Jürgen Pfahl wurde kurz Stange genannt, abgeleitet von Pfahl. Wir folgen ihm, dem frisch gebackenen Diplom-Ingenieur, 1975 in die volkseigene Industrie. Zwischen den Theorien der Vorlesungen zum Thema SBWL, ausgeschrieben sozialistische Betriebswirtschaftslehre, und der Realität, da klafften Abgründe, dagegen war der Grand Canon eine kleine Erdspalte. Deshalb stürzte sich Stange auf ein Gebiet, neben seiner Arbeit als Ingenieur, das mehr Erfolg versprach. Obwohl niemand daran glaubte, Stange schaffte es in dieser Kleinstadt einen Jugendklub zu installieren, der alsbald zum Kultklub avancierte. Natürlich war alles volkseigen. Der Klub gehörte dem Werk, nicht ihm. Aber das, was im Klub geschah, das gehörte ihm. Es ging einige Jahre, bis die Luft raus war, wegen der Doppelbelastung. Nur, dass ihn die hübsche Parteisekretärin des Werkes als Sprungbrett in den Westen gebrauchen würde, damit hat Stange nun gar nicht gerechnet. Im Westen macht Verena, die ehemalige Parteisekretärin, schnell Karriere und Stange verliert den Boden unter den Füßen. Anfang November 89 treffen sie sich in der Sahara, in der Nähe von Quarzazate und beschließen ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.

709 Seiten A 5
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