Überbewusstsein hat keine Erscheinung und ist daher keinem Vergleich mit uns ausgesetzt. Aber es könnte das notwendig Gigantische für eine Schöpfung dieser Dimension sein. Allerdings wird es keine Schöpfung Made by Hand. Auch bekommt nichts eine konkrete Zielvorgabe. Es ist lediglich eine Schaffung von Voraussetzungen, von Möglichkeiten. Nehmen wir an, in diesem Überbewusstsein gibt es mehrere, mehr oder weniger eigenständig ablaufende Erkenntnisfindungsprozesse. Denn eins dürfte klar sein, jedes Bewusstsein muss einer Gier folgen: der Neugier! Ein Bewusstsein ohne Neugier, ohne diesen inneren Antrieb, mehr erkennen und verstehen zu wollen, lebt nichts, ist es tot. Selbst der einsamste Eremit in der Wüste sucht doch nach einer Art Erleuchtung im totalen Nichtstun. Unser gigantisches Überbewusstsein trägt quasi seinen eigenen Widerspruch in sich selbst. These und Antithese haben dort intern ihren Platz, mehrfach sogar. Aber sei es drum. Irgendwo, im vielschichtigen und unendlichen Überbewusstsein, formuliert sich eine ungewöhnliche Frage:
    Könnte ein eigenständiges Bewusstsein auch entstehen, wenn es keine ausgeglichene Fluktuation als Basis vorfindet. Die Unendlichkeit kennt keine höheren Potentiale als die ihrer Quantenbasis. Also sind höhere Energiespitzen so etwas wie ein Ding der Unmöglichkeit für diese Unendlichkeit. Es gibt nun mehrere Für und mehrere Wider einer solchen Hypothese. Nach ein paar Ewigkeiten Diskurs einigt man sich auf den Grundsatz:
    Das Kriterium der Wahrheit ist die Praxis.
    Also wird beschlossen einen Prozess loszutreten, bei dem sich die angedachten Potentialdifferenzen aufbauen können. Dann zuschauen und warten was daraus wird. Zeit? Es gibt dort keine Zeit. Da keine Zeit vergeht, hat die Ewigkeit jede Menge davon. Ein Problem wird sein, ein Stück Unendlichkeit für einen solchen Versuch abzutrennen, quasi eine Grenze zu ziehen. Das ist keine einfache Aufgabe für eine grenzenlose ewige Unendlichkeit. Aber schließlich ist unser Überbewusstsein auch gigantisch Clever und kann für fast alles eine Lösung finden. Der abgegrenzte Bereich hat aber keine starre Form. Mehr eine Art Geleebatzen, dessen äußere Hülle zwar eine fast undurchlässige Grenze bildet, aber nicht fest und fix ist und auch nicht ganz undurchlässig. Osmose wird erlaubt, also ein einseitiger Konzentrationsausgleich durch Diffusion. Dies erschien ratsam, um unvorhergesehene und chaotische Abläufe innerhalb der Blase zu korrigieren. Man kann Energie zuführen oder abführen, je nachdem was angebracht erscheint. Zuerst wird nun Energie in den abgegrenzten Bereich gepumpt, weit mehr als in der Unendlichkeit sonst verteilt ist. Es dauert nicht lange und schon beginnen verschiedenste Prozesse anzulaufen. In den meisten Fällen löst sich aber alles wieder in unendlichem Wohlgefallen auf, geht also zurück auf die Quantenfluktuationsebene.
    Aber bei einigen Prozessen, wie schon erwähnt, kommt es zu interessanten Erscheinungen, zu energetisch differenten, aber instabilen Zuständen, zu Phasenübergängen, die Symmetrie von allem wird gebrochen und schließlich kommt zu einer inflationären Ausbreitungen, mit erheblichen Potentialdifferenzen in einer Raum-Zeit. Überschüssige Energie bäckt zu Materie zusammen und siehe da, auf einigen dieser Gebilde kommen unerwartete Prozesse zum Laufen. Innerhalb sehr hoher Potentiale wird gigantisch viel frei verfügbare Energie erzeugt. Diese kleinsten Energiepakete, gut geeignet für eine relativ universelle Verwendbarkeit, werden in der gegebenen Raum-Zeit, mit maximal möglicher Geschwindigkeit verteilt. Diese universelle Verteilung von Energie, über große Strecken, mit relativ hoher Dichte, das ist schon eine wesentliche Voraussetzung für sehr vielfältige Wirkungen. Das dabei auch auf die große Zahl gesetzt wurde und auf Zeit gespielt, davon zeugen die ca. 125 Milliarden Galaxien, mit je ein paar hundert Milliarden Sternen. In so knapp 14 Milliarden irdischen Jahren kann schon einiges passieren. Wobei so eine Zeitbemessung etwas fraglich erscheint. Auch die in Nanosekunden eingeteilten ersten Momente. Es sind unsere irdischen Zeiteinheiten. Welche Empfindung für eine zeitliche Dimension der Abläufe, in den Gründungsphasen unseres Universums existierten, das ist kaum zu benennen.
    Aber egal, es geschah, was unter den gegebenen Bedingungen geschehen konnte und musste. Bei der gigantischen Anzahl von Geschehnissen, da muss es doch mal klappen und eine quasistabile Balance bildet sich. Eine solche Balance, mit einigermaßen stabilen Grundsätzen, also Regeln und Gesetzen, ist zwingend, um die Chance der Entwicklung komplizierter Strukturen zu bekommen. Nun, wir sind der Beweis, dass es zumindest einmal zu einer solchen Quasistabilität gekommen ist. Aber ein Thema sollten wir noch einmal Aufgreifen. Was ist Raum und was Raum-Zeit. Rein mechanisch betrachtet, ist Raum in erster Instanz das zwischen zwei erkennbaren Dingen. Oder könnte man auch sagen, Raum trennt Strukturen, mit verschiedenen Eigenschaften, Dichten und Aufgaben. Dinge brauchen einen gewissen Abstand voneinander. Anderenfalls können intern keine balanceerhaltenden Wechselwirkungen zustande kommen. Raum jedoch mit dem Prädikat "Nichts" zu charakterisieren, das könnte falsch sein. Als ein Bestandteil des Universums ist Raum und Raum- Zeit ein wichtiger Faktor. Es könnte daher einen Zusammenhang geben zwischen Materie, Energie und Raum-Zeit. Die elementare Formel E= m c² stellt schon mal eine Beziehung dar. Jetzt müsste noch eine weitere Beziehung, die von Materie, Energie und Raum-Zeit hinzugefügt werden. Sie, diese Kausalität, wird gefunden werden, da bin ich mir sicher.
    Die Galaxien bewegen sich von uns weg, weil dazwischen Raum entsteht und was sich krümmen und eindellen lässt, das muss doch eine Substanz haben. Das kurz dazu.

    Zurück zu den universellen Wirkungsquanten von 6,62 x 10 hoch minus 34 Js, diesem Planckschen Wirkungsquantum. Es sind die kleinstmöglichen Wirkungen im Universum, sagen wir. Darunter soll es nichts mehr geben. Das heißt, wenn es darunter was gibt, dann hat es keinerlei Wirkung, wird nicht registriert. Ein bildlicher Vergleich? Gar nicht so einfach. Machen wir es uns einfach. In der Sonne wird ein brennendes Streichholz nicht wahrgenommen, weil dessen Energie derart weit unter der Energiedichte der Umgebung liegt, dass das kleine Feuerchen eines Streichholzes einfach nicht registriert werden kann. Oder andersherum gesehen, ab welcher Energiegröße und Dichte wird ein Prozess in der Sonne als solcher wahrgenommen?
    Wie dem auch sei, die Energiequanten bewirkten nun eine Kaskade von Entwicklungen. Wobei die Konstruktion einfacher organischer Strukturen zwar auch ohne diese direkte außerirdische Energiezufuhr möglich war, aber sie wären auf der Ebene einfachster Konstruktionen stecken geblieben, weil ihr Stoffwechselumsatz, innerhalb der gegebenen Umgebung, in der Tiefsee zum Beispiel, kaum für weitere Sprüngen ausgereicht hätte. Indirekt jedoch wäre ein Ozean ohne diese Energiezufuhr von außen gar nicht erst entstanden, bzw. nicht als Flüssigkeit in dieser speziellen molekularen Konstruktion. Es ist eine komplexe Balance von inneren Kräften eines Planeten und einer Einflussnahme von außen. Da sollte nichts separat betrachtet werden. Irgendwann könnten ein paar dieser Tiefseeteile herausgefunden haben, dass mit der auftreffenden Strahlung aus dem Zentralgestirn ein gutes Geschäft zu machen ist. Ob es da von den Organismen der Tiefe einige nach oben schafften oder ob es eine eigenständige parallele Evolution ergab, nach dem sich der Planet Erde bisschen gesammelt hatte und keine, von ständigen Einschlägen zerrissene Oberfläche mehr hatte, das wäre so eine Frage, die zu einigen Forschungstehmen führen kann. Nur müsste die Frage zugelassen werden, wie bringt uns so eine mögliche Erkenntnis weiter? Eigentlich keinen Millimeter. Wer sich damit a priori beschäftigen will - bitte immer wieder gern. Nachdenken ist besser und auch billiger als es empirisch Herausfinden wollen.
    Es ist nicht vorgesehen, den Glauben an ein Überwesen, welches nicht nur erschaffen hat, sondern auch weiterhin kontrolliert und beeinflusst, komplett in Frage zu stellen. Auch wenn sich der kausale Zusammenhang zwischen einem Gebet und einer eingetretenen Wirkung, sich stets nur im Glauben manifestiert und wohl eine Zufällgkeit ist. Trotzdem, für viele Menschen ist es eine echte Hilfe, um beschwerliche Umstände ertragen zu können. Jeder Versuch einer ersatzlosen Abschaffung ist daher inhuman. Ohne den Glauben an etwas Darüberstehendes, an etwas Lenkendes, was ohne jede Beeinflussung wirkt, nur festen Regeln folgt, ohne einen Gott wird nichts leichter, sondern meist nur schwerer.
    Zurück zum Großen und Ganzen. Diesen Urknall als den Anfang von Allem zu sehen, dies zeugt erneut von einer gewissen Selbstherrlichkeit unserer Spezies. Wir können es einfach nicht lassen, uns als was Besonderes, als die große Ausnahme zu betrachten. Es wird zuweilen so argumentiert, dass, wenn es diesen Urknall gegeben hat, dann hat es nur einmal und nur für uns geknallt. Wir neigen leider weiterhin zu einem gewissen Alleinvertretungsanspruch.
    Doch nun noch einmal zum Eigentlichen: Unserem Verstand und unserer Vernunft. Wenn jetzt jemand vorgreifen will und Kants Kritik der reinen Vernunft lesen, dann, wie schon erwähnt, viel Geduld und Zeit mitbringen. Bei seinen Schachtelsätzen ist es gut möglich, in der Mitte des Satzes wieder zu vergessen, was er am Anfang geschrieben hat. Trotzdem, jeder Versuch Kant zu verstehen ist es wert. Allerdings muss festgestellt werden, dass so manche Erkenntnis bisschen weit vorprellt. Das soll heißen, dass speziell bei Philosophen zuweilen Sprünge, über mehrere Zwischenerkenntnisse hinweg, getan werden. Dann wird es schwierig ihnen zu folgen. Zuweilen folgen diese nur ihren eigenen Trieb zur Erkenntnis. Auf eine Verstehen durch ihre soziale Umgebung legen sie, zuweilen auch durch negative Erfahrung, keinen gesteigerten Wert.
    Gut, versuchen wir trotzdem den Verstand zu verstehen:
    Dazu sollten wir einige Begriffe in einen verständlichen Zusammenhang bringen: Sinnliche Wahrnehmungen durch sehen, hören, riechen, schmecken, tasten und empfinden sind unsere Kontaktstellen zur Umwelt, welche für unser Überleben notwendig sind. Die Qualität dieser Wahrnehmungen ist so eingerichtet, dass sich das Spektrum der Wahrnehmungen darauf beschränkt, was echt gebraucht wird und notwendig ist, auf der Baisis dessen, was uns umgibt Dass wir hochenergetische Strahlung nicht snnlich wahrnehmen können, das liegt nicht daran, dass dies unmöglich ist, es liegt einfach daran, dass wir eine solche Wahrnehmung nicht brauchen. Es gibt kaum natürliche Quellen solcher Strahlung, also wozu dann?
    Sicher gab es irgendwann mal eine Spontanmutation, in dessen Folge es zu einer Verbreiterung des Frequenzspektrum der wahrnehmbaren Strahlung gekommen wäre. Da dies aber mit den ersten Ansätzen zu keiner spürbaren Verbesserung des Daseins geführt kam, wurde diese Mutation nicht als sinnvoll reflektiert und demzufolge nicht mehr weiter gegeben.

    Informationen, Erfahrungen, Erkenntnisse, Entscheidungen

    Die Abspeicherung, Verarbeitung und Vernetzung der Wahrnehmungen im Gehirn, der Aufbau von Erfahrungen und letztendlich die Installation von Erkenntnissen, das alles wird realisiert durch Informationen. Kleinste elektrische Signale, im Minivoltbereich, übertragen Milliarden von Bits und Byts. Dass es digital erfolgt, davon kann ausgegangen werden, weil dies eine Transfermethode höchster Universalität darstellt. Da es jedoch von einer extremen hohen Komplexität und Parallelität geprägt ist, können wir nur Einzelvorgänge beschreibenn.
    Wahrnehmungen, Aufbau von Erfahrungen aus gemachten Wahrnehmungen, bilden von Erkenntnissen aus einer Vielzahl von Erfahrungen, treffen von Entscheidungen aus den aufgebauten Erkenntnissen. Für die Wanhrnehmungen sind unsere Sinne zuständig. Erfahrungen bauen sich auf, wenn verschiedene Wahrnehmungen verglichen werden. Eine heiße Ofenplatte fügt mir Schmerzen zu, wenn ich sie anfasse. Ich assoziiere Ofenplatte mit Schmerzen.
    Es ist aber nicht die Ofenplatte, sondern nur ein spezieller Zustand dieser Platte. Wenn im Ofen Feuer brennt, wird der Platte Energie zugeführt. Brennt keine Feuer, ist die Platte ungefährlich. Das ist dann schon eine Erkenntnis. Dafür ist der Verstand zuständig, die Logik und die Vernunft. Die bewusste Unterscheidung von komplexen Situationen und Erscheinungen, nach ihrer Nützlichkeit bzw. Schädlichkeit für das eigene Dasein, dies ist ein wesentliches Qualitätskriterium der Evolution, respektive des Verstandes.
    Der Verstand: Man kann ihn weder sehen, noch greifen, noch riechen, noch schmecken und auch nicht wirklich beschreiben. Also was ist das, was wir so selbstverständlich mit dem Begriff Verstand benennen? Er hat einen Ort wo er sitzt: das Gehirn. Clevere Neurologen haben sogar einen näher umrissenen Bereich bestimmt, wo, ihrer Meinung nach, unser Verstand größtenteils beherbergt sein soll. Nehmen wir an es ist so, aber zugleich ist es bedeutungslos. Wenn er unterhalb des Steißbeins säße, müssten wir trotzdem froh sein ihn zu haben. Allerdings ist dieses Gehirn derart komplex und vernetzt, dass eine räumliche Einteilung in verschieden zuständige Bereiche schon sehr gewagt ist. Natürlich können Aktivitäten des Gehirns, an Hand der auftretenden elektrischen Impulse, im Bereich Mikrovolt, also von einer Millionstel Volt, so gut es geht erfasst werden. Damit aber von der Gesamtnetzstruktur dieses Organs eine umfassende Aussage treffen zu können? Eher nicht. Eher wird, wenn was daneben läuft, mit einem Vergleichsnormal hantiert. Die Gehirnströme eines vermeintlich gesunden Menschen werden heran gezogen und Abweichungen davon könnten als ein signifikantes Signal für etwas Pathologisches, also Krankhaftes, gedeutet werden.
    Instinkt, Gefühl, Verstand,Vernunft und Logik- das ist letztendlich alles eins. Die Wechselwirkungen in dieser ca. 1,5 kg schweren grauen Substanz, mit über 100 Billionen Synapsen (das sind hunderttausend Milliarden oder 10 hoch 14), sind derart gigantisch, dass es uns nie möglich sein wird, dies vollumfänglich zu erfassen und zu verstehen. Wäre ja auch ein Widerspruch in sich. Bei dieser Forschung kommt es zu einem ähnlichen Effekt wie bei der Teilchenphysik. Unschärfe! Man kann ein Objekt nur mit einer kleineren Skala messen, als das zu messende Teil groß ist. Nanometer können nun mal nicht mit einem Gliederbandmaß gemessen werden und Elektronen nicht mit einer Frequenz, die unter der Eigenfrequenz der Elektronen liegt. Um aber so hohe Frequenzen zu erzeugen bedarf es derart viel Energie, dass damit das Messobjekt und somit das mögliche Messerergebnis beeinflusst und verfälscht wird.
    Wenn nun das Gehirn seine eigene Denkleistung analysieren will, müsste es schneller denken als das Objekt seiner Analyse. Die Katze beißt sich damit in den Schwanz. Egal, wir legen trotzdem mal fest, dass es den Verstand gibt. Was tut dieser Verstand nun? Nun, er verarbeitet einen Großteil der aktuellen sinnlichen Wahrnehmungen, dazu bereits abgespeicherte Wahrnehmungen, verknüpft alles, erkennt und bestimmt Kausalitäten, bekommt Erkenntnisse aus dem Alltäglichen ob ihrer Ursache- Wirkung Beziehung, setzt dies in ein Verhältnis mit allen sonstigen und bereits abgespeicherten Wahrnehmungen und versucht daraus so etwas wie einen modus vivendi, einen gangbaren Weg für den Körper zu erkennen, in dem er sitzt. Er kann aus dieser Informationsverarbeitung Grundlagen für möglichst vorteilhafte Entscheidungen des Subjekts, in dem er sitzt, bereitstellen.
    Geist und Körper unterliegen einer Abhängigkeit, die zur Kooperation zwingt. Zumindest jetzt noch und auf absehbarer Zeit wohl auch weiterhin.
    Erkenntnissfindung a priori und a posteriori. Also Erkenntnisse aus dem Verstand selbst heraus, aus purer Nachdenklichkeit. Natürlich muss sich erst einmal so etwas wie eine kognitive Basiserfahrung aufbauen. Dass es während er empryonalen Entwicklung bereits zu einer Programminstalation kommt, mit der die Grundprozesse des Körpers gesteuert werden, das lassen wir jetzt mal außen vor. A priori heißt, es kommt zu Erkenntnissen durch den Verstand, die aber nicht unmittelbar aus sinnlicher Wahrnehmung und den daraus aufgebauten Erfahrungen, abgeleitet werden können. Es kommt bei der Verknüpfung von abgespeicherten Erfahrungen zu einer neuen Qualität von Erkenntnis. Eine solche Erkenntnis wird nicht direkt aus gemachten Beobachtungen heraus gewonnen. Es wird das einfche Beobachten kritisch hinterfragt und auf eventuell vorhandene Fehlinterpretationen hin analysiert. Einfach beobachtet dreht sich die Sonne um die Erde, kritisch beobachtet kann das aber nicht sein, weil einige Aspekte einer genauen Beobachtung dem widersprechen. Am Ende gelangt der nachdenkliche Mensch a priori zur Überzeugung:
    Die Erde dreht sich um die Sonne!
    Aber auch Erkenntnisse aus Erfahrung und sinnlicher Wahrnehmung, aus empirischen Versuchen und Beobachtungen muss, kann und sollte natürlich auch zurück gegriffen werden. Es wird jedoch stets ein Mix aus verschiedneen Erkenntnisebenen sein, der zu neuen Qualitäten führt.
    Damit hat unser Verstand einen Sack voller Prozesse an den Ganglien. Immer und immer wieder neu schichten und bewerten und speichern und löschen. Allein was unsere Augen an Signalen an das Gehirn senden, jeden Augenblick an dem sie aktiv, also geöffnet sind, das ist schon eine Wahnsinnsdatenmenge. Wahrscheinlich wird nicht jeder optischer Reiz abgespeichert, nur noch ein signifikanter Unterschied zu einem bereits abgespeicherten Standardbild. Allein die Übersetzung der unterschiedlichsten Frequenzen im für uns sichtbaren Bereich zwischen 4 und 8,5 x 10 hoch 14 Hertz, als Farbe, allein das ist eine derart gigantische Leistung, die wir uns im Detail nicht wirklich erklären können. Wie bereits erwähnt, es gibt Farben nur in unserer Vorstellung. Es ist zwar so, aber es gefällt uns nicht, wie uns auch manch andere Wahrheit nicht gefällt und daher einiges aus dem Alltagsdenken raus geworfen wird.
    Diese Selektion im Wahrnehmen und Denken ist eine Schutzfunktion. Wenn diese Filter defekt sind, wenn sich selbst zu viele Fragen gestellt werden, dann kann es schon sein, dass dieser Mensch den normalen Alltag nicht mehr beherrscht. Er wirkt anormal. Die Leute sagen dann, er ist verrückt oder durchgedreht oder übergeschnappt. Allerdings gibt es auch genetische Fehlkonstellationen, die so einen anormalen Zustand, auch ohne dass sich der Einzelne zu viele Fragen stellt, hervorrufen. Man ist sozusagen von Natur aus verrückt. Weder von der Schnelligkeit, noch von der Speichermethode und Kapazität pro Volumen, kann da künstlich mitgehalten werden. 100 Billionen Synapsen, also Verbindungen zwischen den ca. 100 Milliarden Nervenzellen sind notwendig, damit wir sagen können;
    cogito ergo sum, ich denke, also bin ich.

    Die schiere Zahl der Verknüpfungen sollte dem Gerede von künstlicher Intelligenz etwas Dämpfung geben. Der Anspruch Intelligenz wird am lebenden Menschen gemessen und da dürften noch einige Lücken zwischen natürlichem Denken und künstlichem Denken gegeben sein. Die Vision eines Androiden a´la Data aus Raumschiff Enterprice - vergiss es!
    Unser Verstand nutzt seine extremen Fähigkeiten um Entscheidungen zu fällen, bzw. um neue Erkenntnisse zu etablieren. Diese Aktivitäten unseres Verstandes sind aber keine Zwangsläufigkeit wie beim Instinkt. Beim Instinkt wird eine Handlung bereits durch wenige äußere Sinneswahrnehmungen zwanghaft angeregt. Eine Katze geht doch umgehend in den Jagdmodus über, wenn sie eine Maus sieht, auch wnen sie eigentlich satt ist.
    Bis auf wenige Ausnahmen rennt ein satter Mensch doch nicht in den nächsten Fleischerladen, nur weil da einer zu sehen ist. Trotzdem, auch wir haben noch Instinktreaktionen, Triebe denen wir uns verstandesgemäß nicht widersetzen können. Wäre dem nicht so, könnte es alsbald mit unserer Population den Bach runtergehen, wegen mangelndem Reproduktionsverhalten. Instinktreaktionen sind keine rudimentäre Gehirnleistung. Wir sind auch weiterhin darauf angewiesen in bestimmten Situationen den Verstand zu umgehen, um dem Instinkt Platz zu machen. Immer dann, wenn wir schnell reagieren müssen. Wer zum Beispiel bei einer brenzlichen Verkehrssituation, erst noch einmal darüber nachdenken will, wie es denn dazu kam usw., der dürfte alsbald als schwarzumrandete Anzeige in der Regionalzeitung stehen. Die Entwicklung des Verstandes erfolgte alles andere als kontinuierlich. Generell kann gesagt werden, es sind Sprünge. Es könnte auch eine Art Urknallabfolge sein. Eine gewisse Zeitspanne erfolgt eine Anhäufung von Ereignissen ohne weiterführende Wirkung. Die Ursache sind kleinere Verschiebungen in der Struktur. Irgendwann jedoch kommt es aber zu einem Ereignis mit Nachhaltigkeit. Im Kosmos zu einer Phasenverschiebung, in der Gesellschaft zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse. Das kann geschehen durch natürliche Ursachen wie Dürren oder Überschwemmungen, aber auch durch künstliche, wie die Entwicklung, Entdeckungen und Erfindungen von technischen Geräten oder Technologien, aber auch durch hundsmiserable Politik.
    Ein Beispiel, die Dreifelderwirtschaft. Durch ihre bewusste Anwendung hat sie den Nutzern enorme Vorteile bei der Absicherung ihrer Ernährung gebracht. Also wurden manche frech und überfielen ihre Nachbarn, die den Schuss mit der Dreifelderwirtschaft nicht gehört hatten. Noch immer denkt und handelt ein Großteil unserer Spezies, bis hoch zu den Alphamännchen und Alphaweibchen, nach dem Prinzip fressen oder gefressen werden. Ob es uns gelingt, diese animalischen Instinkte mal abzulegen? Noch einmal zur Wiederholung, der Wunsch nach einer gerechten und rundum friedlichen Welt ist zwar verständlich, aber eben unrealistisch bzw. naiv.
    Andererseits sollte permanent daran gearbeitet werden, vernünftige Regeln des Zusammenlebens nicht nur zu formulieren, sondern sie auch im vollen Umfang und an jedem Ort umzusetzen. Wegen der sehr verschiedenen Ausprägung des Verstandes und der Vernunft, kann nicht darauf gehofft werden, dass sich der, der sich cleverer als seine Mitmenschen empfindet, von sich aus auf unfaire und menschenunwürdige Praktiken, bei der Durchsetzung seiner Vorstellungen, verzichtet. Es sollte und muss wie bei einem Fußballspiel zugehen, wo nach festen Regeln gespielt wird. Wer sich nicht daran hält, der wird vom Schiedsrichter des Platzes verwiesen. Klingt einfach, setzt aber voraus, dass es nicht nur weltweit gültige und anerkannte Regeln gibt, es muss auch einen Schiedsrichter geben, der die Legitimation und die Möglichkeit hat, jeden Spieler des Feldes zu verweisen, ohne Gefahr zu laufen, dafür attagiert zu werden. Wenn heutzutage von der Freiheit des Einzelnen gesprochen wird, dann ist damit zuweilen die Freiheit des Starken gemeint, den Schwachen bisschen aufs Kreuz zu legen. Wie aber all den Starken verbindlich und wirkungsvoll beibringen, auf die persönlichen Vorteile aus seinen Anlagen zu verzichten? Das funktioniert nicht mit Druck und Gewalt. Man nennt es Einsicht und Verständnis, was aber nur zustande kommt und praktiziert wird, wenn es zu Erkenntnissen der Zusammenhänge, außerhalb des eigenen Daseins kommt. Sei es wie es sei, noch zu oft werden Entscheidungen getroffen, die den Entscheidenden in Schwierigkeiten bringen, weil er die möglichen Folgen seiner Entscheidungen nicht alle vorhersehen konnte, nicht vorhersehen wollte oder nicht vorhersehen durfte. Dieses Vorhersehen, das ist eine ganz spezielle Eigenschaft des Verstandes. Er kann nicht in die Zukunft blicken, aber er kann die eventuell eintretenden Wirkungen seiner Entscheidung versuchen abzuschätzen. Dies aber in sehr unterschiedlicher Qualität. Ein gewisse Unsicherheit, man kann auch sagen ein gewisses Risiko, wird dabei immer bleiben. Dies schon deshalb, weil unser Verstand, und mag er noch so umfangreich recherchieren können, nicht alle zukünftig eintretenden zufälligen Ereignisse vorausdenken kann. Man kann künstlich programmieren bis zum umfallen und jedes nur denkbare Szenarium einkalkulieren. Doch den unvorhersehbaren Zufall, denn kann niemand in ein Programm einbinden.
    Eine Balance, jede Balance, benötigt zwei Kräfte. Wobei Stabilisierung nicht bedeuten soll, dass da was zu Ruhe kommt. Die Waage der Kräfte wird ewig schwingen. Natürlich kann es vorkommen, dass so ein Kräftepaar sich zu hoch aufschaukelt. Dann kann es zur Auflösung dieser Balance kommen. Die dabei frei werdenden Kräfte haben natürlich Einfluss auf benachbarte Balancen. Energie als Erzeuger von Kräften kann ja nicht verloren gehen. Da kann es schon zu Kaskaden kommen, bei denen andere Balancen arg in Mitleidenschaft gezogen werden und kippen können. Man nennt dies Dominoeffekt. Dies geschieht im Kleinen, wie im Großen. In den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten auf unserer Erde und im kosmischen Getriebe ebenso. Wenn zum Beispiel einem Sterns der primäre Brennstoff leichter Elemente ausgeht, versucht er es noch einige Zeit mit sekundären Fusionen, bei denen einige schwerere Elemente gebacken werden. Doch irgendwann kann der Kern dem Druck der Hülle nicht mehr standhalten und kollabiert. Eine solche Supernova bäckt noch schnell ein paar ganz schwere Elemente und fliegt dann auseinander. Große, sehr große massereiche Sterne können auch zu einem Schwarzes Loch werden oder zu einem Neutronenstern, unter besonderen Umständen. Diese kosmischen Katastrophen haben, wie alle Umstürze, auch positive Wirkungen. Eine Vielzahl schwerer Elemente, bis hin zu Gold und Uran, wird im Raum verteilt. Aber nichts ist umsonst zu haben. Alles hat eben so seinen Preis. Natürlich nicht in Heller und Pfennig ausweißbar. Die sich angebotenen Möglichkeiten werden aber genutzt, ähnlich einem Kind, welches aus Bausteinen einen Turm baut. Es ist dieser konstruktiv und zugleich destruktiv Trieb. Es wird etwas gebaut und dann, mit einer seltsamen Freude am zerstören, wieder in seine Einzelteile zerlegt. Es scheint mehrere Triebe zu geben, die verhindern, dass wir in einer gleichförmigen Zufriedenheit versinken. Dabei sind es nicht die instinktgelenkten Triebe, wie der Trieb zur Erhaltung der Art, der Trieb, in einer gewissen Sicherheit sein Dasein verbringen zu wollen, natürlich auch die Unbedingtheiten zur Erhaltung des eigenen Daseins, wie Essen, Trinken und Schutz vor Unbilden der Natur. Der Verstand hat uns einen Trieb beschert, der über die natürlichen Notwendigkeiten, wie die System-und Arterhaltung, hinaus geht. Es ist die Neugier herausfinden zu wollen, was die Welt im Innersten zusammenhält.

    Allerdings ist diese Neugier nur bei wenigen Menschen so ausgeprägt, dass sie sich auf den Weg machen, um es herausfinden zu wollen. Hinzu kommt, dass die wohl weitaus größere Anzahl der Suchenden nicht wirklich suchen. Es gibt unzählige gut bezahlte Jobs in der weltweiten Forschung, die, erst einmal etabliert und für notwendig befunden, bis zum St. Nimmerleinstag finanziert und kaum noch hinterfragt werden. Immer mal wird versucht, die Notwendigkeit und Wichtigkeit von dieser und jener Forschungseinrichtung, unter Beweis zu stellen. Durchaus mit Erfolg, denn welch Außenstehender kann die komplizierte Auswertung eines Zusammenstoßes von, mit fast Lichtgeschwindigkeit fliegenden Protonen, nachvollziehen? Und so begründen die Forschungsgebiete sich zuweilen gegenseitig und kein finanzierender Steuerzahler blickt dahinter. Einschränkend muss zugestanden werden, dass die Sinnhaftigkeit der Forschung, nach dem was die Welt zusammenhält, von den Forschungen, wie diese Welt am schnellsten und effektivsten zerstört werden kann, im Ranking des Unsinns auf die Plätze verwiesen wird.
    Es gibt noch eine einfache psychologische Erklärung für die völlige Unmöglichkeit die letzte Wahrheit zu finden. Dieser Stein der Weisen würde unsere Neugier töten. Ohne antreibende Neugier verliert das emotionale Dasein seinen Sinn und seinen Inhalt. Da wir nie bis zum Kern aller Fragen vordringen können, sollte vielleicht versucht werden, den Sinn das Dasein im Dasein selbst zu suchen und zu finden. Die Naturwissenschaft kann viel entdecken und erforschen, aber unser Dasein nie komplett erklären. Wenn bis vor einigen hundert Jahren der Glaubenskongregation nicht mal im Traume eingefallen wäre, dass jemand öffentlich und ungestraft an den Grundfesten des Glaubens rütteln darf, so tut sich heute die Naturwissenschaft, in Persona ihrer Topvertreter, fast ebenso schwer, ihren Alleinvertretungsanspruch in Sachen Erklärung der Welt, aufzugeben. Sie wollen die Philosophie, von dem Platz als Mutter der Wissenschaften, verdrängen. Das ist nicht nur falsch, es ist gefährlich. Die Philosophie als Steigbügelhalter für diese und jene naturwissenschaftlich erkannte Notwendigkeit zu benutzen, das dreht den Spieß um.
    Das zentrale Problem ist nicht Frage, wie wir hier her kamen, das eigentliche Problem ist die Frage, wie wir gemeinsam weiter über die Runden kommen. Natürlich gibt es einige Umstände, bei denen die Forschung für diese und jene Bequemlichkeit im alltäglichen Dasein gesorgt hat. Aber spätestens als die Ergegnisse der Forschung zu Produkten der Massenproduktion wurden, kam es zu Nebenwirkungen und Nebenkosten, die wie eine nachträgliche Bilanzfälschung wirken. Die Menschen haben sich an diese und jene Handhabung und Nutzung von technischen Geräten gewöhnt und ständig wird ihnen eingeredet, dass es anders nicht mehr geht. Nur ist man sich nicht einig, wer nun die Rechnung für den notwendigen Bilanzausgleich zu bezahlen hat. Natürlich haben die Topmanager einen ganzen Sack voller Ausreden zu Hand. Sie sind nicht an den negativen Auswirkungen der Massenproduktion schuld. Man dreht auch hier den Spieß um. Die Konsumenten sind Schuld! Sie haben ja die Sachen, als freie Mitglieder der manipulierten Massenkonsumgesellschaft, gekauft und genutzt. Die andere Seite habe nur bereit gestellt, was gewünscht wurde. Doch welcher normale Mensch wollte vor 1900 ein selbstfahrendes und nach CO2 stinkendes Fahrzeug, wer schrie nach einem Handy, wer wollte von einer süß-sauren Stimme gesagt bekommen, wo er hinfahren oder hinlaufen muss? Natürlich haben wir es angenommen und uns schnell daran gewöhnt. Aber bitte nicht die Kausalkette umdrehen und die Wirkung vor die Ursache setzen.
    Es war sehr selten eine formulierte Erwartung der Masse, welche zur Herstellung von diesem und jenem Produkt führte. Es war die technische, organisatorische und logistische Machbarkeit und der damit in Aussicht gestellte Gewinne, was zur Entwicklung und Fertigung dieser Massenartikel geführt hat.
    Dem Konsumenten wird noch immer eingeredet, der Wegfall dieser "zivilisatorischen Errungenschaften" würde uns schaden. Wieder wird Wirkung vor Ursache gesetzt. Diese "Errungenschaften" haben uns mehr geschadet als genutzt, sie haben uns bequem werden lassen und eine weltweite Manie des Stumpfsinns eingeleitet.
    Es sollte und muss in Zukunft eine tiefe Prüfung jeder geplanten Herstellung von industriell gefertigten Produkten erfolgen. Es müssen möglichst alle physischen, ökologischen und psychologischen Auswirkungen, die bei der Herstellung, also auch bei der Anwendung dieser Produkte zu erwarten sind, unter das stärkste und kritischste Mikroskop gelegt werden. KI - das wird gegenwärtig hochgepusht. Wir sind dabei in die nächste Falle zu tappen, die überehrgeizige Manager aufstellen. Auf einem vernünftigen Level kommt die Spezies Homo Sapiens mit dem gut zurecht, was uns Natur und Umwelt freiwillig anbietet. Nirgends muss in der Erde herumgewühlt werden, um etwas zu produzieren, was nie verlangt wurde. Aber die in uns wohnende Bequemlichkeitsgier lässt sich leicht manipulieren, so dass wir eines Tages glauben, wir brauchen so viel Unsinn wirklich. Es wird wohl kaum eine autonome Haushaltshilfe geben, aber Tötungsmaschinen, welche die relativ unzuverlässigen menschlichen Soldaten ersetzen, das könnte dabei raus kommen. Die Forschung und Entwicklung dafür ist teuer und muss öffentlichkeitswirksam begründet werden. Da sind so niedliche Roboter in Haus und Garten willkommene Vorzeigeobjekte. Ich bin kein großer Fan der Terminatorfilme, aber so ein Körnchen Wahrheit könnte drin stecken. Wie es zu verhindern ist? Nun ja, dafür ist kein Superheld einsetzbar. Nur Verstand und Vernunft können als Retter der Menschheit genutzt werden. Gut, Thema aus!

    Die Aktivierung des Inaktiven

    Es gibt ein Phänomen, welches eventuell als Hoffnung für unsere Spezies angesehen werden kann. Es scheint so, als ist nur ein Teil unsrer Gehirnmasse wirklich aktiv. Niemand kann exakt sagen wie viel im stand by Modus verharrt. Manche sagen die Hälfte, andere meinen mehr und wieder andere glauben es sind nur 10 %. Egal, Mutter Natur lässt doch keine Gehirnmasse aus lauter Jux und Tollerei wachsen. Als Notreserve kann das auch nicht gedacht sein. Damit ist gemeint, dass in einem Notfall eine Zuschaltung zum aktiven Teil erfolgt. Das dürfte aber nicht so ohne weiteres möglich sein. Ist doch kein Schukostecker, so ein Gehirnsegment. Die Anzahl der notwendigen Verknüpfungen zwischen aktiven und passiven Teil, um beide Segmente zusammenarbeiten zu lassen, die wären gigantisch und mit Sicherheit nicht von heut auf morgen machbar. Also warum tragen wir einen Teil graue Substanz mit uns herum, ohne sie zu nutzen? Das könnte, wahrscheinlich ist es so, die Quantität sein, welche die Möglichkeit in sich birgt, irgendwann in eine neue Qualität umzuschlagen. Wann und wodurch? Diese Frage ist nicht zu beantworten. Maximal könnte die operative Verwendungsfähigkeit dieser inaktiven Substanz für eine wage Aussage taugen. Wir sind aber nicht in der Lage, durch irgendeine Analyse, zu einer konkreten Einschätzung des Zustandes der inaktiven Seite zu gelangen. Ebenso ist es uns unmöglich eine Zeitspanne zu benennen, die für eine Aktivierung notwendig wäre. Der Anstoß dazu, zur schrittweise Zuschaltung der zusätzlichen Kapazitäten, das könnte durch Reize in die Wege geleitet werden. Die objektiv und real auftretenden Reize von außen sind eine Art Kriterium der Wahrheit, also die Praxis. Bei allen kleinen oder größeren Veränderungen oder Möglichkeiten einer Veränderung sind es die einwirkenden Reize, welche ein für oder ein wider des weiteren Bestandes einer Veränderung, oder der Möglichkeit einer Veränderung, bewirken. Im Falle der eventuell möglichen Erweiterung unserer Gehirnkapazität, könnte es die Reizung durch die Verdichtung der Informationsbereitstellung sein. Wenn wir die Informationsdichte vor ca. 100 Jahren mit heute vergleichen, dann dürfte sich diese mehrfach potenziert haben. Mit Zeitungen, Telefon, TV, Internet, soziale Medien, Smart-Phones - geschieht quasi ein Überschwemmen der Menschheit mit Infos und das weltweit. Eine Vereinnahmung und Besetzung ohne militärische Attacke. Man rennt mit gesenktem Kopf durch die Gegend und starrt auf sein Smart-Phon. Sie lieben ihre Handys. Nur mit der eigenen Reproduktion, mit der Erhaltung der Art, da wird es eng mit dem Handy. Könnte aber sein, darauf hat unser Gehirn nur gewartet. Die Anzahl der elektrischen Signale, quer durch alle Bereiche unserer ZE- Zentraleinheit, hat sich um ein Vielfaches erhöht. Das kann zu einer Art Kaskade führen. Um diese Informationstsunamis verkraften zu können, da muss die Verarbeitungskapazität erhöht werden. Allerdings sollte jetzt kein Zuckerberg jodeln. Nicht die pure Verarbeitungskapazität eingeheder Informationen wird erhöht, sondern es wird die Fähigkeit qualifiziert, diese Informationen ob ihrer inhaltlichen Notwendigkeit zu differenzieren. Natürlich geschieht dies nicht umfassend und gleichzeitig. Die Herstellung von synaptischen Verbindungen, in eine bisher inaktive Substanz, das zieht sich hin. Es werden wohl noch einige Jahrzehnte, wahrscheinlich sogar Jahrhunderte vergehen, in denen viele weiter mit gesenktem Kopf herum laufen.
    Aber es könnte zu einer Art Selektion kommen. Diese Ignoranz der realen Umwelt tritt in Konkurrenz mit den Kausalitäten eben dieser Realität. Dieser Prozess, wenn er denn stattfindet, ist ein Vorgang der eher unbemerkt und in kleinen Schritten abläuft. Unsere Umwelt, unsere Natur, wird einfordern, sich wieder mit ihr, und mit allen unseren Sinnen, auseinanderzusetzen. Mit Sprache, mit den Augen, den Händen, dem Geruch, dem Geschmack und allen weiteren Organen, die für einen körperlichen Kontakt so ihre Bedeutung haben. Diejenigen, die diesen Schuss absolut nicht hören wollen, könnten von der weiteren Entwicklung ausgeschlossen werden. Aber das hat für die Spezies als Gesamtheit kaum eine Bedeutung. Wer sich vom wahren Leben extrem abgrenzt, wer sich einem kulturellen Verfall preis gibt und zur Dekadenz tendiert, der läuft nur noch als Beifang mit. In der Poesie wird dieser Prozess komprimiert und an Hand einzelner Schicksale anschaulich gemacht. Im milliardenfachen Dasein mag es den Anschein haben, dass es über Hand nimmt. Ich bin jedoch davon überzeugt, das Leben bringt sich immer wieder in die richtige Spur. Bedauerlich ist nur, dass viele Ausrutscher erst dann erkannt, kommentiert und analysiert werden, wenn sie passiert sind.
    Aber bitte, wie soll die Menschheit einen Fehler erkennen, wenn, sie diesen noch nicht begangen hat? Mag sein, der eine oder andere hat so eine Art visionäre Voraussicht. So lang ihm das die Masse aber nicht abnimmt, rennt sie in die nächste Katastrophe. Eine konkrete Voraussage kann niemand machen. Gewünscht wäre eine Erweiterung und Erhöhung der Kapazität des Verstandes. Dies könnte zu vernünftigeren Entscheidungen führen, weil sich die Anzahl der, für eine Entscheidung heran gezogenen Argumente und Einflüsse, enorm erhöhen kann. Kausalitäten, die bisher dem Egoismus geopfert werden mussten, beginnen an Bedeutung zuzulegen.
    Ein Merkmal könnte die bereits zu erkennende Zunahme von Begrifflichkeiten sein. Nachhaltigkeit! Wer hat sich zu Beginn der industriellen Revolution um Nachhaltigkeit oder um Ökologie gekümmert? Allerdings bewirkt eine von oben nach unten gerichtete Argumentation noch kein wirkliches Umdenken. Da muss aus dem passiven zur Kenntnis nehmen und sich unterordnen, ein aktives und souveränes Erkennen werden, welches zu einem bewussten und überzeugten Tun führt. Sollte diese Manie von einem lebenden Mitmenschen kritisiert werden, von jemandem, der auf Basis eigener Erfahrungen zum Mahner wird, dann könnte es schwierig werden. Wenn auch noch auf Unvoreingenommenheit und Vorurteilsfreiheit gedrängt wird, dann ist dieser Mahner schnell ein neunmalkluges Arschloch. Er wird beschimpft und angefeindet und neuerdings auch schnell mal in die Ecke eines Verschwörungstheoretikers gesetzt. Das Establishment hat mehrere wirkungsvolle Abwehrstrategien entwickelt, um sich vor allzu nervigen Fragen und Kritiken zu schützen. Die Mühe, für den Aufbau einer eigenen Meinung, wird als eine völlig überflüssige Energieverschwendung deklariert. Man hat sich eine Meinung, aus den Vorgaben der Medien, heraus zu suchen. Im Grunde war das noch nie anders. Die Andersdenkenden waren schon immer Außenseiter, welche meist geschnitten wurden und werden. Wer trotzdem versucht die Leute von einem vorgebeteten Denken abzubringen, der macht sich relativ schnell unbeliebt.
    Diese, bis zur Verleumdung praktizierte Ablehnung, die hat dem alten Sokrates das Leben gekostet. Es muss aber auch seinen Athener Mitbürgern schwer auf die Nerven gegangen sein. Hebammenmethode nannte er sein Vorgehen. Raus holen was drin steckt. Seine Mutter war Hebamme. Nur, wo nichts drin ist, da kann niemand was raus holen! Dass die Aktivierung unserer inaktiven Gehirnsubstanz nun ein Sprung wird, das sollte nicht angenommen werden. Wir werden nicht eines Morgens erwachen und alle Heureka rufen und uns solidarisch um den Hals fallen. Eher wird es schleichend geschehen. Trotzdem, auch wenn es die Werbemillionäre gar nicht im Blick haben, aber sie verhelfen der Evolution eventuell schon zu ein paar Qualitätshüpfern.
    Zum Anfang